Carl Richard Montag
Bundesverdienstkreuz für Carl Richard Montag
- Carl Richard Montag (Mitte) wurde von Mitgliedern des Bürgerrats Bildung und Lernen für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen.
- Foto: Mira Mikosch
Bonn (red). Eine Auszeichnung für ein außergewöhnliches Lebenswerk: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Bonner Künstler, Unternehmer und Stifter Carl Richard Montag das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Mit 96 Jahren wird Montag für sein jahrzehntelanges Engagement für Bildungsgerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe sowie eine am Gemeinwohl orientierte Gestaltung von Stadt- und Lebensräumen geehrt.
Den Anstoß für die Auszeichnung gab ein Vorschlag aus der Mitte der Zivilgesellschaft. Mitglieder des bundesweit aktiven Bürgerrats Bildung und Lernen hatten Montag für die Ehrung nominiert. Der Bürgerrat wurde von der Montag Stiftung Denkwerkstatt initiiert und gilt mit rund 700 per Zufall ausgewählten Teilnehmenden als eines der größten unabhängigen Beteiligungsformate zur Zukunft von Bildung und Lernen in Deutschland.
In seiner Dankesrede stellte Montag nicht sich selbst, sondern die Menschen in den Mittelpunkt, die sich in seinen Stiftungen, im Bürgerrat und darüber hinaus für Demokratie und Teilhabe engagieren. Er betonte den Wunsch nach einer Gesellschaft, die das Gemeinsame sucht und nicht das Trennende in den Vordergrund stellt. Die Feierstunde fand auf dem Stiftungscampus in Bonn statt.
Eine persönliche Würdigung formulierte der Journalist Johannes Hano, der bei der Veranstaltung für seinen Großvater sprach. Er erinnerte an Montags lebenslange Haltung, Verantwortung für andere zu übernehmen, insbesondere für jene, die weniger privilegiert sind. Die Lehren aus der Zeit des Nationalsozialismus hätten sein Denken und Handeln nachhaltig geprägt.
Carl Richard Montag wurde 1929 im Sauerland geboren. Früh zeigte sich sein Talent für Malerei und Bildhauerei. Nach dem frühen Tod seines Vaters übernahm er jedoch den elterlichen Handwerksbetrieb und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einem erfolgreichen Unternehmer. Als Bauherr, Generalplaner und Projektsteuerer verantwortete er zahlreiche große Bauprojekte in Deutschland, darunter öffentliche Verwaltungsbauten und den T-Mobile-Campus in Bonn.
Dabei folgte er stets einem humanistisch geprägten Architekturverständnis. Bauprojekte, so Montags Überzeugung, seien nur dann gelungen, wenn sie den Bedürfnissen der Nutzer gerecht würden und eine wertschätzende Haltung gegenüber den Menschen ausdrückten.
Ab den frühen 1990er Jahren verlagerte Montag seinen Schwerpunkt zunehmend auf die Stiftungsarbeit. Nahezu sein gesamtes Vermögen brachte er in den Aufbau der operativ tätigen, unabhängigen Montag Stiftungen ein. Diese arbeiten bundesweit in den Bereichen Bildung, Jugend, Kunst, Stadtentwicklung, gesellschaftliche Teilhabe und Demokratieförderung. Ihr gemeinsamer Leitsatz lautet: Handeln und Gestalten in sozialer Verantwortung.
Heute hat sich Carl Richard Montag aus dem operativen Stiftungsgeschäft zurückgezogen und widmet sich wieder verstärkt seinem künstlerischen Schaffen. Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wird sein Lebenswerk als Verbindung von Kunst, Unternehmertum und gesellschaftlicher Verantwortung gewürdigt.
Redakteur/in:RAG - Redaktion |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.