»Der Mensch ist das Maß aller Dinge.«
Die wirklich grossen Fragen entscheiden immer mit.
- hochgeladen von Oliver Dreber
»Der Mensch ist das Maß aller Dinge.«
Die wirklich grossen Fragen entscheiden immer mit.
Von Protagoras, 490 - 411 v. Chr., einer der bedeutensten Sophisten der Antike stammt dieses Zitat. Es klingt aktiquiert, fast hohl, denken wir an die Entwicklungssprünge der KI und an die Phantasmen des Transhumanismus.
Doch die wirklich großen Fragen werden für uns Menschen immer von existenzieller Bedeutung sein. Ob wir wollen oder nicht!
-> Gibt es einen Gott?
-> Sind wir allein im Kosmos?
-> Ist das Leben reiner Zufall?
-> Kann aus toter Materie intelligentes Leben entstehen?
-> Gibt es eine letzte Wahrheit?
-> Ist der Tod das Ende allen Lebens?
Ich erwische mich manchmal dabei, wie ich mich vor solch großen Fragen im Alltag erschrecke. Sie wirken abstrakt. Nebulös. Fast schon wie staubige Relikte alter Philosophie-Lehrbüchern. Und auf einmal stehen sie vor einem. Offen. Ungeklärt. Fordernd.
Die Wahrheit ist:
Unser Weltbild ist nie bloße Theorie. Es ist gelebte Metaphysik.
Was passiert, wenn wir diesen existenziellen Fragen aus dem Weg gehen? Wenn wir sie nicht für uns klären? Die Folgen spüren wir im Innen wie im Außen:
Im Innen (Bei uns selbst): Wir verlieren unseren inneren Kompass. Ohne tiefes Fundament leben wir unbewusst nach den Drehbüchern anderer. Wir jagen Zielen nach, die nicht unsere eigenen sind, und laufen Gefahr, ein Leben zu führen, das zwar nach außen perfekt funktioniert, sich im Inneren aber völlig leer anfühlt. Es entsteht eine latente Orientierungslosigkeit, die uns bei der kleinsten Krise ins Wanken bringt.
Im Außen (In der Gesellschaft): Wer kein eigenes, reflektiertes Weltbild hat, wird extrem anfällig für billige Ideologien, laute Meinungen und Algorithmen, die unsere Aufmerksamkeit kapern. Die Beziehung zur Gesellschaft bricht ein: Statt echtem Dialog und Empathie regieren oft Gleichgültigkeit oder blinder Konformismus. Wir konsumieren die Gesellschaft nur noch, statt sie aktiv und werteorientiert mitzugestalten.
In unserer hyperdigitalisierten Welt tun wir oft so, als bräuchten wir keinen Glauben mehr. Wir verlassen uns lieber auf Daten, Fakten und Kennzahlen.
Aber leben wir heute wirklich in einer Welt, in der Glaube keine Rolle mehr spielt?
Ich glaube: Nein.
Ich glaube: Wir täuschen uns selbst und gewaltig.
Warum? Damit wir den bequemen Weg wählen können. Den ohne die Antwort. Dann vergessen wir auch die Frage(n)...
Doch:
Jedes Handeln basiert auf einem Fundament aus Grundannahmen. Wer an nichts glaubt, glaubt oft unbewusst. An was auch immer. Materialismus. Heinzelmännchen. Die Deutsche Bahn. Auch das ist eine Entscheidung. Wenn auch keine bewusste!
Deshalb frage ich mich:
* Woran hältst du dich fest, wenn du an nichts mehr glaubst?
LeserReporter/in:Oliver Dreber aus Morsbach |
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