„Landgasthaus Steinsmühle“ im neuen Glanz
Flut verursachte Schäden in Höhe von 3, 5 Millionen / Wiederaufbau Meisterleistung vieler Handwerker

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Bad Münstereifel. Das bekannte Landgasthaus Steinsmühle  - mit einem durch die Fluten verursachten Gesamtschaden von 3,5 Millionen Euro - feierte etwas mehr als neun Monate nach der Flut seine glanzvolle Wiedereröffnung. Mit zahlreichen Gästen von nah und fern, zu denen als weitest angereister der auch hier tätig gewordene Schreinermeisterbetrieb mit Martin Waldbauer aus Passau zählte.

Die Geschichte der Steinsmühle ist vielen vertraut. Einer grandiosen Erfolgsgeschichte in den zurückliegenden Jahrzehnten. Und mit dem Motto nach der Flut: Jetzt erst recht.

Doch diese "Steinsmühle" hat unter Beweis gestellt, dass sie nach Entstehung im 12. Jahrhundert in den zurückliegenden Jahrhunderten viele Höhen und Tiefen mit ihren jeweiligen Besitzern und Bewohnern zu meistern wusste. Sie hat die Flut am 14. Juli 2021 – zwar mit schwersten Schäden, aber reparabel - überstanden und wird nicht nur dieses, sondern auch das Datum der offiziellen Wiedereröffnung am 23.April 2022 in die Geschichte des Hauses eingehen.

Aber auch dies nur nach dem Vorbild: Ohne Fleiß kein Preis.

Aus Schillers Glocke zitierend:

„Doch, mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger
Bund zu flechten, und das Unglück schreitet schnell.“

Dieses Zitat benötigt auch bezogen auf die schrecklichen Vorkommnisse um die „Steinsmühle“ kaum bessere Worte.

Nicht nur die Zahl der Prominenten aufzulisten, die sich immer in einem ganz besonderen Hotel, Restaurant und Eventlocation äußerst wohlfühlten und gerne verwöhnen ließen, wäre vermutlich ebenso schwierig, wie die der Menükarten des renommierten Landgasthauses „Steinsmühle" mit ihren von Spitzenköchen kreierten Speisen 

Leider konnten viele Fotos (siehe einige erhaltene Beispiele) nicht vor der Flut gerettet werden.

Immerhin ein Dreivierteljahr war es in puncto Besucher und sich verwöhnen lassen, notgedrungen sehr ruhig geworden. Nun, neun Monate später - wo die Fluten am Abend des 14. Juli der immer höher steigenden Erft auch an diesem geschichtsträchtigen Haus immense Schäden anrichtet hatte - gab es endlich mal wieder reichlich Grund zur Freude. Anita Waasem und Tochter Sabine Zinken: „Es kann sich vermutlich keiner vorstellen, wie schön es ist, in unserem Haus die so lange Zeit vermissten Gäste wieder von ganzen Herzen wie früher willkommen heißen zu dürfen.“

Wurde jüngst den Spendern, Sponsoren, allen Freunden, zahlreichen Helfern (und wenn es auch nur einen Kofferraum voll Holz war, um demit den Ofen heizen zu können), den inmitten einer Ruinenlandschaft hart arbeitenden gelang, die lange Zeit missliche Lage besser werden zu lassen. 

Jüngst, am späten Nachmittag des 23. April war es noch mehr eine Art „interne“ Veranstaltung. Mit einer großen Anzahl Menschen, die in dem nun zurückliegenden Dreivierteljahr nicht nur tagsüber innen und außen fast bis zum Umfallen geschuftet habe. Fantastisch auch, dass die Angstellten in schlimmer Zeit treu geblieben sind und zur Familie gehalten haben. Mit ein wichtiger Schritt der Solidarität, das man gemeinsam neu durchstarten kann.

„Schwamm drüber“ jetzt bei der offiziellen Wiedereröffnung bezüglich einigem, was nicht immer nach den Vorstellungen von Sabine Zinken und Mutter Anita abgelaufen ist. Jetzt hofft man auch noch die letzten Hürden – so auch bezüglich Versicherungen - zu nehmen.

Von Leonardo da Vinci habe die Menschheit gelernt:
"Manuelle Arbeit erfordert Wissen, denn die Hand kann nur ausführen, was der Geist vorbereitet hat."


Der von den Fluten am 14. Juli 2021 angerichtete Schaden beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro.

Allein daran ist zu erkennen, welche Macht und Wucht mit ihren unsäglichen Zerstörungen die Wassermassen angerichtet hatten. Am Tag der Flut waren Sabine Zinken, ihre Tochter Sophia und Lebensgefährte Kaspar Schumacher nicht vor Ort. Allerdings Mama und Oma Anita Waasem, die immer noch ihrer Nachbarin dankbar ist, dass sie im letzten Moment vor der Flut gerettet und in Sicherheit gebracht werden konnte.

Bei der großen und illustren Wiedereröffnungsfeier wurde „Gott sei Dank“ viel gelacht, aus gegebenem Anlass vor Rührung auch einige Tränen vergossen.

Johann W. Jakob aus Bonn, jahrzehntelanger guter Freund der Familie Waasem, hatte nach einer zuvor erfolgten kurzen Ansprache von Bürgermeisterin Sabine Preiser Marian: „Es ist alles wunderschön geworden und nicht nur ein großes Lob an die Familie und deren unzähligen helfenden Hände“, die offizielle Aufgabe der Ansprache übernommen.

Dabei die passenden Worte für diesen Tag, Samstag, 23. April 2022, zu finden, für ihn nicht immer einfach waren, wie man beim zwischenzeitlichen Stocken der einfühlsamen Rede feststellen durfte.

Nicht immer einfach deshalb, denn wie Freunde der Familie Waasem wissen, lebt Hausherr Willi Waasem aus gesundheitlichen Gründen schon seit längerer Zeit nicht mehr in seinen eigenen vier Wänden. Er ist leider sehr krank.

So schien für kurze Zeit scheinbar der geistig im Kopf sehr fite Willi Waasem „doch ein wenig anwesend“ in diesen Räumen.

Dies, als Johann W. Jakob die Grußbotschaft des nicht direkt anwesend sein könnenden Hausherr Willi Waasem verlas: „Liebe Gäste liebe Freunde, liebe Familie. Ein schlimmer Traum ist zu Ende. Ich danke meinem Schöpfer, dass ich die Überwindung der Folgen dieser Katastrophe so positiv miterleben darf.“

Willi Waasem im Brief weiter zitierend:“ Ich danke meiner Tochter Sabine, die aktuell dieses Unternehmen führt und ihrem Freund Kaspar, der ihr stark zur Seite steht.“ Beide hatten nach der schrecklichen Flut spontan die Bauleitung übernommen und Anita und Willi Waasem tatkräftig unterstützt. Ganz herzlich dankte Willi Waasem mit den gesprochenen Worten von Johan W. Jakob auch Andreas Zinken, dem Vater von Enkelin Sophia. Ein Mann, der nicht nur der Familie sehr hilfreich zur Seite gestanden habe. Als überwältigend wurde festgestellt, dass so viele in dieser Krise geholfen und mit an den Beseitigungen der Zerstörungen geholfen haben.

Eine Meisterleistung des Wiederaufbaus

Somit ist der Blick zuversichtlich nach vorne gerichtet. Unter anderem auch im Freien auf einen großen Pavillon, der unter anderem ab sofort für freie Trauungen genutzt werden soll. Schön wäre es, so Sabine Zinken, wenn die Steinsmühle auch Anlaufstelle für offizielle Trauungen seitens der Stadt werden könnte.

Und damit die Musik vom DJ nicht der einzige musikalische Part sein sollte, sorgte ein bekannter Dudelsackspieler drinnen und draußen mit seinem gefüllten Blasebalg für gute Klänge. Als Überraschungsgast trat am Abend der beste Travestiekünstler aus der Eifel „Regina Red“ auf. Er heisst mit bürgerlichen Namen Rene´Schaffrath und im Hauptberuf als Friseur tätig.

Mit toller Haarpracht stand er selten an einer Stelle. Die meiste Zeit war Regina Red im Festsaal unterwegs, ging auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Gesang, Gags und freche Sprüche waren ein Muss bei Travestie-Künstler René Schaffrath. Äußerlich betrachtet, brauchte es Zeit, bis der in Hallschlag (Eifel) lebende die Bühnenfigur Regina Red verkörperte. High-Heels, Nagellack, Glitzer, reichlich Schminke. „Fast 150 Euro gehen monatlich für Schminksachen drauf.“ Aber jeden Tag schminken um Emanze zu sein, ist nicht der Traum von Schaffrath. „Bin schon froh, ein Mann und verheiratet zu sein“. Zur Familie Waasem pflegt Rene´Schaffrath schon lange gute Beziehungen. Dürfte somit auch dieser Auftritt mit Sicherheit nicht der letzte im Landgasthaus Steinsmühle gewesen sein. Und Bingo: “Demnächst bringe ich noch mehr Travestiekünstler für eine große Show mit.“

So traf auch das von "Reina Red" gesungene Lied von der 1907 in Schweden geborenen Schauspielerin und Sängerin Zara Leander bestens auf die anfangs lange nicht mehr geglaubte Wiederöffnung des stillvollen Landgasthauses zu:

"Ich weiss es wird einmal ein Wunder gescheh´n und dann werden tausend Märchen wahr."

Ein Märchen und ein sich erfüllter Traum somit auch sinnbildlich für die Steinsmühle. Dem Landgasthaus Steinsmühle, das seit den 70er Jahren von der Familie Waasem geführt wird und die Ursprünge der ehemaligen Wassermühle bis ins 12. Jahrhundert zurückzuverfolgen sind. Ein Haus, das bis 1976 noch von einer Mühle sprechen konnte.

Unvergessen unter anderem die zahlreichen Theateraufführungen von "Akteur" unter der Regie des bei vielen unvergessenen Hans Caro.

Es folgte 1994 der An- und Umbau eines kleinen Hotels, weitere Erweiterungen und wurde im Jahr 2000 eine den Anfragen entsprechende und damit langfristig gesehen, unumgängliche Hotelvergrößerung mit einem wunderschönen Festsaal vollzogen. Und mit dem nun für die Famiie Waasem geschichtsträchtigen Datum vom 23. April 2022 eine Meisterleistung Dank vieler krativen und handwerklich guten Menschen vollbracht.  Nun geht es wieder weiter, sind die Blicke wieder in die Zukunft gerichtet und die Türen für die altbekannten, aber natürlch auch zu jeder Zeit ebenso herzlich willkommenen neuen Gäste  -  und sicherlich bald Freunde des Hauses - gerichtet. Fotos und Text urheberrechtlich geschützt Pressebüro MaGö

Leserreporter:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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