Hilfen in der Kälte
Seit 20 Jahren bietet die Stadt Winterhilfen für Wohnungslose

Schutz für Menschen, die auf Kölns Straßen leben (v.l.): Margarete July (Leiterin Reso-Dienste), Miriam Brodtke (SKF), Anette Dreher (SKF), Ralf Promper (SKM), sowie Marion Menrath, Ulrike Staat-Hasenberg, Eva Heinen und Marita Miebs von den Reso-Diensten.
  • Schutz für Menschen, die auf Kölns Straßen leben (v.l.): Margarete July (Leiterin Reso-Dienste), Miriam Brodtke (SKF), Anette Dreher (SKF), Ralf Promper (SKM), sowie Marion Menrath, Ulrike Staat-Hasenberg, Eva Heinen und Marita Miebs von den Reso-Diensten.
  • Foto: König
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KÖLN - (kg). Sie gehen raus, wenn es frostig und unangenehm ist.
„Kältegänge“ heißen die Hilfen, die Margarete July, ihre
Mitarbeiter, sowie Ehrenamtliche anbieten.

Rund 200 Wohnungslose leben auf Kölns Straßen. Die Zahl ist eine
Schätzung, gezählt werden die Menschen nicht, die ihr Hab und Gut
das ganze Jahr über an Geschäftsstraßen, unter Brücken und am Dom
ausbreiten, dort schlafen und leben. „Wir fragen die Menschen, wie
es ihnen geht, beraten sie und weisen auf die Möglichkeit warmer
Schlafstätten hin“, sagt July. Ihre Klientel kennt die rund 35
Mitarbeiter und Helfer, die in den Abendstunden in Zweierteams und
klar erkennbar mit neongelben Westen unterwegs sind. „Die sind froh,
angesprochen zu werden. Sie begrüßen uns und schätzen diese
Anteilnahme“. Die Kältegänge entstanden durch den eisigen Winter
1996//97 und wurden zum Beispiel während der europaweiten Kältewelle
in 2012 bitter nötig. „Im ersten Jahr wurden im damaligen
Johanneshaus am Hauptbahnhof die Tiefgaragen des Amtes geöffnet“,
erzählt July, seit 14 Jahren bei den Reso-Diensten des Sozialamtes
und Chefin von 44 Mitarbeitern. In diesem Winter wird zusätzlich und
witterungsabhängig ein Haus in der Thieboldsgasse 96 mit 70
Schlafplätzen von 19 bis 8 Uhr für Frauen und Männer geöffnet, die
kein Einkommen und keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben. Zudem
werden rund 20 zusätzliche Notschlafstellen eingerichtet. Prinzipiell
steht Obdach- und Wohnungslosen das ganze Jahr über eine Reihe von
Angeboten zur Verfügung, darunter mehrere Kontakt- und
Beratungsstellen, 61 Notschlafstellen, 381 niedrigschwellige und 217
betreute Wohnplätze, 228 stationäre Hilfen und 753 weitere Plätze
der Ordnungsbehörden.
Mit solchen Hilfen wird zum einen dem Bedürfnis nach Barmherzigkeit
nachgegangen, zudem ist eine Kommune verpflichtet, Obdachlosigkeit zu
verhindern. Die Winterhilfe sorgt dafür, damit es möglichst keine
Kältetote gibt. In Köln gab es keine in den Winterjahren 2010/2011
und 2011/2012, aber zwei Tote im Winter 2013. Sie wurden auf die
Witterung und massive gesundheitliche Erkrankungen zurückgeführt.
Die Kältegänge basieren auf den Erfahrungen der Mitarbeiter und auf
der 24 Stunden-Hotline-Nummer 0221/ 47455545 vom Haus Rupprechtstraße
Köln gGmbH. Dort können Bürger anrufen und auf Menschen hinweisen,
die bei Minustemperaturen draußen schlafen. July und die Mitarbeiter
sind unter sozialamt.resodienste@stadt-koeln.de erreichbar. Nähere
Infos im Internet unter „Winterhilfe Stadt Köln“. Beim Sozialamt
im Kalk Karree (Ottmar-Pohl-Platz 1) ist zudem eine Broschüre mit
weiterführenden Hilfen erhältlich.

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RAG - Redaktion

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