Geflüchtete in Bornheim
Große Hilfsbereitschaft

Flagge zeigen für die Ukraine: Anfang März kamen mehr als 500 Bürger auf dem Peter-Fryns-Platz zu einer Friedensdemo zusammen.
  • Flagge zeigen für die Ukraine: Anfang März kamen mehr als 500 Bürger auf dem Peter-Fryns-Platz zu einer Friedensdemo zusammen.
  • Foto: Frank Engel-Strebel

Bornheim (fes). Auch in der Stadt Bornheim steigt die Zahl an Geflüchteten, die vor dem Angriffskrieg Putins in der Ukraine Schutz suchen. Waren es Mitte März noch 150 (meist Frauen und Kinder), so sind es mittlerweile etwa 350 Geflüchtete. Bornheims Sozialdezernentin Alice von Bülow ging in der jüngsten Sitzung des Integrationsausschusses davon aus, dass es bis zu 600 Menschen werden könnten. „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Die Verwaltung arbeitet auf Hochtouren. Für uns alle ist dies sehr kräftezehrend.“ Dank sagte von Bülow dafür, dass sich wie schon bei der Flüchtlingswelle 2015/16 rasch viele Ehrenamtler gefunden haben, die helfen: „Das ist unglaublich.“ Seit mehr als einem Monat gibt es bereits im Bornheimer Jugend-Treff ein Willkommensangebot. Nach und nach bilden sich in den Stadtteilen weitere Helfergruppen. Der größte Teil der Schutzsuchenden konnte bislang privat unterkommen. Knapp hundert befinden sich derzeit in städtischen Einrichtungen, sowohl in Wohnungen, die im Eigentum der Stadt sind, als auch in den Containeranlagen. Als Erstaufnahmestation wurde die Turnhalle der Johann-Wallraf-Grundschule eingerichtet.

Mit größter Sorge blickt von Bülow auf die Schulen und Kitas. Sobald ukrainische Kinder in einer deutschen Kommune registriert sind, unterliegen sie der Schulpflicht. Derzeit geht es um rund 50 Schüler. Nach den Osterferien werden an allen Bornheimer Grundschulen geflüchtete Mädchen und Jungen beschult werden. Die viel größere Herausforderung sieht die Beigeordnete bei den weiterführenden Schulen: „Wir platzen jetzt schon aus allen Nähten. Wir wissen einfach nicht mehr wohin mit den Kindern. Uns fehlt ja auch eine weitere weiterführende Schule in der Region.“ Problematisch werde es auch für die Kitas, die alle voll belegt sind. Zudem fehlen dort auch Fachkräfte. Auch das Team der Lebensmittelausgaben der Evangelischen und Katholischen Kirchen (LebEKa) erwartet, dass nicht nur Bedürftige Bornheimer, sondern auch immer mehr Geflüchtete aus der Ukraine das Angebot der „Tafel“ nutzen werden. Eine erste Tendenz zeichnet sich bereits ab, wie LebEKa-Koordinator Horst Ziesemer dem Schaufenster gegenüber erklärte. Bis Mitte März war davon noch nichts zu bemerken. In der vergangenen Woche schauten allerdings an den vier Standorten in Bornheim-Ort, Kardorf, Hersel und Oedekoven bereits 25 Familien mit etwa 50 Personen vorbei: „Das lässt sich noch personell und mit den verfügbaren Lebensmitteln bewältigen. Es werden ab jetzt wohl jede Woche weitere Familien hinzukommen. Wir müssen abwarten, ob dann unsere Kapazitäten noch ausreichen werden und wir genügend Lebensmittel abgeben können“, sagte Ziesemer.

Jederzeit aktuelle Infos und eine Übersicht über die Hilfsangebote und Kontaktdaten gibt es über die städtische Internetseite www.bornheim.de. Unterstützungsangebote bieten auch der Jugendmigrationsdienst der Katholischen Jugendakademie im Stadtteilbüro (Fußkreuzweg 1, Bornheim) mittwochs 10 bis 12 Uhr (nach vorheriger Anmeldung unter 0160 - 90149797, sabrina.ferraz-guarino@kja-bonn.de) an oder der Caritasverband Rhein-Sieg, Tel.: 0152 - 22845417, mouna.salahie@caritas-rheinsieg.de oder Tel. 02241 - 1209-0, info@caritas-rheinsieg.de; www.caritas-rheinsieg.de.

Redakteur:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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