Anzeige per Videochat
Polizei Köln startet Testlauf für neuen Service
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Die Polizei Köln will Strafanzeigen künftig auch per Videochat entgegennehmen. Mit dem neuen Angebot erweitert sie ihren Service zusätzlich zur Onlineanzeige und zur Anzeigenerstattung auf der Wache. Nach Angaben der Behörde sollen dadurch auch die Qualität der Anzeigen verbessert und die Bearbeitung beschleunigt werden.
Die Testphase startet heute, am 27. April, zunächst für Bürgerinnen und Bürger, die in den Polizeiwachen Ehrenfeld, Weiden, Chorweiler und Nippes Anzeige erstatten möchten. Möglich ist die Videoanzeige außer an Feiertagen montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr sowie donnerstags und freitags von 8 bis 20 Uhr. Wer den Service nutzt, kann sich unter Umständen Wartezeit auf der Wache ersparen.
Wer Interesse hat, wird nach dem Scannen eines in den Wachen aushängenden QR-Codes durch mehrere Fragen geführt. So soll sichergestellt werden, dass sich der jeweilige Fall überhaupt für eine Anzeigenerstattung per Videochat eignet. Das Angebot ist auf Strafanzeigen leichter Kriminalität beschränkt, etwa bei Diebstahl, leichten Betrugsdelikten, Sachbeschädigungen oder Beleidigungen.
Voraussetzung ist zudem, dass keine physischen Beweisgegenstände vorliegen. Die Tat muss in Köln oder Leverkusen passiert sein. Bei Delikten im Internet gilt stattdessen, dass die anzeigenerstattende Person ihren Wohnsitz in Köln oder Leverkusen haben muss. Der Service steht derzeit nur in deutscher Sprache zur Verfügung. Außerdem müssen sich Anzeigenerstattende mit einem gültigen Lichtbildausweis identifizieren, die Datenschutzbedingungen akzeptieren und über die notwendige Technik verfügen.
Sind alle Bedingungen erfüllt, gelangen Nutzerinnen und Nutzer in einen virtuellen Warteraum. Sobald eine Polizistin oder ein Polizist für die Anzeigenaufnahme zur Verfügung steht, wird die Anzeige in einem separaten Videochat aufgenommen.
Die Polizei weist darauf hin, dass in der Testphase nur begrenzte Kapazitäten zur Verfügung stehen und nicht von Beginn an alles reibungslos laufen dürfte. Wer den Service nutzt, hilft nach Angaben der Behörde dabei, Abläufe und Technik zu testen und mögliche Verbesserungen anzustoßen. Nach der Anzeigenaufnahme können Teilnehmende ihre Erfahrungen zudem in einer Umfrage mitteilen. In Notfällen oder bei schwerwiegenden Delikten gilt weiterhin: sofort die 110 wählen.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |