"Man darf nie aufhören zu treten"
Finja Smekals Training wurde belohnt

Finja Smekal
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Neunkirchen-Seelscheid - Die 17-jährige Finja Smekal hat ihre Sommerferien ganz anders
genutzt. Statt wie ihre Altersgenossen am Strand zu liegen oder einen
Ferienjob zu machen, bereitete sich die Schülerin des Antoniuskollegs
Neunkirchen ab der zweiten Ferienwoche für die Junioren Welt- bzw.
Europameisterschaft im Bahnradsport in Aigle/Schweiz vor.

„Das Besondere am Bahnradsport ist, dass die Räder hierbei nur
einen Gang ohne Freilauf und keine Bremsen besitzen. Man darf nie
aufhören zu treten.“ So beschreibt Finja die Unterschiede zum
Straßenfahren.

„Weiterhin ist die Bahn in den Kurven extrem steil. Bis zu 49 Grad
– da brauchte ich zu Beginn viel Überwindung, um ganz oben zu
fahren. Man hat das Gefühl es geht senkrecht nach unten und muss
seinem Material vertrauen. Auch darf man nicht zu langsam fahren, um
nicht abzurutschen.“

Aufgrund ihrer beiden deutschen Meistertitel im Straßenrennen und im
Punktefahren auf der Radrennbahn letztes Jahr wurde Finja in die
Nationalmannschaft aufgenommen.

Seither war sie schon viel unterwegs. Rennen in Italien, Belgien,
Ungarn oder den Niederlanden, sowie drei Wochen Trainingslager auf
Mallorca standen dieses Jahr bereits auf dem Plan. „Das ist das
Schöne, so viel zu reisen und viele Länder kennen zu lernen.“
Daher kann sich die Schülerin auch nicht vorstellen nur noch auf der
Bahn zu fahren.

„Bahnradsport ist meistens Hallensport. Da sieht man außer der
Halle mit der Radrennbahn und dem Hotel nur sehr wenig.“

Um optimal für die Meisterschaften (WM und EM fanden direkt
nacheinander statt) vorbereitet zu sein, nahmen sechs Mädchen im
Alter von 17 und 18 Jahren aus ganz Deutschland genau dies in Kauf.
Bei heißen Sommertemperaturen schliffen die Sportlerinnen unter den
Augen der Bundestrainerin Katharina Fischer in Frankfurt/Oder an ihrer
Form. Vor allem die 4000 Meter Mannschaftsverfolgung wurde geübt, da
die Mädchen aufgrund ihrer weit voneinander entfernten Wohnorte nur
sehr selten zusammen trainieren können.

Das Training und die Mühen haben sich gelohnt.

Nach dem 6. Platz bei der WM konnten sich die vier Athletinnen Lena
Reissner, Friederike Stern (beide Thüringen), Ricarda Bauernfeind
(Bayern) und Finja Smekal (startet für den Pulheimer SC) bei der
Europameisterschaft den 3. Platz hinter Italien und Russland sichern.
Dabei verbesserten sie schrittweise den Deutschen Rekord über sieben
Sekunden auf letztendlich eine Zeit von 4:39 Minuten. Das entspricht
einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 51 km/h.

Als Nächstes freut sich Finja auf die einwöchige Abschlussfahrt mit
ihren Mitschülern des Antoniuskolleg nach Kroatien bevor es wieder
mit dem Training für die letzten Radrennen der Saison losgeht.
Die Bahn-Weltmeisterschaft 2019 ist in Frankfurt/Oder und für Finja
Smekal ist es eine große Motivation im nächsten Jahr im eigenen Land
ihr Leistungen zeigen zu können.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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