40 Durchsuchungen, drei Festnahmen
Ermittler nehmen mutmaßliche Gold-Schmuggler ins Visier
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Mit einem Großeinsatz gegen ein international agierendes mutmaßliches Geldwäschenetzwerk haben deutsche und niederländische Ermittler am Mittwoch, 7. Oktober, rund 40 Objekte durchsucht und drei Verdächtige festgenommen. Etwa 450 Kräfte von Polizei und Zoll waren im Einsatz. Die Maßnahmen fanden unter anderem in Köln, Wuppertal, Leverkusen, Gelsenkirchen, Viersen, Berlin, im niederländischen Friesland und im Raum Rotterdam statt. Unterstützt wurden die Behörden von Europol.
Die Ermittlungen stehen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Köln. Auslöser war ein Fund Ende Oktober 2023 auf der A3 in Niederbayern: Bei einer verdachtsunabhängigen Kontrolle eines Fahrzeugs aus dem Raum Dortmund stellten Fahnder in einem präparierten Versteck mehr als 55 Kilogramm Gold und knapp eine halbe Million Euro Bargeld sicher. In dem gesonderten Verfahren wurden Gold und Bargeld im Wert von mehr als vier Millionen Euro rechtskräftig eingezogen.
Nach den bisherigen Ermittlungen sollen mehrere Männer im Alter von 43 bis 59 Jahren arbeitsteilig ein Netzwerk betrieben haben, das Geldwäsche und Schmuggel als Dienstleistung für Dritte anbot. Die Gruppierung soll jährlich Bargeld aus Straftaten in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe verschleiert und unter Umgehung staatlicher Kontrollen in die Türkei transferiert haben. Die Gelder sollen überwiegend aus dem Handel mit Betäubungsmitteln stammen.
Nach Darstellung der Ermittler wurde das Bargeld unter anderem für den Ankauf von Alt- und Schrottgold bei mutmaßlich involvierten Juwelieren verwendet, vor allem in Köln und Nordrhein-Westfalen. Das Gold soll anschließend eingeschmolzen und zu Barren verarbeitet worden sein. Diese sollen mit speziell präparierten Fahrzeugen auf dem Landweg oder per Flugzeug in die Türkei gelangt sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe innerhalb von sechs Jahren zwischen mehr als einer und vier Tonnen Gold im Gesamtwert von etwa 55 bis 210 Millionen Euro in die Türkei gebracht haben könnte.
Bei den aktuellen Durchsuchungen stellten die Einsatzkräfte zahlreiche digitale Datenträger und Unterlagen, Bargeld im hohen fünfstelligen Bereich, rund 800 Gramm Schmelzgold, eine mutmaßliche Schmuggelweste und einen Schmuggelgurt sicher. Außerdem beschlagnahmten sie zwölf Fahrzeuge und ein Motorrad. In zwei Fahrzeugen entdeckten die Ermittler professionell eingebaute Schmuggelverstecke. Acht der Fahrzeuge sollen gepfändet werden; zudem wurde eine Zwangssicherungshypothek in Höhe von zwei Millionen Euro eingezogen.
Festgenommen wurden ein 46-jähriger türkischer Staatsangehöriger aus dem Raum Wuppertal, ein 45-jähriger türkischer Staatsangehöriger aus Übach-Palenberg und ein 43-jähriger türkischer Staatsangehöriger aus dem Raum Remscheid. Gegen insgesamt 24 Beschuldigte wird ermittelt. Die Festgenommenen sollen noch am Mittwoch Ermittlungsrichtern vorgeführt werden. Die Verfahren richten sich unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung, banden- und gewerbsmäßiger Geldwäsche sowie gewerbsmäßigen Schmuggels. Die Ermittlungen dauern an; für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |