Frühlingsfest des Löschzugs Stadt
Feuerwehr hautnah erleben
- Julius Schmidt (9,r.) und Joris Hoppe (8) von der Kinderfeuerwehr „Löschraketen“ im Cockpit eines Rettungstransportwagens
- Foto: Michael Kupper
Gummersbach. Viel Spaß hatten die Kinder am letzten Sonntag auf dem Frühlingsfest des Löschzugs Stadt der Freiwilligen Feuerwehr Gummersbach. Sie durften sich nach Herzenslaune in der neuen Hüpfburg des Vereins Rettung Oberberg austoben, die dem „Clinomobil“ von 1963 nachempfunden wurde, dem ersten Rettungswagen des Oberbergischen Kreises.
Gleich nebenan stand ein aktueller Rettungstransportwagen, für den sich Julius Schmidt (9) und Joris Hoppe (8) von der Kinderfeuerwehr „Löschraketen“ interessierten. Den Knopf, um das Blaulicht einzuschalten, hatten die beiden sofort gefunden. Die Jungs berichteten, dass sie schon gelernt haben, wie eine stabile Seitenlage funktioniert, wie man einen Verband anlegt und wie Schläuche ausgerollt werden. Joris erklärte: „Ich möchte Feuerwehrmann werden, weil es Spaß macht und außerdem will ich anderen Leuten helfen.“
Seit mehr als zehn Jahren präsentieren die Kameraden ihre Fahrzeuge und Geräte auf dem Frühlingsfest, um der Öffentlichkeit die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr näherzubringen – ganz im Sinne ihres Slogans „Deine Stadt, deine Feuerwehr“. Einheitsführer Simon Mecke schilderte, dass beim Löschzug Stadt derzeit 44 engagierte Frauen und Männer neben ihrem Beruf ehrenamtlich Dienst in der Feuerwehr leisten. Im letzten Jahr hatte es rund 220 Einsätze gegeben. Im Bereich Technische Hilfeleistung zeigte Oliver Nehring, Maschinist des Rüstwagens, Anwendungsmöglichkeiten von Spezialgerät. Er lud die Gäste ein, das ausgestellte Material anzufassen und genau unter die Lupe zu nehmen. Am Hilfslöschfahrzeug beschrieb Markus Bosch den „Hydrofix“ als meistgenutztes Gerät bei Kleinbränden oder Erkundungen. Der mit Druckluft beaufschlagte Wasserbehälter als Nachfolger der Kübelspritze eigne sich hervorragend, um etwa Papierkörbe oder Mülltonnen zu löschen.
Bei der Jugendfeuerwehr gab es Schlauchkegeln für die Kinder und das Zielen mit einem Strahlrohr auf ein „Spritzenhäuschen“. Social-Media-Beauftragter Leonard Milbaer erläuterte, dass ausgediente Pressluftatmer zu Übungszwecken verwendet werden: „Zuletzt haben wir damit auf dem Bernberg geübt, wo ein Haus mit Nebelmaschinen völlig verraucht war.“
Nach einem Rundgang war für viele erst einmal eine Stärkung angesagt. Die gab es mit traditioneller Erbsensuppe, Imbissgerichten und einem ausladenden Kuchenbüfett. Ein kleiner Berg Lebensmittel war auch am Stand der Nofallvorsorge aufgebaut. Dort demonstrierte Matthias Kritzler vom Bevölkerungsschutz, in welchem Umfang es im Privathaushalt sinnvoll ist, Ausstattung, Verpflegung und Getränke für den Ernstfall vorzuhalten: „Sehr zu empfehlen ist auch ein Notfallrucksack, in dem die wichtigsten Dokumente und Kopien von Ausweisen griffbereit mitgenommen werden können.“
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |