Tigermücke: Köln warnt
So bremst du die Ausbreitung - Gesundheitsamt gibt Tipps für Hof und Balkon
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Sie ist klein, auffällig gestreift – und sie nervt besonders dann, wenn man draußen eigentlich seine Ruhe will: Die Asiatische Tigermücke. Im vergangenen Jahr wurde sie in vier Kölner Stadtteilen nachgewiesen, und in den nächsten Monaten kann sie wieder auftauchen. Das Gesundheitsamt der Stadt Köln rät jetzt: Wer Wasser auf dem eigenen Grundstück im Griff hat, nimmt der Mücke den Nachwuchs weg. Was das konkret heißt – und warum das nicht nur eine Frage des Komforts ist.
Die Asiatische Tigermücke ist in Köln kein reines Urlaubs-Mitbringsel mehr: Im vergangenen Jahr wurde sie in vier Kölner Stadtteilen nachgewiesen. Und weil die ersten Tigermücken meist im Frühjahr aus Überwinterungseiern schlüpfen, sobald die Temperaturen steigen, rechnet die Stadt in den kommenden Monaten wieder mit einem Auftreten. Dass sich die Art zunehmend ansiedeln kann, begünstigen nach Angaben der Stadt auch die immer milderen Winter.
Ursprünglich stammt die Tigermücke aus Südostasien. In den vergangenen 30 Jahren hat sie sich weltweit ausgebreitet und ist in Europa – bisher vor allem im Mittelmeergebiet, aber auch in einigen Regionen in Deutschland – durch die klimatischen Bedingungen heimisch geworden. Für Köln heißt das: Wer im Garten, auf dem Balkon oder im Innenhof Wasser stehen lässt, bietet der Mücke im Zweifel genau das, was sie braucht.
Das Gesundheitsamt setzt deshalb vor allem auf Hilfe aus der Nachbarschaft – und auf einfache Gewohnheiten. Der beste Schutz sei, mögliche Brutstätten auf dem eigenen Grundstück zu beseitigen. Konkret bedeutet das: Wasseransammlungen, zum Beispiel in Blumentopfuntersetzern, Eimern oder Gießkannen, sollten einmal pro Woche ausgeschüttet werden. Gießkannen, Eimer, Blumenkübel oder andere Gegenstände, in denen sich Wasser sammeln kann, sollten umgedreht, abgedeckt oder so gelagert werden, dass kein Regenwasser hineinläuft. Wird ein Befall festgestellt, rät die Stadt, Wasserbehälter zu leeren und sie gründlich zu reinigen – mit heißem Wasser von mindestens 60 Grad Celsius und kräftigem Abschrubben.
Wasserstellen sind für viele Tiere überlebenswichtig, sagt die Stadt – sie sollen also nicht einfach verschwinden. Aber von Anfang April bis Anfang Oktober sollten solche Stellen mindestens einmal pro Woche gereinigt und neu befüllt werden. Auch Regenrinnen gehören auf die Liste: Wer sie regelmäßig von Laub und Schmutz befreit, sorgt dafür, dass Wasser ablaufen kann. Und größere Behälter wie Regentonnen sollten lückenlos gesichert werden: Alle Öffnungen lassen sich mit einem engmaschigen Mückennetz oder einem Deckel verschließen.
Wenn als Brutstätten erkannte Wasseransammlungen in Gebieten mit nachgewiesenen Tigermücken nicht beseitigt werden können, nennt die Stadt eine weitere Möglichkeit: Die verbliebenen Brutmöglichkeiten können 14-täglich mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese Tabletten enthalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist.
Wer wissen will, worauf er achten muss, bekommt vom Gesundheitsamt auch eine Beschreibung fürs Auge. Die Asiatische Tigermücke ist mit drei bis acht Millimetern kleiner als viele andere Mückenarten. Sie trägt ein auffälliges Schwarz-Weiß-Muster am ganzen Körper, dazu eine markante weiß-silbrige Linie, die mittig über Kopf und Rücken verläuft. Typisch sind außerdem die „weißen Schuhe“: Das hinterste Beinpaar endet mit weißer Spitze. Allerdings warnt die Stadt: Trotz dieser Merkmale kann die Tigermücke leicht mit heimischen Arten verwechselt werden.
Was Kölner vor allem merken dürften: Es ist eine sehr stechfreudige Mücke. Sie ist nicht nur in der Dämmerung aktiv, sondern bevorzugt tagsüber unterwegs – und das kann den Aufenthalt im Freien spürbar zur Belästigung machen. Nach einem Stich unterscheiden sich die Beschwerden laut Stadt nicht von anderen Mückenstichen: Rötung, Schwellung, Juckreiz.
Gleichzeitig geht es nicht nur um juckende Arme. Die Asiatische Tigermücke kann Virusinfektionen wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen. Wichtig dabei: Die Mücke trägt die Erreger nicht von Natur aus in sich. Damit sie sie weitergeben kann, muss sie zunächst einen infizierten Menschen stechen. Solche Infektionen werden regelmäßig bei Reiserückkehrenden aus betroffenen Gebieten festgestellt. In Deutschland ist es bislang noch nicht zu einer lokalen Übertragung dieser Viren gekommen – nach Angaben der Stadt steigt das Risiko jedoch mit der Vermehrung und Verbreitung der Tigermücke. (bn.)
Balkon, Hof und Garten vom Gesundheitsamt. #Köln #Tigermücke
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |
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