ENTWARNUNG: Blindgänger in Porz
Fünf-Zentner-Bombe entschärft - Pizza ins Sperrgebiet bestellt

Der entschärften Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg mit Entschärfer Marcel Biewald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf (rechts) und Silvana Hoffmann vom Ordnungsamt der Stadt Köln. | Foto: Stadt Köln
3Bilder
  • Der entschärften Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg mit Entschärfer Marcel Biewald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf (rechts) und Silvana Hoffmann vom Ordnungsamt der Stadt Köln.
  • Foto: Stadt Köln
  • hochgeladen von EXPRESS - Die Woche - Redaktion

+++ Entwarnung +++

Porz atmet auf: Die am Donnerstagmittag (18. September) entdeckte Weltkriegsbombe ist in den späten Abendstunden entschärft worden. Der amerikanische Fünf-Zentner-Blindgänger mit Heckaufschlagzünder war bei Sondierungsarbeiten an der Röntgenstraße gefunden worden – rund 2.300 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Die Evakuierung lief über Stunden – und wurde durch eine Reihe von Zwischenfällen in die Länge gezogen:

Flaschenwerfer an der Sperre
Ein unter Drogen stehender Mann wollte partout nicht akzeptieren, dass er den abgesperrten Bereich nicht betreten durfte. Aus Frust schleuderte er eine Glasflasche vor die Füße von Ordnungsamts-Mitarbeitern. Als diese ihn aufforderten, die Scherben wegzuräumen, rastete er aus, wurde aggressiv und attackierte die Einsatzkräfte. Die Ordnungskräfte fixierten ihn, die Polizei nahm den Mann in Gewahrsam. Verletzt wurde niemand.

Hundebiss in der Anlaufstelle
Auch in der eigens eingerichteten Notunterkunft im Stadtgymnasium Porz kam es zu Ärger: Der Hund einer Anwohnerin schnappte nach einer ehrenamtlichen Helferin und verletzte sie leicht. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Erstversorgung und dokumentierte den Vorfall.

Weigerung beim Krankentransport
Ein älterer Patient wollte sich zunächst schlicht nicht evakuieren lassen. Erst ein hinzugezogener Notarzt konnte den Mann schließlich überzeugen, in den Krankentransportwagen einzusteigen – das kostete wertvolle Zeit.

Pizza im Sperrgebiet
Kurz vor der geplanten Entschärfung tauchte plötzlich ein Pizzabote an einer Absperrung auf. Er wollte eine Bestellung zustellen – mitten ins Evakuierungsgebiet. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamts begleitete ihn zur Haustür, stellte aber gleichzeitig die Personalien des hungrigen Kunden fest und verwies ihn des Bereichs. Gegen den Evakuierungsverweigerer läuft nun ein Bußgeldverfahren.

Trotz all dieser Verzögerungen gelang den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Abend die erfolgreiche Entschärfung. 193 Menschen hielten sich währenddessen in der Anlaufstelle im Stadtgymnasium auf, 25 Kranke oder Gehbehinderte wurden mit Krankentransporten aus dem Sperrgebiet und später wieder zurückgebracht.

Auch der Verkehr ist inzwischen wieder angelaufen: Der Bahnverkehr läuft normal, die KVB-Busse fahren wieder regulär – nur einzelne Straßensperren bleiben solange bestehen, bis die letzten Krankentransporte abgewickelt sind.

+++ Update 1 +++

Die Entschärfung der Weltkriegsbombe in Köln-Porz hat nicht nur Anwohner im Griff – jetzt trifft es auch den Verkehr. Die KVB-Buslinien 151, 152, 154, 160, 161, 162 und 165 halten nicht mehr an der „Klingerstraße“.

Auch der Bahnhof Porz ist dicht: Fahrgastwechsel Fehlanzeige! Betroffen sind die Züge der Linien S12, RB27, RE8 und RE9.

Sobald der Kampfmittelbeseitigungsdienst zur Arbeit ansetzt, steht noch mehr still: Bahnverkehr und Güterzüge werden komplett gestoppt, sogar der Luftraum über Porz wird gesperrt. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten den Bereich großräumig umfahren – ein Durchkommen ist kaum noch möglich.

Das Ordnungsamt richtet derzeit ein engmaschiges Netz aus Straßensperren ein – unter anderem an der Bonner Straße, Helmholtzstraße, Planckstraße, Klingerstraße und Friedrichstraße. Selbst Fußwege sind dicht. Die Sperrungen umfassen folgende Straßen und -abschnitte:

  • Ohmstraße/Bonner Straße
  • Bonner Straße Höhe Hausnummer 2b
  • Wattstraße/Planckstraße
  • Hertzstraße/Planckstraße
  • Planckstraße neben Hausnummer 3
  • Planckstraße/Siemensstraße
  • Helmholtzstraße zwischen Hausnummer 27 und 29
  • Helmholtzstraße/Amperestraße
  • Fußweg an der Helmholtzstraße
  • Amperestraße Höhe Hausnummer 1/Helmholtzstraße
  • Voltastraße zwischen den Hausnummer 5 und 5a
  • Ohmstraße/Voltastraße
  • Ohmstraße/Kaiserstraße
  • Kaiserstraße/Klingerstraße
  • Fußweg an der Klingerstraße
  • Fußweg an der Friedrichstraße
  • Kreisverkehr Friedrichstraße/Klingerstraße
  • Glashüttenstraße hinter Hausnummer 30
  • Friedrichstraße/Glashüttenstraße
  • Fußweg zum Friedhof an der Alfred-Nobel-Straße
  • Alfred-Nobel-Straße/Röntgenstraße

+++ Erste Meldung +++

Alarm in Porz! Bei Bauarbeiten in der Röntgenstraße haben Experten am Donnerstag (18. September) einen gefährlichen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden – eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder.

Die Nachricht bedeutet für rund 2.300 Anwohnerinnen und Anwohner: Koffer packen und raus aus der Gefahrenzone! Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland hat den Evakuierungsradius auf 300 Meter festgelegt. Erst wenn die Häuser und Straßen komplett geräumt sind, kann die Bombe unschädlich gemacht werden.

Die Stadt Köln hat im Stadtgymnasium Porz (Humboldtstraße 2) eine Anlaufstelle eingerichtet. Ab 14 Uhr stehen hier Betreuungsmöglichkeiten bereit. Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen – Straßensperren und Umleitungen werden kurzfristig eingerichtet.

Die Entschärfung soll noch heute erfolgen. Wann genau, steht aber noch nicht fest. Bis dahin sind Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehr im Großeinsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Der markierte Bereich muss evakuiert werden.  | Foto: Stadt Köln
Der entschärften Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg mit Entschärfer Marcel Biewald vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf (rechts) und Silvana Hoffmann vom Ordnungsamt der Stadt Köln. | Foto: Stadt Köln
Symbolbild KI-generiert, kein echtes Foto. | Foto: KI-generiert mit ChatGPT/OpenAI
Der markierte Bereich muss evakuiert werden.  | Foto: Stadt Köln
Redakteur/in:

EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil
Kommentare sind deaktiviert.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.