Köln reagiert auf extreme Trockenheit
Stadt Köln verbietet Wasserentnahme aus Bächen
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Die Trockenheit ist in Köln längst nicht mehr nur auf Wiesen und in Gärten zu sehen. Auch die Bäche im Stadtgebiet führen immer weniger Wasser, einige sind bereits ausgetrocknet. Jetzt zieht die Stadt die Konsequenz: Ab dem 18. Juni 2026 darf aus den Kölner Bächen kein Wasser mehr entnommen werden. Das betrifft vor allem Grundstückseigentümer, deren Gärten direkt an einem Fließgewässer liegen. Für Tiere, Pflanzen und die Gewässer selbst soll so verhindert werden, dass die Lage noch schlimmer wird.
Kölns Bäche stehen unter Druck. Nach den geringen Niederschlägen im Frühjahr leiden die Gewässer im Stadtgebiet schon jetzt unter extremer Trockenheit. Viele Bäche führen immer weniger Wasser, manche haben bereits gar keines mehr. Deshalb hat das Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln wie schon in den vergangenen Jahren eine Allgemeinverfügung erlassen: Die Entnahme von Wasser aus den Bächen im Kölner Stadtgebiet ist verboten.
Das Verbot gilt ab dem 18. Juni 2026, einen Tag nach der Veröffentlichung der Allgemeinverfügung. Besonders im Blick sind Grundstückseigentümer, deren Gärten direkt an einem der Fließgewässer liegen. Sie dürfen kein Wasser aus den Bächen entnehmen. Eine Entnahme mit elektrischen Pumpen ist ohnehin ohne wasserrechtliche Erlaubnis nicht zulässig.
Betroffen sind alle 24 offen verlaufenden Kölner Fließgewässer im links- und rechtsrheinischen Stadtgebiet. Auf der linken Rheinseite betrifft das Pletschbach, Frechener Bach, Duffesbach und Gleueler Bach. Dort gibt es wegen der örtlichen Gegebenheiten allerdings kaum Berührungspunkte mit privaten Anliegern. Anders sieht es rechtsrheinisch aus: Dort liegen häufiger privat genutzte Grundstücke direkt an den Bächen.
Wie angespannt die Lage ist, zeigt sich bereits am Selbach. Er ist rechtsrheinisch schon vollständig trocken. Auch andere Bäche auf der rechten Rheinseite, darunter Flehbach, Giesbach und Kurtenwaldbach, haben extrem niedrige Wasserstände. Selbst lokale und kurze Regenschauer können die Situation dort nicht nachhaltig entspannen.
Für Kölns Gewässer ist das mehr als ein optisches Problem. Wenn Wasser ungeregelt, uneingeschränkt und häufig entnommen wird, geraten Tier- und Pflanzenwelt weiter unter Druck. Auch die natürliche Selbstreinigung der Bäche wird gefährdet. Durch die niedrigen Wasserstände sinkt die Sauerstoffzufuhr, gleichzeitig steigt die Wassertemperatur. Das stört die Gewässerökologie und den Wasserhaushalt massiv und kann die Lebensräume der Tiere und Pflanzen im Wasser nachhaltig schädigen.
Die Stadt schätzt, dass im Kölner Stadtgebiet etwa 800 bis 900 Grundstückseigentümer an den Bächen betroffen sind. Die Regelungen gelten jeweils vom 1. Juni bis zum 31. Oktober eines jeden Jahres innerhalb des Gültigkeitszeitraums dieser Allgemeinverfügung. Die Verfügung gilt bis zum 31. Oktober 2030 und kann jährlich je nach Situation und Witterung angepasst werden.
Für viele Kölner bedeutet das: Wer direkt am Bach wohnt, muss bei der Gartenbewässerung umdenken. Denn das wenige Wasser, das noch in den Bächen fließt, soll dort bleiben, wo es dringend gebraucht wird – im Gewässer selbst. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |
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