Ehrung für Tim Lobinger
„Nie die Bodenhaftung verloren!“
- In der Feierstunde zur Umbenennung enthüllten Tim Lobingers Kinder Fee Lobinger-Onstein und Tyger Lobinger die neue Tafel auf dem Campus.
- Foto: prl
Meckenheim (rep). Die Stadt hat das Leichtathletik-Areal am Schulcampus in Tim-Lobinger-Leichtathletik-Campus umbenannt. Vorausgegangen waren Überlegungen innerhalb von Politik und Verwaltung, Abstimmungen mit Verbänden sowie Gespräche mit der Familie des 2023 verstorbenen Ausnahmeathleten. In einer Feierstunde gedachten die Familie, Vertreter der Stadt und des Stadtsportverbands des mit nur 50 Jahren verstorbenen Leistungssportlers.
Mit 14 Jahren hatte Tim Lobinger regelmäßig in der Anlage des jetzigen Tim-Lobinger-Leichtathletik-Campus trainiert. Später, als erfolgreicher mehrfacher Meister im Stabhochsprung, hatte er für ein Meckenheimer Plakat Modell gestanden und gesagt: „Meckenheim ist eine gute Basis für den Sprung ganz nach oben“, erinnerte sich seine Schwester, Babett Lobinger in ihrer Ansprache. Kennzeichnend waren für ihren Bruder nicht nur der Wille zur guten Leistung. Er habe auch dem Nachwuchs Mut gemacht und konnte seine ansteckende Begeisterung für den Sport weitergeben, sagte sie. Vor allem habe er sein Wissen gerne auch geteilt, das sei im Leistungssport keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Martin Leupold, der als erster im Namen des Stadtsportbundes nach dem Tod des Athleten die Benennung einer Sportstätte nach dem Meckemer Spross beantragt hatte, sagte: „Wir erinnern uns nicht nur an seine Sprünge über sechs Meter, seine Titel und Rekorde. Wir erinnern uns an sein Lachen, an seine Präsenz, an diese besondere Ausstrahlung, die den ganzen Platz füllen konnte.“ Er hob Lobingers Leistungen als Sportler hervor, der es mit Talent, Disziplin und unerschütterlichem Willen aus der kleinen Stadt Meckenheim bis an die Weltspitze geschafft hatte. Außerdem erinnerte er daran, dass Tim Lobinger nicht nur in seinen guten Zeiten den Menschen zugewandt blieb. Der Athlet war mit seiner Krebserkrankung immer offen umgegangen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ariane Stech betonte in ihrer Rede: „Wir ehren heute einen Meckenheimer, der ein Ausnahmesportler war, eine imposante Erscheinung und eine charismatische Persönlichkeit.“ Als erster Deutscher habe er die Sechs-Meter-Marke übersprungen, er gewann eine Hallenweltmeisterschaft, zwei Mal die Halleneuropameisterschaft. An den Olympischen Spielen hatte er vier Mal teilgenommen und war Europavizemeister und mehrfacher Deutscher Meister.
Dennoch habe Tim Lobinger, den viele Meckenheimer persönlich gekannt hatten, nie die Bodenhaftung verloren. Bis zu seinem Lebensende war er der von seinen Eltern, Hans-Joachim Lobinger und Martin Lobinger, gegründeten Leichtathletikgemeinschaft Meckenheim treu geblieben, auch wenn sein Lebensweg ihn nach München geführt hatte.
In der Feierstunde zur Umbenennung enthüllten Tim Lobingers Kinder Fee Lobinger-Onstein und Tyger Lobinger die neue Tafel auf dem Campus. Musikalisch gestaltete das Bonner Saxophon Ensemble die Feierstunde.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |