Entweihung der Kirche in Manheim
„Für Manheimer ist dies ein sehr schwerer Tag“

Rund um die Manheimer Pfarrkirche St. Albanus und Leonhardus sind alle Häuser bereits leer und verlassen. Auch die Kirche soll abgerissen werden.
  • Rund um die Manheimer Pfarrkirche St. Albanus und Leonhardus sind alle Häuser bereits leer und verlassen. Auch die Kirche soll abgerissen werden.
  • Foto: Zingsheim
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Kerpen-Manheim - (zi) Die Kirche St. Albanus und Leonhardus in Kerpen-Manheim wird mit
einem Gottesdienst am kommenden Samstag, 18. Mai, 17.15 Uhr,
profaniert, also entweiht. Sie soll abgerissen werden.

In dem letzten Gottesdienst in der Kirche wird ein Schreiben des
Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki verlesen, wonach die
Kirche in Manheim außer Dienst gestellt und nicht mehr für
kirchliche Zwecke genutzt werden soll. Der Erzbischof folge damit der
Bitte der gewählten Gremien der katholischen Pfarrgemeinde, nachdem
er vorher verschiedene Gremien auf Bistumsebene befragt und um
Zustimmung gebeten habe.

Der Abriss des Gotteshauses ist in den Konflikt um die Fortsetzung des
Tagebaus Hambach geraten, und Tagebaugegner fordern längst, dass die
Kirche als Symbol stehen bleiben soll. Allerdings ist das Dorf fast
komplett umgesiedelt und zum Großteil bereits abgerissen. Ein Teil
der Häuser wurde auch deshalb vorzeitig abgerissen, weil Aktivisten
die leerstehenden Häuser teilweise besetzt hatten.

„Kirche muss da sein, wo die Menschen sind“, erklärt Möers, der
den Gottesdienst leiten wird. Der größte Teil der Gemeindemitglieder
- rund 94 Prozent - wohnt schon in Manheim-neu. Dort treffen sie sich
derzeit in einer größeren Gartenhütte jede Woche zu Gottesdiensten,
zum „Hüttencafe“ und zu Bastelangeboten.

Doch die Gemeinde hofft auf größere Räume. Noch in diesem Jahr soll
mit dem Bau einer neuen Kirche mit Gemeindezentrum begonnen werden. In
die neue Kirche sollen Teile der alten integriert werden. Altar,
Kreuz, Taufstein, Fenster und Kirchenbänke sollen nach Manheim-neu
umziehen. Voraussetzung für die Entnahme dieser Teile aus der alten
Kirche ist die Profanierung. Daher ermöglicht die Profanierung den
Neuanfang für die Gemeinde in Manheim-Neu.

Im Gottesdienst am 18. Mai will sich die Gemeinde von dem alten Ort
verabschieden. „Wir erinnern uns an Anlässe in der Kirche, sowohl
frohe wie Taufen und Hochzeiten, als auch traurige wie
Beerdigungen“, sagt Pfarrer Möers. Gemeindemitglieder werden
Geschichten aus der Kindheit erzählen. „Durch die Erinnerungen soll
der Ort lebendig bleiben. Denn Erinnerungen können geteilt werden und
bleiben, während Mauern und Steine irgendwann zerfallen“, so
Möers.

Dem Pfarrer ist wichtig, dass in diesem Gottesdienst ganz der Abschied
der Gläubigen von ihrer Kirche im Mittelpunkt steht: „Für
Manheimer ist dies ein sehr emotionaler und schwerer Tag, den wir mit
Gott begehen wollen.“

Den Gottesdienst mit der Gemeinde leitet Pfarrer Ludger Möers.
Weitere Priester sind die Pfarrer Thomas Oster und Franz-Josef Pitzen,
beide Pfarrvikare im Seelsorgebereich Kerpen Süd-West. Pfarrer
Joachim Federhen war drei Jahre als Kaplan in Manheim tätig, Pfarrer
Alfons Holländer war lange Jahre als Diakon in der Gemeinde tätig.

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RAG - Redaktion

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