Schildbürger am Werk
Was für ein Wirbel: Kölner Verwaltung ersetzt „Spielplatz“ – und fast alle flippen aus

Die Kölner Spielplatz-Posse schwappte sogar über die Grenzen der Stadt. | Foto: Symbolfoto: africa studio - stock.adobe.com
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  • Die Kölner Spielplatz-Posse schwappte sogar über die Grenzen der Stadt.
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Die Domstadt diskutiert über ein Wort. Ein einziges. Statt „Spielplatz“ soll es bald „Spiel- und Aktionsfläche“ heißen. Klingt technisch, klingt sperrig – und bringt die Stadtgesellschaft in Wallung. Zwischen Sprachpolitik, echten Problemen und echtem Spott droht das Thema zum Schildbürgerstreich zu werden. Und mittendrin: die Kinder, um die es eigentlich gehen sollte.

Eigentlich sollte es in einer Millionenstadt wie Köln wichtigere Themen geben. Doch aktuell tobt eine Debatte, die nicht nur für Kopfschütteln sorgt, sondern auch für schallendes Gelächter: Die Stadt will Spielplätze künftig „Spiel- und Aktionsflächen“ nennen. Und das, liebe Leser, ist kein verspäteter Aprilscherz.
Moderator und Komiker Guido Cantz kann sich ein Grinsen kaum verkneifen: „Herzlichen Glückwunsch, jetzt ist Köln auch offiziell die Hauptstadt der Bekloppten. So etwas hätte ich mir nicht mal für mein Comedyprogramm ,Komische Zeiten` ausdenken können,“ sagte er dem EXPRESS. Für viele klingt das Ganze tatsächlich wie eine schlechte Bütt-Nummer mitten im Sommerloch.
Die Verwaltung hat tatsächlich ein neues Design für die Schilder an rund 700 Kölner Spielplätzen vorgestellt. Der Begriff „Spielplatz“? Zu altbacken. Zu eng gedacht. Stattdessen: „Spiel- und Aktionsfläche“. Begründung: Inklusion, Diversität, Teilhabe. Die Plätze seien für alle da, nicht nur für Kinder. Jugendliche sollten sich ebenfalls willkommen fühlen. Und die alten Schilder würden das nicht ausreichend widerspiegeln.
Henriette Reker, Kölns Oberbürgermeisterin, kann da nur mit dem Kopf schütteln. „Ich habe angesichts der Herausforderungen, vor denen Köln steht, kein Verständnis dafür, dass sich die Verwaltung mit der Neugestaltung von Spielplatzschildern beschäftigt.“ Der Vorschlag soll nun im Stadtrat diskutiert werden. Denn klar ist: Eine solche Umbenennung darf nicht durch die Hintertür passieren.
Doch es gibt auch andere Stimmen. Maja Tölke vom Landesjugendring NRW verteidigt das Vorhaben. „Es geht nicht um die Meinung Erwachsener, sondern um Flächen, die vor allem von jungen Menschen genutzt werden.“ Kinder und Jugendliche seien in den Prozess eingebunden worden. Das neue Schild? Aus ihrer Sicht passend: „Das Wort ,Spiel´ bleibt, ,Aktionsfläche´ steht für Bewegung. Das ist wichtig für Jugendliche.“
Die Grünen im Rat sehen das ähnlich. „Die Bezeichnung mag unglücklich sein, aber das Anliegen ist wichtig: Spielplätze sind für Kinder und Jugendliche da“, sagt Ulrike Kessing, jugendpolitische Sprecherin. Tatsächlich sollen in den nächsten fünf Jahren 123 neue Spielplätze entstehen, 83 werden saniert. Bisheriger Kostenpunkt für das neue Schild-Design: 38.000 Euro.
Kritiker wie CDU-Kandidat Markus Greitemann sehen das anders. Er spricht von einem „Schildbürgerstreich erster Güte“. Statt in neue Schilder zu investieren, brauche Köln sichere Spielplätze, Schatten für heiße Sommertage und funktionierende Geräte. Auch Jochen Ott von der SPD findet klare Worte: „Ungepflegte Anlagen, abmontierte Rutschen, kein Sonnenschutz, zu viel Beton. Ist der Name auf dem Schild da wirklich unser größtes Problem?“

Kleines Schild, große Emotionen: Spielflächen sollen mit diesem Hinweis versehen werden.  | Foto: Stadt Köln
  • Kleines Schild, große Emotionen: Spielflächen sollen mit diesem Hinweis versehen werden.
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Und tatsächlich: Wer durch Köln geht, sieht nicht selten heruntergekommene Anlagen. Was Kinder brauchen, sind mehr Rutschen, Schaukeln, Seilbahnen. Keine neuen Begriffe. Kein Schilder-Wortsalat. Nur eins: mehr Platz zum Spielen.
Maja Tölke sieht es anders. „Die Formulierung ist bewusst offen gehalten. Junge Menschen brauchen Freiheiten, das ist wichtig für ihre Entwicklung.“ Und tatsächlich: Das neue Schild zeigt Figuren mit Skateboard, Ball oder Schaufel. Es soll keine Altersgruppe ausschließen. Am 4. September soll der Stadtrat entscheiden. Bleibt nur zu hoffen, dass am Ende nicht nur über Worte gestritten wird – sondern über das, was wirklich zählt: gute Spielplätze für unsere Pänz.

(Dieser Text wurde mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt, von der Redaktion bearbeitet und geprüft.)

Die Kölner Spielplatz-Posse schwappte sogar über die Grenzen der Stadt. | Foto: Symbolfoto: africa studio - stock.adobe.com
Kleines Schild, große Emotionen: Spielflächen sollen mit diesem Hinweis versehen werden.  | Foto: Stadt Köln
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