Baby-Alarm bei den Bartaffen
Seltener Nachwuchs im Urwaldhaus des Kölner Zoos

Der Nachwuchs begeistert die Besucher. | Foto: Rolf Schlosser
5Bilder

Im Urwaldhaus des Kölner Zoos gibt es seltenen Nachwuchs zu bestaunen: Bartaffen-Dame „Indira“ hat erstmals ein Jungtier bekommen. Die kleine „Priya“ ist inzwischen acht Monate alt und gehört zu einer stark bedrohten Primatenart. Für die Kölner Zucht ist ihre Geburt deshalb weit mehr als nur süßer Familienzuwachs. Denn weltweit gibt es nur noch vergleichsweise wenige ausgewachsene Bartaffen in ihrer ursprünglichen Heimat.

Seltene Nachrichten aus dem Urwaldhaus des Kölner Zoos: Bartaffen-Weibchen „Indira“ hat erstmals Nachwuchs bekommen. Vor acht Monaten brachte die 16-Jährige ein weibliches Jungtier zur Welt. Die Tierpfleger tauften die Kleine auf den Namen „Priya“. Der Name bedeutet so viel wie „die Liebe“ oder „die Teure“.
Mutter „Indira“ lebt seit Ende 2023 in Köln. Sie kam damals aus Großbritannien an den Rhein. Vater des Jungtiers ist der 15-jährige „Obi“, der zuvor im Zoo von Lissabon lebte.
Mit dem Nachwuchs umfasst die Kölner Zuchtgruppe nun sechs Bartaffen. Neben „Obi“, „Indira“ und „Priya“ leben dort auch die 17-jährige „Medini“, ihre vierjährige Tochter „Mayuri“ und ihr zweijähriger Sohn „Paddy“. Hinzu kommt eine vierköpfige Bachelorgruppe, die allerdings nur vorübergehend im Kölner Zoo untergebracht ist.
Für den Zoo ist die Geburt ein wichtiger Erfolg. Bartaffen gelten als stark bedroht. „Es ist hocherfreulich, dass die bislang noch kinderlose ‚Indira‘ hier in Köln Nachwuchs bekommen hat“, erklärt Dr. Johanna Rode-White, Kuratorin im Kölner Zoo und Leiterin des Europäischen Erhaltungsprogramms für Bartaffen. Das Jungtier trage dazu bei, den Bestand der Reservepopulation zu stabilisieren.
Die Heimat der Bartaffen liegt im Südwesten Indiens. Dort machen den Tieren vor allem die Zerstörung ihres Lebensraums, Wilderei und der Straßenverkehr zu schaffen. Nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion IUCN leben in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet nur noch rund 2.500 ausgewachsene Tiere.
Erschwert wird die Lage dadurch, dass sich Bartaffen nur langsam vermehren. Sie werden vergleichsweise spät geschlechtsreif und zwischen den Geburten liegen längere Abstände. Geschrumpfte Bestände können sich deshalb nur schwer wieder erholen.
Der Kölner Zoo engagiert sich schon lange für den Schutz der Art und koordiniert das internationale Erhaltungszuchtprogramm für Bartaffen. Die Geburt von „Priya“ ist damit auch Teil dieser Arbeit.
Bartaffen gehören zur Gattung der Makaken und leben in freier Wildbahn in größeren Gruppen mit einigen Männchen und vielen Weibchen. Auffällig ist ihr schwarzes Fell mit einer silberweißen Mähne rund um Kopf, Wangen und Kinn. Diese Mähne hat den Tieren auch ihren deutschen Namen eingebracht.
Mit einer Kopfrumpflänge von 40 bis 60 Zentimetern gehören Bartaffen zu den kleineren Makaken. Männchen wiegen zwischen fünf und 15 Kilogramm, Weibchen zwischen vier und neun Kilogramm. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Früchte. Dazu kommen Blätter, Knospen, Insekten und kleine Wirbeltiere.
(bn.)

Der Nachwuchs begeistert die Besucher. | Foto: Rolf Schlosser
Foto: Rolf Schlosser
Foto: Rolf Schlosser
Foto: Rolf Schlosser
Foto: Rolf Schlosser
Redakteur/in:

EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

14 folgen diesem Profil

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.