Pflanzentauschbörse
Pflanzen tauschen, Wissen teilen
- Svea Dietz-Halbach interessiert sich für das Angebot von Birgit Will.
- Foto: Michael Kupper
Nümbrecht. Rund 1000 Gartenfreunde tummelten sich am vergangenen Samstag auf dem Platz vor dem Roten Haus bei der 27. Pflanzentauschbörse, die die Biologische Station Oberberg in Kooperation mit Nabu, Landfrauen und dem Naturgartenverein organisiert hatte. Bei optimalem Frühlingswetter und strahlendem Sonnenschein hatten sie an mehr als 40 Ständen die Möglichkeit, ihre mitgebrachten Gartenschätze gegen Neuzugänge zu tauschen oder bei einem Plausch ihr Gärtnerwissen zu teilen. Um den Besucherinnen und Besuchern natürliches Gärtnern zu erleichtern, hatte die Biostation ausgewählte Arten der Anbieter gekennzeichnet: „Heimische Wildpflanze – echt insektenfreundlich!“
„Ich komme regelmäßig hierher“, schildert die Reichshoferin Svea Dietz‑Halbach. Besonders angetan hat es ihr das Angebot von Birgit Will aus Eckenhagen, die dort neben ihrem eigenen auch den historischen Bauerngarten am Heimatmuseum betreut. „Ich bin sehr zufrieden, weil ihre Pflanzen immer gut anwachsen.“ Ein weiterer Grund sei, dass sie die alten Sorten gerne erhalten möchte. Gegenüber dem Supermarkt seien diese deutlich robuster und keine Hybriden. „Der Ertrag ist gut, der Geschmack super und außerdem sind die Pflanzen viel weniger krankheitsanfällig.“ Mit Blick auf ihre dreijährige Tochter erklärt die junge Frau: „Ich möchte ihr ein Gefühl für die ländliche Lebensweise und die Wertschätzung der Nahrung vermitteln.“
Der Erhalt und die Wiederverbreitung regionaler Pflanzen ist auch dem Naturgartenverein ein wichtiges Anliegen. „Wir möchten die einheimischen Wildpflanzen in die Gärten bekommen“, erläutert der Lindlarer Klaus Wopfner von der Regionalgruppe Bergisches Land. Ziel sei die Steigerung der Biodiversität. Nach der Krefelder Studie von 2017 seien in den vergangenen 30 Jahren 75 Prozent der Biomasse der einheimischen Fluginsekten verschwunden. Das Thema Naturgarten ist auch für Claus Wittke vom Nabu Oberberg von Bedeutung. Auf der Pflanzentauschbörse möchte er mit Menschen ins Gespräch kommen, die der Nabu sonst nicht erreicht. „Ich wünsche mir den Zugang zu Leuten, die gerne natürlich gestaltete Gärten anlegen.“
Die Pflanzentauschbörse fiel in diesem Jahr mit dem Tag der Streuobstwiese zusammen. Während Carola Hoppen vom Naturgartenverein im Landschaftshaus darüber referierte, was Streuobstwiesen so artenreich und wertvoll macht, zeigte Pomologe Thorben Weschenbach live, wie Obstbäume veredelt werden. Dafür konnten die Besucher eigene Edelreiser mitbringen oder aus regionalen Sorten auswählen und das veredelte Bäumchen anschließend direkt mitnehmen. Daneben gab es am „Runden Tisch“ der Biostation fachkundige Gartenberatung mit Irmgard Kutsch und Christa Budde‑Hielscher.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |