Pietà hat ein neues Zuhause
Kräuterweihe und Einsegnung im Jakob-Wahlen-Park

Eine neue Heimstatt für die Pietà aus dem 11. Jahrhundert: Georg Melchior (links) und Hans Fox präsentieren das Kleinod, das nach der Kräuterweihe eingesegnet wurde.
  • Eine neue Heimstatt für die Pietà aus dem 11. Jahrhundert: Georg Melchior (links) und Hans Fox präsentieren das Kleinod, das nach der Kräuterweihe eingesegnet wurde.
  • Foto: Frank Engel-Strebel
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Alfter - (fes) Alle zwei Jahre bietet der Jakob-Wahlen-Park in Alfter eine
„wunderbare Kulisse“ für die traditionelle Kräuterweihe an
Mariä Himmelfahrt, zu der die katholische Pfarrgemeinde St. Matthäus
Alfter einlädt, so Pfarrer Rainald M. Ollig. Er freute sich bei
schönstem Wetter junge und ältere Gläubige zur Heiligen Messe in
dem Park begrüßten zu dürfen.

Dabei gilt es Gott für die Kräuter zu danken, die er geschaffen hat
und die Verbundenheit der Menschen zur Natur auszudrücken. Lange Zeit
seien Heilkräuter nicht in Mode gewesen. Viele sahen sie eher als
Unkraut an, was es ja eigentlich gar nicht gebe, so Ollig weiter
„Heilkräuter, die wir von unseren Vorfahren noch kennen, wurden von
der modernen Medizin verdrängt. Jetzt, wo die moderne Medizin an ihre
Grenzen stößt, werden die Kräuter wieder entdeckt“, erklärte
Pfarrer Ollig. Zudem seien die Kräuter ein Abbild der Schöpfung
Gottes und so vielfältig wie die Menschen selbst.

Im Anschluss an die Heilige Messe mit der Kräuterweihe segnete Ollig
eine Pietà, auch Vesperbild genannt ein, die dem Alfterer
Heimatverein, der Eigentümer des Jakob-Wahlen-Parks ist, von einer
Alftererin geschenkt wurde, die jedoch ungenannt bleiben möchte. In
der bildenden Kunst gilt die Pietà als Darstellung Marias als Mater
Dolorosa (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam des vom Kreuz genommenen
Jesus, der im Schoß Marias liegt.

Gefunden wurde die Skulptur, die aus dem 11. Jahrhundert stammt, von
der anonymen Bürgerin vor rund 25 Jahren auf einer wilden Müllkippe
bei Ochtendung in der Eifel an einem kleinen Fluss, der Nette. Dort
lag sie im Bauschutt, nur eine winzige Ecke ihres Mantels blickte
heraus, schilderte der Vorsitzende des Heimatvereins Georg Melchior.
Die Bürgerin ließ die Pietà, die aus Sandstein geformt wurde,
aufwendig von einem Fachmann in Koblenz restaurieren, lediglich der
Arm der Christusfigur konnte nicht mehr wiederhergestellt werden. Die
anonyme Geberin übergab ihre „langjährige Wegbegleiterin“, wie
sie sie selber bezeichnet, dem Heimatverein und dankte dem Verein in
einem Schreiben für dessen Engagement: „Für mich steht die Pietà
für die Nächstenliebe und das Leid, das jeder Mensch zu tragen hat,
als Teil des Lebens“, schreibt die Alftererin. „Die Figur strahlt
eine ganz besondere Ruhe aus“, beschrieb Georg Melchior und dankte
der Frau, die die Figur dem Verein stiftete. Ihre neue Heimstatt hat
sie nun vor der Vereinshütte am Eingang des Jakob-Wahlen-Parks
gefunden.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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