GWN-Cup
Fuchjagd über Oberbergs Hügel
- Zehn Ballone verfolgen den Fuchs
- Foto: Michael Kupper
Nümbrecht. Zehn befreundete Ballonteams nahmen bei der fünften Auflage der Fuchsjagd der Nümbrechter Gemeindewerke (GWN) Kurs durch die bucklige Oberberger Landschaft. Die GWN richtet die Veranstaltung seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder jährlich aus. Mehr als 200 Schaulustige verfolgten am vergangenen Sonntag den Start auf der Wiese neben dem Säulenbrunnen im Nümbrechter Kurpark. Traditionell startete zunächst der „Fuchs“, der GWN-Ballon mit Pilot Thomas Lepperhoff vom Ballonsportclub Reichshof, ehe die Verfolger aufsteigen durften. Genau in dieser zeitlichen Verzögerung liegt die eigentliche Schwierigkeit des Wettbewerbs: Der Wind weht in unterschiedlichen Höhen selten aus derselben Richtung. Wer dem Kurs des Fuchses am genauesten folgt, hat die besten Chancen.
Lepperhoff blieb während der gesamten Fahrt relativ nah über dem Boden und war damit für seine Verfolger schwer im Blick zu behalten. Höher als 1800 Fuß, umgerechnet rund 550 Meter über dem Meeresspiegel und nur 150 bis 200 Meter über Grund, stieg er nicht. Über einer nachgewachsenen Kahlschlagsfläche blickte ein junges, noch geflecktes Rehkitz neugierig zum Ballon hinauf, bevor es im Unterholz verschwand. Nach 25 Minuten setzte Lepperhoff, fast die Fichtenwipfel am Waldrand streifend, auf einer Wiese zwischen Haan und Hömel zur Landung an. Anschließend wurde das rund 20 mal 20 Meter große Zielkreuz ausgelegt.
Die Verfolger ließen zunächst auf sich warten. Erst zehn Minuten später tauchten die ersten Ballons über dem östlich gelegenen Wald auf, allerdings zu weit entfernt, um das Ziel noch zu erreichen. Drei weitere Teams schafften es bis an den Rand der Wiese und warfen dort ihre Sandsackmarker ab. Als die Platzierungen bereits festzustehen schienen, schwebte überraschend ein weiterer Ballon mit zwei Frauen an Bord über den Wipfeln heran und traf beinahe exakt das Zielkreuz.
Wegen des laufenden Umbaus im Kurpark fand die Siegerehrung in diesem Jahr im Sportpark Nümbrecht statt, wo GWN-Geschäftsführerin Karina Tuttlies einen Imbiss ausgerichtet hatte. GWN-Mitarbeiter Ralf Steinbrügge hatte zuvor in Windeseile den Namen des Siegerteams in den Wanderpokal graviert, sodass Tuttlies noch am selben Abend Pokale und Bistro-Gutscheine an die drei Erstplatzierten überreichen konnte. Siegerinnen wurden Elise Kloss vom Aeronautic Team Waldbröl und ihre Beifahrerin Hannah Lepperhoff mit einer Ablage von nur 29 Metern, gefolgt von Alexandra Klein-Teske (82 Meter) und Marcel Kehr (128 Meter).
Ballontaufe zum Abschluss
Für Stefan Wermann, Leiter der Finanzbuchhaltung bei der GWN, war es die erste Ballonfahrt überhaupt: „Es ist genial, Oberberg so zu sehen. Das ist eine ganz andere Welt da oben.“ Bei der anschließenden Ballonfahrertaufe erhielt er den klangvollen Namen „Graf Stefan, Luftikus von Nümbrecht, Fuchsballonfahrer vom Bröltal und ‚Hoppel di Boppel‘ gelandeter Grasnarbensenser zu Haan“ – ein würdiger Abschluss eines Tages, der ihm die Region aus einer völlig neuen Perspektive gezeigt hatte.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |