Gedenkstele für Niklas Pöhler
"Mahnmal und ein Appell zugleich“
- Denise Pöhler, Mutter von Niklas Pöhler, legte mit Oberbürgermeister Guido Déus und Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz Blumen nieder und gedachte an der neu installierten Stele des jungen Mannes, der hier vor zehn Jahren brutal attackiert worden war.
- Foto: AS
Bad Godesberg (as). Eine Stele aus hochwertigem Cortenstahl mit dem Gesichtsprofil des vor zehn Jahren verstorbenen Niklas Pöhler erinnert nun an den jungen Menschen, der am Rondell an der Rheinallee/Ecke Rüngsdorfer Straße am 6. Mai 2016 an gleicher Stelle brutal angegriffen wurde und sechs Tage später in der Bonner Universitätsklinik verstarb. Damals löste die Tat enorme Anteilnahme, Mahnwachen und Demonstrationen aus.
An der Vorstellung der Stele nahm seitens der Stadt Bonn Oberbürgermeister Guido Déus teil, aus dem Stadtbezirk Bad Godesberg unter anderem Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz. Zu den Gästen gehörte auch der Bonner Polizeipräsident Frank Hoever. Zahlreiche Freunde und Weggefährten begleiteten die Mutter von Niklas, Denise Pöhler, schließlich dabei, als sie mehrere weiße Luftballons in den blauen Frühlingshimmel aufsteigen ließ.
Die Stadt Bonn hatte das Denkmal, das zugleich Mahnmal und Appell sein soll, für Niklas Pöhler anfertigen lassen. Es soll ein Zeichen gegen jede Form von Gewalt setzen und zu Zivilcourage aufrufen.
Der in die Stele eingearbeitete Text versteht sich nicht nur als Gedenken, sondern als direkter Appell an die Zivilgesellschaft. Auf der Stele heißt es: „In Gedenken an Niklas Pöhler, der hier am 6. Mai 2016 im Alter von 17 Jahren brutal angegriffen wurde. Er verstarb sechs Tage später. Sein tragisches Schicksal sei uns allen eine Mahnung, Gewalt in jeglicher Form zu ächten und nicht untätig wegzusehen, wenn unsere Mitmenschen ohne Skrupel angegriffen werden. Wir alle tragen Verantwortung für Respekt, Rücksicht und ein friedliches Miteinander. Was kannst Du tun, um Gewalt zu verhindern?“
Oberbürgermeister Guido Déus hob in seiner Rede die Bedeutung des gemeinsamen Handelns in der Stadtgesellschaft hervor: „Wir können den Tod von Niklas Pöhler nicht ungeschehen machen. Aber wir können dafür sorgen, dass sein Andenken uns zu Respekt, Zivilcourage und einem friedlichen Miteinander verpflichtet. Dies kann nur gemeinsam gelingen – und daran wird uns die Gedenkstele auch in Zukunft erinnern.“
Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz sagte: „Der Angriff auf Niklas hier im Zentrum von Bad Godesberg hat unseren Stadtbezirk und ganz Bonn tief erschüttert. Bad Godesberg ist ein Ort der Vielfalt. Damit diese Vielfalt unsere Stärke bleibt, braucht es Zivilcourage, Empathie und den Mut, füreinander einzustehen. Diese Stele soll einen Ankerpunkt schaffen für alle, die Anteil nehmen möchten – zum Gedenken an Niklas und hoffentlich auch, um Kraft und Mut zu schöpfen, sich gegen Gewalt zu engagieren.“
Im Anschluss gingen Oberbürgermeister Guido Déus, Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz und Denise Pöhler gemeinsam mit den Gästen zur Gedenkstele am Rondell. Dort legten sie Blumen nieder. Denise Pöhler äußerte: „Lassen wir Niklas’ Licht weiterleuchten, indem wir uns gemeinsam für eine Welt ohne Gewalt einsetzen.“
Die Bezirksvertretung Bad Godesberg hatte im vergangenen Sommer einstimmig beschlossen, an dem Rondell mit Hochbeet an der Straßenecke Rheinallee/Rüngsdorfer Straße eine würdige Gedenkplakette anzubringen. In der weiteren Planung wurde daraus eine Gedenkstele. Die Kosten in Höhe von 6.000 Euro übernahm die Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg aus dem Bezirksbudget. Das Projekt wurde in enger Abstimmung zwischen der Mutter von Niklas, der Bezirksverwaltungsstelle Bad Godesberg sowie einer überparteilichen informellen Runde unter Beteiligung unter anderem des One World-Cafés und der Initiative GoRespect, bis zu deren Auflösung im Januar 2026, realisiert.
Erschreckend ist die Tatsache, dass es weiterhin zu Gewalt zwischen Jugendlichen kommt. Nur wenige Stunden nach der Präsentation der Erinnerungsstele kam es in der nahegelegenen Alten Bahnhofstraße zu einer Schlägerei zwischen mehreren Jugendlichen. Zeugen bewiesen dort Zivilcourage, sorgten für einen schnellen Polizeieinsatz und damit dafür, dass niemand zu Schaden kam.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Alfred Schmelzeisen aus Bad Godesberg |
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