Fesche Galaxy-Girls, Wikinger und Dinos gesichtet
Sogar eine qualmende Lokomotive rollte durch das Dorf
- hochgeladen von Manfred Görgen
Das Höhengebietsörtchen Houverath hatte der Kernstadt Münstereifel einiges voraus: Sogar eine qualmende Lokomotive rollte durch das Dorf
Schlusswagen des Zuges ein Team des Deutschen Rotes Kreuzes, um für den Fall der Fälle schnell präsent sein zu können
Von Manfred Görgen
Bad Münstereifel-Houverath. „Achtung. Aufgepasst an den Bordsteinkanten und Volldampf voraus“, hieß es am Rosenmontag im Höhengebiet, wo sich unter anderem auch zur Freude tausenden von Zuschauern bei herrlichem Sonnenschein, eine qualmende Lokomotive langsam in Bewegung setzte und Fahrt aufnahm.
Ebenfalls ein Schiff (Wagen) voller Narren, pardon, lustiger Matrosen und Kapitäne dargestellt vom örtlichen Junggesellenverein, die sogar ihre beiden Vereinsfahnen aufgehangen hatten und damit in See stachen. Und selbst eine Horde lustiger Wikinger aus Houverath mit Freunden aus dem nahen Kirchsahr fehlten nicht. Mit zum größten im Wikinger-Kostüm zählte der Houverather Andreas Eicks. Und gerade diese Gruppe gehört seit Jahren mit zu den Treuesten, wenn es heißt sich mit dem Karnevalswagen auf die Reise durch das Dorf zu begeben.
Im in den Jahren an Einwohnern kräftig gewachsenen Höhengebietsort ging es bei strahlendem Sonnenschein somit für einige Gruppen tatsächlich "volle Fahrt voraus". In Houverath ging´s rundum mit einem fantastischen Zug durch das Dorf, der wie immer an der Eichener Straße startete. Und diesem Jahr hatte sich sogar eine fast zwanzigköpfige Kuhherde angeschlossen. Unter den Kostümen Frauen, Männer und Kinder aus Wald und Houverath.
Waren viele kleine und große Dinos als "Jurassic-Park" präsent und wurden fröhlich durch die Gegend watschelnde Frauen gesichtet, die sich als Tauchergruppe verkleidet hatten. Natürlich auch die in See stechenden mit zwei wehenden Vereinsfahnen Mitglieder des Jungggesellenvereins wie jedes Jahr mit neuen Ideen dabei. Diesmal passend als Matrosen und Kapitäne verkleidet.
Und selbst eine Horde (friedlicher) Wikinger fehlte entsprechend gekleidet nicht in diesem bunten und vielfältigen Karnevalzug mit schönen umgesetzten Ideen. Laut einigen Überlieferungen sollen die Wikinger noch berüchtigt für ihre Raubzüge gewesen sein. Doch viele von ihnen gingen nie auf auf Beutezug. Sie lebten vielmehr als Bauern und Fischer an den Küsten Skandinaviens. Die eigenen Familien war ihnen heilig und stellte die entscheidende Schutzmacht für das Individium dar. Natürlich waren auch diese Wikinger jüngst im Zug friedlich, eine homogene und sich sehr gut vertragende Truppe.
Nicht nur der Vorstand der Houverather Fastelovensjecke hatte am Rosenmontagszug in Houverath gut lachen. Das lag nicht nur am herrlichen „Sonnesching“, sondern unter anderem auch am in diesem Jahr 30Jährigen Bestehen (richtig ausgiebig gefeiert wird, wie bei Karnevalisten vielfach üblich, natürlich erst das jecke 33. Gründungsjahr). Und wer in Houverath nicht dabei war, hat es einiges verpasst, denn nach dem Umzug ging´s mit "alle Mann und Frauen" ins Zelt an der Straße Ochsenbendchen.
Freuten sich die Zuschauer am Rande, dass im Gegensatz zur Kernstadt, wo bekanntlich immer noch kein Zug am Bahnhof ankommt oder abfährt, beim Houverather Zoch, sogar eine stark qualmende Lokomotive (ohne auf Gleise angewiesen zu sein) sich durch die Dorfstraßen schlängelte.
„Jim Knopf der Lokomotivführer“ war Marion Kotz, der gebürtig aus dem Nachbarort Limbach stammt, seine neue Heimat vor vielen Jahren in Meckenheim gefunden hat, sich kürzlich den Kauf dieser Karnevalslok gegönnt hat, die er nun gerne an weitere Interessenten vermietet.
Somit ein Karnevalszug durch den Ort zog, wie er nicht alle Jahre zu sehen ist. Dies mit immerhin sechs Motivwagen, vier Fußgruppen mit PKW oder kleinem Traktor und weiteren fünf Fußgruppen, die sich mit ihren Motiven einiges hatten einfallen lassen. Sogar aus dem Weltall war eine Gruppe Galaxy-Girls in Houverath gelandet und erfreuten die Zuschauer nicht nur mit Süssigkeiten, sondern auch mit leckeren Getränken.
Und wenn mal nicht aus den Boxen bekannte Karnevalslieder erklangen, war es mitunter fast ohrenbetäubende Techno-Musik der jungen sich amüsierenden Feierlustigen. Unter anderem noch mit dabei eine große Gruppe Wikinger, eine Gruppe, die schon seit Jahren immer treu dabei ist.
Zum Glück, so Präsidentin Marina Schmitz, gab es für den Verein keine Probleme mit dem TÜV „da unsere Gruppen ihre Wagen fast alle geliehen hatten.“ Diese somit bereits im Vorfeld abgenommen waren und in Houverath oder Wald sich keiner mit einem eigenen Wagenbau beschäftigen musste. Was nicht nur Marina Schmitz feststellen musste: “Auch uns ist zu Ohren gekommen, dass die Preise für die Wagen kräftig gestiegen sind.“
Und bereits im Vorfeld dieses imposanten Zuges, hatte sich einiges getan, denn „die für den Rosenmontagszug durchgeführte Haussammlung war sehr erfolgreich. Damit können alle Kosten für Versicherung, Gema, Rettungswagen und mehr bezahlt werden“, sagte freudestrahlend die K.G. Präsidentin.
Daher könnte der finanzielle Zuschuss für die einzelnen Gruppen im nächsten Jahr sogar noch etwas höher ausfallen.
Waren beim jüngsten Rosenmontagszug alle sehr zufrieden. Besonders natürlich die veranstaltende und für einen reibungslosen Ablauf Verantwortlichen der Karnevalsgesellschaft „Die Fastelovends Jecke Houverath“, die mit Stand Januar diesen Jahres auf 175 Mitglieder stolz sein dürfen.
Und was am Rande des Geschehens an einem Haus an der Eifeldomstrassse viel Beachtung fand und für manch Betrachter/in freudige Überraschungen waren: Der Houverather Journalist "MaGö" hatte fast seinen ganzen Fundus an in mehrere Jahrzehnte verliehen bekommende Karnevalsorden herausgekramt und an Haus und Treppengeländer aufgehangen.
Immerhin Erinnerungen an weit über 50 Jahre auch karnevalistischen Einsätzen, als "rasender Reporter", überwiegend für regionale Tageszeitungen, überregionale Blätter, sowie Funk und Fernsehen, Wochen- und Monatsblätter und in den zurückliegenden Jahren mit stetig steigender Internetpräsenz.
Staunte jüngst selbst der Wälder Malermeister Markus Mahlberg nicht schlecht, als er aus Zeiten in einem Dreigestirn seinen Orden vor über 20 Jahren in dieser Galerie an Orden aus dem Kreis Euskirchen und Köln wiederendeckte.
Für den Fotografen und Verfasser auch dieser Zeilen war dies aber auch Anlaß, die Menschen bei diesem schönen Karnevalszug wissen zu lassen, dass es langsam an der Zeit sei, in Zukunft beruflich kürzer zu treten. Unter anderem mit inzwischen 57 (pardon, sollte 75 Jahre heissen) um in Zukunft unter anderem auch noch mehr Zeit für die beiden geliebten Enkelkinder zu haben. Fotos und Text Copyright Pressebüro MaGö, co. Manfred Görgen / mg. Anfragen wegen Fotos gerne unter 0172-2478888
LeserReporter/in:Manfred Görgen aus Bad Münstereifel |