Geflüchtete in Alfter
Zuflucht im Schloss Alfter

Wie schon vor einigen Jahren dient auch diesmal wieder das Alfterer Schloss als Unterkunft für Menschen, die in Alfter Schutz vor Krieg und Terror suchen.
  • Wie schon vor einigen Jahren dient auch diesmal wieder das Alfterer Schloss als Unterkunft für Menschen, die in Alfter Schutz vor Krieg und Terror suchen.
  • Foto: Frank Engel-Strebel

Alfter (fes). Einfach zur Tagesordnung übergehen wollte Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher (CDU) bei der jüngsten Ratssitzung nicht und bat zunächst alle Politiker sich zu erheben, um mit einer Schweigeminute der Opfer der Invasion in die Ukraine zu gedenken.

Danach informierte der Verwaltungschef über die aktuelle Situation. Mittlerweile halten sich 134 Personen (81 Erwachsene, fast nur Frauen, und 53 Kinder) in der Gemeinde Alfter auf. Die meisten Mädchen und Jungen sind 11 bis 17 Jahre alt. Die Zahlen würden sich jedoch „von Tag zu Tag“ verändern. Die Verwaltung geht davon aus, dass bis zu 250 Geflüchtete in Alfter Hilfe suchen werden.

Bislang konnte der Großteil privat untergebracht werden. Sieben Schutzsuchende leben momentan in den Wohnungen in der Vorburg des Alfterer Schlosses. Auch das erste Obergeschoss könnte mit geflohenen Ukrainern belegt werden. Platz wäre für bis zu 45 Personen. Parallel laufen die Planungen weiter, das Erdgeschoss des Schlosses für die Offene Ganztagsschule (OGS) der Anna-Schule herzurichten, damit die Kinder wie vorgesehen nach den Herbstferien dort einziehen können.

Die Evangelische Kirchengemeinde hat zwischenzeitlich in ihrem Pfarrzentrum in Oedekoven am Jungfernpfad ebenfalls Möglichkeiten geschaffen, dort 12 Personen unterzubringen. Doch nicht nur Geflüchtete aus der Ukraine leben seit kurzem in der Gemeinde Alfter, sondern auch 17 Ortskräfte aus Afghanistan, wie Bürgermeister Schumacher mitteilte. Dabei handele es sich um zwei Familien aus Georgien und aus Albanien. Sie wurden der Gemeinde von der Bezirksregierung zugewiesen,

Nach einer ersten Kalkulation geht die Gemeinde davon aus, dass die Unterbringung von Schutzsuchenden aus der Ukraine den Haushalt zusätzlich mit 2,75 Millionen Euro belasten werde. Darin enthalten sind unter anderem zirka 80.000 Euro für den Schlossumbau sowie etwa 100.000 Euro um privaten Wohnraum inklusive Nebenkosten anzumieten. Auch die zusätzlichen Aufwendungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz fließen in die Berechnungen ein. Die Gemeinde geht bei 250 Schutzsuchenden von durchschnittlichen Kosten von 7.000 Euro pro Person und Jahr aus. Für diese Belastungen mussten die Ratsleute die erste Nachtragssatzung zum Doppelhaushalt beschließen. Trotz dieser und weiterer zusätzlicher Belastungen sei der Haushalsausgleich laut Kämmerer Nico Heinrich nicht gefährdet. Es drohe auch kein Haushaltssicherungskonzept.

Redakteur:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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