Kinder leiden am meisten
Kinderschutzbund bietet Beratung für Trennungskinder

Peter Boddenberg (von links) und Horst Richartz vom Kinderschutzbund lassen sich gemeinsam mit Rainer Schwarz, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Leverkusen, von Antje Lachmann den „Sandkasten“ erklären.
  • Peter Boddenberg (von links) und Horst Richartz vom Kinderschutzbund lassen sich gemeinsam mit Rainer Schwarz, Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Leverkusen, von Antje Lachmann den „Sandkasten“ erklären.
  • Foto: Britta Meyer
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Opladen - „Eltern müssen immer das Wohl ihrer Kinder im Blick haben, auch
bei einer Trennung“, betont Antje Lachmann vom Deutschen
Kinderschutzbund in Leverkusen. Als Diplom-Pädagogin mit einem
Schwerpunkt als Kinder- und Jugendtherapeutin ist sie in der
Geschäftsstelle in der Bracknellstraße für Trennungskinder da.
„Viele Eltern, meist Mütter, rufen uns an und suchen Hilfe, da sie
den Eindruck haben, mit ihrem Kind stimmt was nicht“, erklärt
Lachmann.

„Die Warteliste wird immer länger, da auch viele Trennungen immer
heftiger ausgetragen werden.“ Da kommt die diesjährige Fördersumme
der Sparkasse Leverkusen für den Kinderschutzbund gerade recht.
„Jährlich unterstützen wir einen anderen Bereich des
Kinderschutzbundes“, so Rainer Schwarz, Vorsitzender Vorstand der
Sparkasse Leverkusen.

Das Thema Kinder und Trennung ist jedem von uns bekannt. Im Freundes-
und Bekanntenkreis oder in der Familie kennen wir alle Fälle von
Trennungen mit Kindern. Und jeder geht anders damit um. Den Kindern
dabei zu helfen, mit der Situation zurecht zu kommen ist sehr
wichtig.“

Genau das ist die Aufgabe von Antje Lachmann. Sie will mit ihrem
Therapieangebot den Kindern den Rucksack, den sie nach einer Trennung
herumtragen, nehmen. „Oft glauben Kinder, dass sie schuld an der
Trennung der Eltern sind, was natürlich nicht stimmt“, erklärt
Lachmann die Situation ihrer jungen Klienten. „Andere Kinder werden
von ihren Eltern emotional unter Druck gesetzt, dass sie wenigstens
für den Vater oder die Mutter da sein müssen, nachdem er oder sie
verlassen wurde.“ Egal was die Motive sind, die oft auch unbewusst
von den Eltern ihren Kindern aufgedrückt werden, den Kindern muss
klar sein, dass sie nichts mit der Trennung der Eltern zu tun haben.

„Dafür haben wir spezielle Gesprächsangebote und Praktiken“,
erzählt Antje Lachmann. „Immerhin darf der Besuch bei uns nicht
anstrengend sein, sondern soll auch Entspannung bringen.“ Das sich
am besten bewährte Mittel ist dabei der „Sandkasten“. Eine flache
mit Sand gefüllte Kiste dient als perfekte Bühne, um mit
Spielzeugfiguren die familiäre Situation nachzustellen.

Mit den richtigen Fragen wird aus dem Spiel dann ein Prozess der
Auseinandersetzung, bei dem der wahre Grund der Probleme zutage kommt.
„Das funktioniert auch mit Erwachsenen“, lacht die Therapeutin.
Ziel ist es gemeinsam mit den Eltern, idealerweise beiden (was meist
nicht funktioniert), eine Lösung für die angespannte Situation zu
finden. Immerhin haben die Kinder ein Recht darauf, ohne
Schuldgefühle, unbefangen und beide Elternteile gleichermaßen
liebend aufzuwachsen.

Mit den 2.000 Euro der Sparkasse gelingt dies nun auch weiterhin. Denn
die Warteliste ist lang. Grund dafür sind immer heftiger ausgetragene
Trennungen, die meist juristisch ausgefochten werden. Der objektive
Blick auf das Wohl der Kinder geht dabei vielen Eltern verloren. Sei
es, weil beide das Kind wollen, das Besuchsrecht erkämpft wird oder
wegen des Geldes. Eine Trennung bringt auch für Eltern viele Probleme
und ist immer schmerzhaft, dennoch, so der Appell der Kinder- und
Jugendtherapeutin Lachmann, sollten Eltern sich respektvoll und die
Kinder im Blick habend begegnen. Immerhin können diese für das
Zerbrechen der Beziehung nichts.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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