Sicherheit und Ordnung
Diskussion über Ratten, Taubendreck und mehr
- Das Zentrenmanagement hatte Kommunalpolitiker und Geschäftsleute zu einem Gespräch über Abfall- und Sicherheitsprobleme in der Bad Godesberger Innenstadt eingeladen.
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Bad Godesberg (as). Die Aufenthaltsqualität in der Bad Godesberger Innenstadt steht in der Kritik – sowohl bei Geschäftsleuten als auch bei Kundinnen und Kunden. Auf Wunsch einiger Gewerbetreibender organisierte das Zentrenmanagement Bad Godesberg eine Gesprächsrunde, die Frank Schmitz moderierte. Mit dabei waren neben Geschäftsleuten auch Bezirksbürgermeisterin Feyza Yildiz, weitere Kommunalpolitiker aus der Bezirksvertretung Bad Godesberg und Markus Krupp von BonnOrange. Im Mittelpunkt standen die Themen Sicherheit und Ordnung. Dem Zentrenmanagement war es wichtig, aktuelle Probleme offen anzusprechen und gemeinsam zu überlegen, wie sich die Situation im Stadtteil konkret verbessern lässt.
Apotheker Stefan Fröling von der Alten Apotheke beobachtet seit drei Jahrzehnten eine stetige Verschlechterung der Lage in der Innenstadt. Er befürchtet Unfälle mit Personenschäden durch zu schnell fahrende Fahrzeuge. Auch Busse seien bereits durch überhöhte Geschwindigkeit aufgefallen. Radfahrer hielten sich nicht an die Beschilderung in der Fußgängerzone. Zudem beeinträchtigten zu viele Tauben die Aufenthaltsqualität. Ihr Kot verschmutze Kleidung und Bodenflächen. „Sogar den Geruch von menschlichem Urin und Kot bekommt man in der Innenstadt mit“, sagt Fröling. Er verweist außerdem auf Ratten rund um den Theaterplatz.
Das Ehepaar Koltermann von der ebenfalls seit Jahrzehnten in der Innenstadt ansässigen Tanzschule Koltermann wurde bereits von Eltern der Tanzschülerinnen und Tanzschüler darauf angesprochen, dass man den Heimweg durch den Kurpark nach dem Tanzkurs besser meiden sollte. Jochem Koltermann fragte in die Runde: „Wie kann man Eltern hierzu Mut machen?“
Elke Melzer, die für die CDU seit 22 Jahren der Bezirksvertretung angehört, raucht selbst und achtet darauf, ihre Zigarettenkippen ordnungsgemäß zu entsorgen. In der Innenstadt beobachte sie jedoch immer wieder Raucher, die ihre Kippen achtlos auf den Boden werfen. Melzer ärgert sich außerdem über ständig überfüllte Abfalleimer und Abfalltüten, die neben öffentlichen Abfallbehältern abgestellt werden.
Hausverwalter und Immobilienspezialist Benjamin Knüpling sorgt sich über ungenehmigte Kameraüberwachung durch Hauseigentümer, die in der Innenstadt den öffentlichen Raum filmen. „Man kommt nicht ohne aufgenommen zu werden durch die Innenstadt“. Auch Knüpling ärgert sich über die Verschmutzung durch widerrechtlich entsorgten Abfall, insbesondere rund um den Ännchenplatz.
Markus Krupp von BonnOrange erinnerte daran, Abfall und Verschmutzungen über den städtischen Mängelmelder zu melden. Wer Abfall widerrechtlich entsorge, werde seit diesem Jahr ermittelt und müsse mit teils erheblichen Strafen rechnen.
Frank Katzer von Leyendeckers kritisierte, dass viele Erwachsene die Spielfläche mit der Lokomotive vor seinen Geschäftsräumen am Fronhof nutzten. Der Spielplatz sollte aus seiner Sicht den Kindern vorbehalten bleiben. Eine Vertreterin der Internationalen Sprachschule an der Rheinallee berichtete, dass Schülerinnen von Unbekannten unangemessen angesprochen worden seien.
Hinweise aus der Gesprächsrunde gab es schließlich zur derzeitigen Tunnelbaustelle. Um Verkehrsstaus durch den Abbiegeverkehr zu reduzieren, wurde angeregt, das Rechtsabbiegen von der Bonner Straße aus Richtung Innenstadt in die Unterführung Elsässerstraße zu überdenken. Ein Verbot könnte dazu beitragen, dass der Verkehr Richtung Norden besser abfließt.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Alfred Schmelzeisen aus Bad Godesberg |