Open-Air-Wochenende
Kasalla rockt Schloss Homburg
- Kasalla brachte beim Schloss Homburg Open Air rund 800 Besucher zum Tanzen und Mitsingen.
- Foto: Michael Kupper
Nümbrecht. Wenn die Sonne über dem unteren Burghof von Schloss Homburg untergeht und die ersten Töne über die alten Gemäuer schweben, dann ist beim „Schloss Homburg Open Air“ wieder ein Wochenende der Extraklasse angesagt. Jazz, kölsche Rockhymnen, Partykracher und klassische Klänge wechselten sich in Nümbrecht ab – ein musikalischer Spagat, der bestens funktionierte. „Mit diesem besonderen Programm präsentieren wir auch in diesem Sommer wieder Live-Highlights in besonderer Atmosphäre“, freute sich Felix Ammann, Kulturdezernent des Oberbergischen Kreises, der das Konzertwochenende organisiert hatte.
Den Auftakt machten am Donnerstagabend die Gebrüder Wasserfuhr, unterstützt von der Vorband „Big Stuff“, mit jazzigen Klängen. Richtig zur Sache ging es dann am Freitag, als die Kölner Band „Kasalla“ die Bühne enterte. Rund 800 Gäste tanzten und sangen in der lauen Sommerluft, als gäbe es kein Morgen. „Das Wetter ist perfekt – aber das war ja auch klar, nachdem wir dem Kreis den Termin unseres Lichterfest-Wochenendes für das Open Air überlassen haben“, scherzte Bürgermeister Thomas Hellbusch im Gespräch mit Landrat Klaus Grootens.
Vor dem Song „Dausend Levve“ ließ Kasalla-Frontmann Bastian Campmann die Bandgeschichte Revue passieren: 15 Jahre gibt es die Gruppe nun schon. „Wir feiern dieses Jahr Kristallhochzeit“, verkündete er stolz. Ganz reibungslos sei die gemeinsame Zeit zwar nicht immer verlaufen, aber nach dem einen oder anderen gegenseitigen Kopfwaschen habe man stets wieder zueinandergefunden: „Wir schaffen auch noch die Goldene Hochzeit.“
Ballon bleibt am Boden
Für einen besonderen Höhepunkt am Himmel sollte derweil das Team vom Ballonsportclub Reichshof sorgen, das sich mit dem GWN-Ballon startklar machte, um über dem Konzert zu schweben. Möglich gemacht hatten diesen Programmpunkt die Gemeindewerke Nümbrecht, die auch den Shuttle-Service zum Schloss sponsorten. Geschäftsführerin Karina Tuttlies brachte es auf den Punkt: „Wir wollen etwas Gutes für Nümbrecht tun, und die Leute sollen eine schöne Zeit haben.“
Doch während „Rudeldiere“ und „Pommes un Champagner“ über den Burghof dröhnten, sorgte ausgerechnet das Wetter für Sorgenfalten bei Ballonpilot Thomas Lepperhoff. Der Atmosphärenschnitt vom Wetterdienst verhieß nichts Gutes: ein „Low-Level-Jet“ mit erheblichen Windgeschwindigkeiten bereits in geringer Höhe. Ein zuvor gestarteter Gas-Luftballon bewies die Gefahr eindrucksvoll – zunächst gemächlich in Richtung Kurpark steigend, nahm er dicht über den Baumwipfeln plötzlich rasant an Fahrt auf und schwenkte in Richtung Flughafen Köln/Bonn ab. Lepperhoffs Erklärung dafür: „Wir haben hier am Boden einen Kaltluftsee, und die warme Luft rutscht darüber wie Schmierseife.“
Abheben durfte der Ballon an diesem Abend also nicht. Trotzdem wurde er zu einem der Höhepunkte des Konzerts: Fest vertäut beim Labyrinth vor dem Roten Haus glühte er im Takt der Musik vor der Schlosskulisse und dem blauen Abendhimmel.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |