Schafe und Ziegen auf der Fähre
Schafe und Ziegen an Bord

Schäfer Johannes Bois führte das Tier-Regiment mit mehreren Hunden und Freunden an.  | Foto: AS
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  • Schäfer Johannes Bois führte das Tier-Regiment mit mehreren Hunden und Freunden an.
  • Foto: AS

Bad Godesberg/Königswinter (as). Da staunten Spaziergänger am frühen Samstagmorgen nicht schlecht, als sie am Mehlemer Fähranleger der Fähre Richtung Königswinter hunderte Schafe und einige Ziegen auf der Rasenfläche neben dem Rhein-Fahrradweg sahen. Die Tiere warteten beschützt von mehreren Hunden auf die Überfahrt. Die Wanderschafherde wurde von Schäfer Johannes Bois angeführt, natürlich mit einem Hirtenstock ausgestattet. „Sein Auftraggeber ist Chance7, das interkommunale und vom Bund geförderte Naturschutzgroßprojekt des Rhein-Sieg-Kreises und der Bundesstadt Bonn.

Der Einsatz des Wanderschäfers ist Teil eines flächenübergreifenden Pflegekonzepts“ hieß es vor Ort. Und da die Aktion so spektakulär war, verfolgten zahlreiche Medienvertreter das Geschehen. Schäfer Bois bestätigte gegenüber unserem Wochenblatt, dass er erstmals mit einer Schafherde mit der Fähre über den Rhein übersetzen wolle. Damit war es auch für die Schafe und Ziegen eine Premiere, die die mehr als 300 Tiere ohne sichtbare Probleme meisterten. Ohne irgendwelchen Stress und nur durch Rufe des Schäfers gesteuert, marschierten die Schafe und Ziegen auf die große Fähre, schienen keinerlei Angst zu haben und blökten, als ob sie sich unterhalten würden. Auf der rechten Rheinseite warteten ehemalige Steinbruchgelände, Weinbergsbrachen, Heideflächen und feuchte Waldwiesen auf die Tiere.

Die Beweidung mit Schafen und Ziegen ist die natürlichste Form der Landschaftspflege, betonten die Organisatoren. Die Landschaftspflege durch Ziegen und Schafe bietet die Möglichkeit, schwer zugängliche Standorte naturverträglich zu pflegen, die biologische Artenvielfalt zu fördern und zu verhindern, dass Flächen mit Büschen zuwachsen. Weitere Vorteile sind: beim Weiden fressen die Tiere das Gras und andere Pflanzen unterschiedlich stark ab, so dass verschiedene Vegetationshöhen und somit zahlreiche verschiedene Mikrolebensräume entstehen. Die Herde hinterlässt beim Wandern zudem Spuren im Gras, so dass konkurrenzschwächere Pflanzen an diesen Stellen Platz und Licht zum Wachsen haben. Im Fell der Schafe sammeln sich Samen, Sporen und Insekten, welche auf diese Weise weitergetragen werden und so zum Vernetzen von Lebensräumen beitragen.

Die Beweidung wird durch das Projektbüro Chance7 und die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Bonn eng begleitet und läuft zunächst auf Probe. Der Auftrag für Schäfer Johannes Bois lautet, mit seiner Herde eine Gesamtfläche von rund 33 Hektar im gesamten Chance7-Projektgebiet zu bewandern. In Bonn gehören 3,4 Hektar Fläche am Rauchlochweg und der Steinbruch Stingenberg im Naturschutzgebiet Ennert dazu. Geweidet wurde vor der Fährüberfahrt am Rodderberg und am nahe beim Campingplatz Genienau, in der Rheinaue auf der Wiese am Wildgehege an der Martin-Luther-King-Straße. Auf der rechten Rheinseite weideten die Tieren am Rheinufer entlang stromabwärts bis zum Café Bundeshäuschen und auf Weideflächen im Bonner Ennert.

Schäfer Johannes Bois führte das Tier-Regiment mit mehreren Hunden und Freunden an.  | Foto: AS
Dicht gedrängt liefen die Schafe und Ziegen auf die Königswinterer Fähre.  | Foto: AS
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Alfred Schmelzeisen aus Bad Godesberg

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