Leserreporter*innen veröffentlichen ihre Beiträge nicht als Mitglied der Redaktion.

Texte der Leserreporter*innen sind nicht von der Redaktion beauftragt und geben deshalb auch nie die Meinung der Redaktion oder des Verlages wieder. Beiträge von Leserreporter*innen werden im Sinne der freien Meinungsäußerung von der Redaktion nicht zensiert oder redigiert (redaktionell bearbeitet). Es steht den Usern unserer Portale frei, Beiträge im Sinne der AGB zu kommentieren und/oder die Verfasser*innen der Beiträge direkt zu kontaktieren.

Hochklassiges Gemeinschaftskonzert in Trinitatis
Mit den Jugendakkordeonorchestern Nordrhein-Westfalen und der Schweiz

Finale des Gemeinschaftskonzertes in der Trinitatiskirche mit den Jugendakkordeonorchestern des Landes Nordrhein-Westfalen und der Schweiz unter Leitung von Peter Lohmar bzw. Yvonne Glur.  | Foto: Anita Brandtstäter
  • Finale des Gemeinschaftskonzertes in der Trinitatiskirche mit den Jugendakkordeonorchestern des Landes Nordrhein-Westfalen und der Schweiz unter Leitung von Peter Lohmar bzw. Yvonne Glur.
  • Foto: Anita Brandtstäter
  • hochgeladen von Anita Brandtstäter

Köln. Ein außergewöhnliches Konzertprojekt zweier Spitzen-Auswahlorchester begeisterte das Publikum in der gut gefüllten Trinitatiskirche in Köln: Das LandesJugendAkkordeonOrchester Nordrhein-Westfalen und das Nationale Jugendakkordeonorchester der Schweiz präsentierten in einer gemeinsamen Konzertmatinee Akkordeonmusik auf höchstem Niveau – anspruchsvoll, klanggewaltig und voller musikalischer Leidenschaft.

Den Auftakt gestalteten die Gastgeber des LandesJugendAkkordeonOrchesters Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von Peter Lohmar. Die Begrüßung übernahm Sebastian Ohlheiser, der gemeinsam mit Lohmar die organisatorische Leitung des Auswahlorchesters innehat. 

Mit der „Festival-Ouvertüre“ von Rudolf Würthner eröffnete das gut besetzte Ensemble eindrucksvoll ds Konzert. Das Werk des legendären Komponisten und Dirigenten des Orchesters des Hauses Hohner entfaltete in der besonderen Akustik der Trinitatiskirche seine ganze klangliche Strahlkraft. Es folgte mit „Traumfetzen“ von Janin Janke eine zeitgenössische Originalkomposition der Höchststufe. Das Werk wurde mit dem Wolfgang-Jacobi-Kompositionspreis 2023 ausgezeichnet und im selben Jahr vom Bundesakkordeonorchester in Nürnberg uraufgeführt. Gleichzeitig ist es Pflichtstück beim Wettbewerb für Auswahlorchester am 14. November in Osnabrück. Das Orchester meisterte sowohl die komplexe Tonsprache, die unterschiedliichen Teile und die technischen Anforderungen mit bemerkenswerter Präzision und Ausdruckskraft.

Aus der Suite „Kingdoms“ von Ian Watson erklangen anschließend die ersten drei Sätze. Watson hatte das Werk 2025 beim World Music Festival in Innsbruck mit dem London Accordion Orchestra uraufgeführt. Die musikalischen Charakterbilder von England, Wales und Schottland verbanden zeitgenössische Tonsprache mit atmosphärischen Anklängen an sinfonische Filmmusik. Zum Abschluss des ersten Konzertteils präsentierte das Orchester mit den Schlusssätzen „Berceuse“ und „Final“ aus Igor Strawinskys Ballettsuite „Der Feuervogel“ ein anspruchsvolles klassisches Arrangement. Gerade im brillanten Finale zeigte das Orchester eindrucksvoll seine musikalische Reife und Virtuosität.

Peter Lohmar dankte den jungen Musikerinnen und Musikern ausdrücklich für ihr Engagement. Erst zwei Probenwochenenden hätten zur Vorbereitung zur Verfügung gestanden. Ziel des aktuellen Projektes sei neben dem Wettbewerb für Auswahlorchester in Osnabrück - insgesamt werden dort 25 Auswahlorchester in neun Wettbewerbskategorien antreten - auch das anschließende Saisonabschlusskonzert. 

Nach einer kurzen Umbaupause nahm das Nationale Jugendakkordeonorchester der Schweiz unter der Leitung von Yvonne Glur Platz. Die Begrüßung und Dankesworte übernahm Präsident Jarik Suter. Yvonne Glur erläuterte die Zielsetzung des Orchesters. Da es vergleichsweise wenige Jugendliche gebe, die Akkordeon spielen, sei die Vernetzung besonders wichtig. Gemeinsames Musizieren und internationale Projekte sollten Begeisterung für das Instrument fördern. Im April hatte das Orchester gerade ein internationales Festival im schweizerischen Olten organisiert. Das Jugendakkordeonorchester, dessen Mitglieder zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, hatte 2025 beim World Music Festival in Innsbruck den 4. Platz in der Höchststufe erreicht. Die hohe Qualität des Orchesters war auch in Köln eindrucksvoll zu erleben. Das Projektjahr 2026 hatte bereits im November 2025 begonnen – mit dem Gemeinschaftskonzert in Köln als zentralem Ziel im Rahmen einer Konzertreise vom 23. bis 26. Mai.

Bereits das Eröffnungswerk nutzte die besondere Akustik der hohen Hallenkirche eindrucksvoll aus: Johann Sebastian Bachs berühmte „Toccata und Fuge d-Moll“ entfaltete mit dem etwa 20 Mitglieder starken Akkordeonorchester eine beeindruckende klangliche Monumentalität. Mit „Meditationen und Allegro in D“ von Lutz Stark folgte ein zeitgenössisches Werk voller Kontraste – von ruhigen, fast meditativen Passagen bis hin zu hochvirtuosen und rhythmisch energiegeladenen Abschnitten.

Yvonne Glur erläuterte die Zielsetzung des Orchesters. Da es vergleichsweise wenige Jugendliche gebe, die Akkordeon spielen, sei die Vernetzung besonders wichtig. Gemeinsames Musizieren und internationale Projekte sollten Begeisterung für das Instrument fördern. Im April hatte das Orchester ein internationales Festival im schweizerischen Olten organisiert. Das Nationale Jugendakkordeonorchester der Schweiz, dessen Mitglieder zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, hatte 2025 beim World Music Festival in Innsbruck den 4. Platz in der Höchststufe erreicht. Die hohe Qualität des Orchesters war auch in Köln eindrucksvoll zu erleben. Das Projektjahr 2026 hatte bereits im November 2025 begonnen – mit dem Gemeinschaftskonzert in Köln als zentralem Ziel einer Konzertreise vom 23. bis 26. Mai.

Ein besonderes Highlight der Matinee war die Auftragskomposition „Rechts und links“ von Christoph Pfändler für Hackbrett und Akkordeonorchester. Die Akkordeonstimmen sind nämlich für beide Hände geschrieben - links für MIII. Der Solopart wurde von Emanuel Krucker interpretiert. Die ungewöhnliche Kombination aus zeitgenössischer Tonsprache, rhythmischer Raffinesse und dem charakteristischen Klang des Hackbretts verlieh dem Werk stellenweise beinahe einen Jahrmarkt-Charakter. Das Publikum reagierte begeistert und honorierte die Darbietung mit den ersten Standing Ovations des Tages. Virtuos und effektvoll ging es weiter mit Franz Liszts „Grand Galop chromatique“, der vom Orchester mit enormer Spielfreude und technischer Brillanz umgesetzt wurde – erneut honoriert mit stehenden Ovationen. Als charmanten Ausklang sangen die Gäste anschließend noch zwei traditionelle Volkslieder mit "klassischer" Hackbrett-Begleitung - ganz ohne Akkordeon.

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause versammelten sich schließlich beide Orchester zu einem großen Finale im Altarraum der Trinitatiskirche – etwa 50 junge Musikerinnen und Musiker gemeinsam auf der Bühne. Unter Leitung von Peter Lohmar erklang zunächst mit beeindruckender Klangfülle Musik von John Williams aus dem Film „Jurassic Park“, bevor Yvonne Glur mit „Sandstorm“ des finnischen DJs Darude für einen elektrisierenden Abschluss sorgte: pulsierend, energiegeladen und technisch anspruchsvoll.

120 Minuten Akkordeonmusik auf allerhöchstem Niveau begeisterten das Publikum – überwiegend Kennerinnen und Kenner der Szene, die die musikalische Qualität und die außergewöhnliche Programmgestaltung entsprechend zu würdigen wussten. Gerade die Mischung aus zeitgenössischer Originalliteratur, sinfonischen Arrangements und virtuosen Konzertwerken machte dieses Konzert zu einem eindrucksvollen Erlebnis - richtungsweisen für die Zukunft des Akkordeons im orchestralen Bereich.

LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

Webseite von Anita Brandtstäter
Anita Brandtstäter auf Facebook
Anita Brandtstäter auf Instagram

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

18 folgen diesem Profil

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.