Karate
Kampfkunst und Gemeinschaft

Alle 95 Trainingsteilnehmer*innen sind gut drauf.  | Foto: we
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  • Alle 95 Trainingsteilnehmer*innen sind gut drauf.
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Hardtberg (red). „Ki-Ai!“ – der Kampfschrei der Karateka hallt durch die Hardtberghalle. Der älteste Karateclub Bonns, der „Karate Club Bonn I“, hat zu einem Lehrgang eingeladen. Rund 95 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, vom Nachwuchs bis zu erfahrenen Kämpfern, trainieren dort gemeinsam.

In einer separaten Gruppe zeigt Prof. Dr. Sigi Wolf, Träger des 9. Dan, präzise Techniken für Fortgeschrittene. Die Karateka schätzen seine ruhige, humorvolle Art – und seine überlegene Technik.

„Karate ist auch im fortgeschrittenen Alter der ideale Sport, um fit und gesund zu bleiben“, sagt Harald Zschammer, Vorsitzender des Clubs. Er selbst ist seit 50 Jahren Mitglied, 37 davon im Vorstand. „Man bleibt beweglich, schult Koordination und Körpergefühl – und das mit Spaß“, ergänzt Trainer Marc Janott. Der eigentliche Kampf spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um Selbstwahrnehmung, Respekt und Gemeinschaft.

Der elfjährige Jonathan sieht das anders: „Ich mache Karate, um mich verteidigen zu können.“ Tatsächlich bedeutet der Begriff „Karate“ übersetzt „leere Hand“ – und bereitet auf Selbstverteidigung vor. Doch das Ziel ist nicht der Sieg über den Gegner, sondern das eigene Wachstum. „Die Wiederholung von Bewegungsabläufen, die Kata, schult Körper und Geist“, sagt Marc, der hauptberuflich Informatiker ist. „Man konzentriert sich ganz auf sich selbst.“

Wettkämpfe stehen im Karate Club Bonn I nicht im Mittelpunkt. Es geht um den Weg – das „Do“ – und um Gemeinschaft. „Machtgehabe ist hier fehl am Platz“, betont Janott. „Alpha-Tiere sortieren sich meist von selbst aus.“

Der Verein trainiert zweimal wöchentlich in der Sporthalle der Till-Eulenspiegel-Schule. Anfänger sind jederzeit willkommen – unabhängig vom Alter. Vereins-Mitbegründer Hans Olck trainierte noch bis ins hohe Alter, ehe er kürzlich mit 93 Jahren verstarb. Co-Gründer Wilfried Schulz ist weiterhin aktiv.

Beim Lehrgang wurde der langjährige Vorsitzende Harald Zschammer vom Landesverband für sein Engagement ausgezeichnet. Statt eines persönlichen Geschenks wünschte er sich für den Verein einen Defibrillator – für den Notfall beim Training.Der Zusammenhalt im Verein beeindruckt: Alt und Jung, Anfänger und Erfahrene trainieren gemeinsam – mit Respekt, Konzentration und einem lauten „Ki-Ai“.

Alle 95 Trainingsteilnehmer*innen sind gut drauf.  | Foto: we
Der 9. Dan zeigt, wie‘s geht.  | Foto: we
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