Èrntezug
Säuköppe & Ernteweiber on Tour
- Ein farbenfroher Erntezug in Lichtenberg.
- Foto: Michael Kupper
Lichtenberg. Der Wettergott meinte es gut mit dem Erntedankzug. Nachdem zunächst Regen vorhergesagt war, klarte es auf und zwischenzeitlich strahlte sogar die Sonne. So säumten mehr als tausend Schaulustige am letzten Sonntag den Zugweg durch das Dorf.
Rund 30 Wagen und Fußgruppen hatten diesmal daran teilgenommen. Traditionell unterhielt der Musikverein Lichtenberg unter Leitung von Christian Böhmer in der Ortsmitte die Gäste.
An der Einmündung der Bergstraße in die Morsbacher Straße thronte Frederik Pathmann vom Lichtenberger Festverein hoch oben auf einem Gerüst.
Launig und informativ kommentierte er von seinem Ausguck bereits zum zweiten Mal den Erntezug.
Nachdem es sich bereits im Vorjahr bewährt hatte, gab es vor der Einmündung eine Haltelinie, an der die Teilnehmer stoppten. So hatten die Gäste die Möglichkeit, zu Pathmanns Erläuterungen jede einzelne Gruppe ausgiebig zu bewundern.
Diese präsentierten sich in diesem Jahr besonders farbenfroh. So gingen die Kinder von der Grundschule Lichtenberg als Schmetterlinge mit großen Flügeln auf dem Rücken und das Familienzentrum „Schatzkiste“, mit rund 80 Personen die größte Gruppe im Zug, als bunte Fantasiewesen unter ihrem Motto: „Seit 50 Jahren leuchten wir in allen Farben.“
Der Zug wurde wie gewohnt von Bernd „Casi“ Brochhagen mit einem Trecker angeführt, auf dem Anhänger eine prächtige Erntekrone: „Das mache ich bereits seit mehr als zehn Jahren.“ Großes Thema war diesmal die reichhaltige Ernte. „Der Stippe-Garten gab viel her, unser Rumtopf wird nicht leer“, lautete etwa das Motto der Fußgruppe mit einem Rasentraktor.
Mit dabei war auch Andre Diederich von der Stippe. Auf dem Rücken hatte er ein „Mobiles Hochbeet“, darin seine zweijährige Tochter Ida, die strahlend über den Zug schaute.
Ein Augenweide waren die „Ernteweiber“, die als Kräuterfrauen herausgeputzt mit ihren kunstvoll geschmückten Besen die Straße fegten.
Dazu hatten sie einen grünen Kräuterschnaps in einem großen Kessel auf dem Wagen, der sich den Anschein von Wackelpudding gab. Die Pfadfinder vom Stamm der „Nebelkrähen“ hatten den Vulkan aus Mittelerde mitgebracht, am Rande des Zugs sammelte Tyler Bujack als gute Tat für den Erhalt des Erntezugs.
Interessant waren auch die Freunde alter Traktoren, die mit ihren historischen Fahrzeugen landwirtschaftliche Arbeitsgeräte aus dem vorigen Jahrhundert zogen und den Kartoffelanbau demonstrierten – von einem Kipppflug über einen Grubber und eine Setzmaschine bis zu einem Kartoffelroder.
Für Verpflegung zwischendurch war ebenfalls gesorgt: Freigiebig verteilten die „Säuköppe“ Schnittchen, belegt mit leckerer Flönz und Leberwurst.
Neben dem Festzug hatte der Bauernmarkt mit gut 30 Ständen seine Zelte in der Industriestraße aufgeschlagen.
Dort gab es ein herbsttypisches Angebot von regional produzierten Lebensmitteln über Keramik, Deko und Schmuck bis hin zu Kunst und Kunstgewerbe.
Niklas Kappenstein aus der gleichnamigen Morsbacher Ortschaft war mit seinen Schottischen Hochlandrindern, Schafen und seinem mobilen Geflügelstall gekommen, um das Angebot des Hofladens von Eiern, Nudeln und Kartoffeln sowie Fleisch- und Wurstwaren zu demonstrieren.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |