Mühlenmuseum könnte seine Existenz verlieren
Modelle suchen eine neue Heimat

Günter Blömer hofft, dass seine zahlreichen Modelle nach seinem Tod eine neue Bleibe finden werden. Foto: Hoeck
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Odenthal (hh). Seit über 40 Jahren baut Günter Blömer Modelle in seiner kleinen gemütlichen Werkstatt am Odenthaler Mühlenweg. Hier, gleich nebenan, hat auch das inoffizielle, provisorische „Mühlenmuseum“ seinen Platz, in dem der Künstler vorbeikommenden oder angemeldeten Interessierten seine Werke aus den letzten Jahrzehnten zeigt und sie durch die Räumlichkeiten führt. Die historischen Gebäude, Kutschen oder Rheinschiff-Mühlen, die einst auf dem Gewässer auch vor Köln existierten, demonstrieren hierbei ihre Technik, denn Blömer möchte beweisen, wie etwas funktioniert. Auch der Altenberger Dom (mit Blick ins Innere), ehemalige Pulverwagen sowie Getreide- und Ölmühlen erlauben Einblicke und erzählen von seinerzeitigen Funktionen oder Bau-Hintergründen. „Ich baue alles nach, was mich begeistert und das fast immer ohne Vorlagen. Ich möchte die technischen Details erfassen und ihren Zweck vorführen. Viele Modelle werden dabei originalgetreu nachgebaut“, sagt der heute 92-Jährige.
Günter Blömer ist aber nicht nur Modellbauer, sondern auch Aquarellmaler, Dichter und Konstrukteur, der sich einst auch nicht nicht scheute, einen seetüchtigen, über 1200 Kilo schweren und knapp zehn Meter langen Nachbau eines holländischen Zweimasters (Original stammte aus dem Jahr 1665) in 14 Monaten zu bauen. Neben der Gaststätte „Herzogenhof“ in Odenthal befindet sich zudem eine etwa sieben Meter hohe Nachbildung des Pariser Eiffelturms, den er anlässlich der Städtepartnerschaft Odenthals zur französischen Gemeinde Cernay la Ville erschuf.
Doch die Idylle an der Dhünnaue, wo sich das Mühlenmuseum befindet, ist bedroht. Blömer weiß, dass die Ausstellungsräume von der Gemeinde aus baurechtlichen Gründen nur bis zu seinem Ableben geduldet sind. Danach sollen sie abgerissen werden. Er würde sich daher freuen, wenn sich ein Ort finden würde, an dem die Modelle eine Zukunft haben könnten. Favorit ist derzeit der „Felsenkeller“, ein früheres Ausflugslokal, in unmittelbarer Nähe zum Altenberger Dom. Diesen kennt Günter Blömer nahezu sein gesamtes Leben. „Mein Schulweg führte damals am Felsenkeller vorbei, und später war ich in dem Haus als Handwerker tätig. Ich kenne daher dort sozusagen jeden Stein.“ Aus seiner Sicht stelle ein Umzug seiner Modelle keine besondere Schwierigkeit dar. „Dort gibt es große Säle, die seit vielen Jahren ungenutzt sind. Das sollte doch machbar sein, wenn es denn gewollt ist.“ Aktuell wird der „Felsenkeller“ dank der finanziellen Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz saniert und restauriert; er gehört damit zu den wenigen auserwählten Objekten in Nordrhein-Westfalen, die von der Stiftung eine Zuwendung erhalten. Gleichwohl ist der Abschluss der Arbeiten nicht absehbar, was nachteilig für Blömers Modelle sein kann. Eine Zwischenlösung, etwa durch die vorübergehende Unterbringung seiner Arbeiten in Räumlichkeiten der Gemeinde, scheiterte in der Vergangenheit indes stets in einer politischen Sackgasse. „Ich habe mich mit meinem Anliegen auch schon an die Parteien gewandt, aber die haben anscheinend kein Interesse oder andere Themen sind wichtiger. Wenn es denn gewünscht ist, dass meine Modelle der Nachwelt erhalten bleiben, dann muss aber jetzt etwas geschehen. Es ist doch sonst niemand da, der die Sachen übernehmen würde“, schaut Günter Blömer skeptisch nach vorne.

Günter Blömer hofft, dass seine zahlreichen Modelle nach seinem Tod eine neue Bleibe finden werden. Foto: Hoeck
In seinem provisorischen Museum präsentiert Günter Blömer viele Kutschen, Mühlen oder Häuser, die er maßstabsgetreu nachgebaut hat. Foto: Hoeck
Redakteur/in:

Angelika Koenig aus Leichlingen

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