In der Dunkelheit mit LED-Strahler ausgeleuchtet
Bei knapp zehn Grad Minus im Tal der "Houverather Mühle" Brückenelemente verlegt

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Bad Münstereifel-Houverath. Längst für die meisten hier lebenden Menschen vergessen die Zeit, als man auch an der Houverather Mühle im Tal Richtung Kirchsahr noch sang: "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach".  Nicht erst seit dieser erneut dort auch große Zerstörungen an Gebäuden, Brücke und Straße anrichtender Flut vom 14. Juli diesen Jahres, ist das einzige große hölzerne Mühlenrad längst verschwunden. Geblieben sind zwei Gebäude - beziehungsweise, was von ihnen nach der Flut übrig geblieben ist - und die Straßenbezeichnung "Houverather Mühle". Die zumindest daran erinnert, welches Handwerk hier einmal ausgeübt wurde.

Was in irgendeiner Form noch an diese Mühle aus längst vergangenen Tagen erinnert und wie mir eine kürzlich verstorbene ältere Frau erzählte und ich auf Video festgehalten habe:

Agnes N. vor über 70 Jahren als junges Mädchen auch in den Kriegswirren unter Lebensgefahr des Öfteren und ängstlich vom kleinen Ort aus - zu Fuss und bei jeder Witterung  - und lauernden Gefahren versteht sich -  zur der vom Dorf gut einen Kilomter entfernten alten Mühle im Tal des Houverather Baches begab. Um Mehl für die zu Hause wartende Mama für das danach zu backende Brot mahlen zu lassen.

An diese damals für viele Menschen in dieser kargen Eifelregion lebenswichtigen Mühle am rauschenden Houverather Bach erinnert heute nun fast wirklich nichts mehr. Dafür sieht man nach der Flut, welche Zerstörungen hier angerichtet wurden und welche Pionierarbeit inzwischen die vielerrorts tätigen Brückenbauer aus dem In- und Ausland kommend, geleistet haben.

Konnte man beobachten, wie die Männer bei wirklich klirrender Kälte bereits ab 7 Uhr in der Früh und bei knapp zehn Grad Minus im Tal der Houverather Mühle Brückenelemente verlegten. Anfangs noch bei Dunkelheit mit zahlreich ausgefahrenen LED Strahlern, die wie ein sehr hell leuchtender Weihnachtsbaum anmuteten. 

Und auch Tage danach sind diese Männer bei verdammt eisiger (habe es selbst am eigenen Leib vor Ort zu spüren bekommen) Kälte intensiv bei der Arbeit. Stand ursprünglich mit einem Spezialkran die Verlegung von eigentlich drei Brückenteilen über den in die Sahrbach fließenden Houverather Bach an. Doch aus „technischen“ Gründen wird das letzte und mittlere Element nun doch erst im kommenden Jahr geliefert und verlegt werden können.

Während somit noch kurz vor Weihnachten die Brücke in Satzvey bei Mechernich fertiggestellt werden konnte, für den Verkehr somit noch (wie im vorigen Bericht bereits beschriebern) vor Weihnachten frei gegeben werden, werden sich nicht nur Autofahrer im Bereich Houverather Mühle noch bis in die Januar-Wochen gedulden müssen.

Aber mit der gegenüber der eingestürzten und teils weggespülten Brücke an der Houverather Mühle gebauten Straße mit Bitumen, läuft dort zumindest mit Ampelschaltung der Verkehr einigermaßen gut und ist das Sahrtal somit nicht von der Außenwelt Bad Münstereifel und Rheinbach abgeschnitten.

Die Brücke zwischen Houverath und Scheuren (L113) wurde nun „winterfest“ gemacht, so der Technische Leiter Tim van den Bosch am Dienstagmorgen. Dürfte die Freigabe nach kurzer und sicherlich verdienten „Weihnachtsferien“ nach den ersten drei Wochen im Januar wieder für den Verkehr freigegeben werden. Es komme allerdings auch dann immer noch auf die jeweiligen Witterungsverhältnisse an.

Somit freuen sich ab Donnerstag zahlreiche Brückkenbauer die an Ahr, Erft, Houverather Bach und Veybach tätig sind, bald zu ihren Familien aufbrechen zu können. Einige benötigen dafür über 1000 Kilometer Fahrstrecke. So unter anderem mehrere Mitarbeiter (bei der Firma Bögl beschäftigt), aus Tschechien, die aus und in der Nähe von Prag kommen. mg/mag /MaGö

Leserreporter:

Manfred Görgen aus Bad Münstereifel

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