Leserreporter*innen veröffentlichen ihre Beiträge nicht als Mitglied der Redaktion.

Texte der Leserreporter*innen sind nicht von der Redaktion beauftragt und geben deshalb auch nie die Meinung der Redaktion oder des Verlages wieder. Beiträge von Leserreporter*innen werden im Sinne der freien Meinungsäußerung von der Redaktion nicht zensiert oder redigiert (redaktionell bearbeitet). Es steht den Usern unserer Portale frei, Beiträge im Sinne der AGB zu kommentieren und/oder die Verfasser*innen der Beiträge direkt zu kontaktieren.

60 Jahre Wesselinger Rheinparkkonzerte
Akkordeon-Orchester Wesseling gestaltet Jubiläumskonzert

Projektorchester des 38. Workshops "Gemeinsam musizieren mit Quetsch" unter Leitung von Anita Brandtstäter | Foto: Wolfhard Brandtstäter
3Bilder
  • Projektorchester des 38. Workshops "Gemeinsam musizieren mit Quetsch" unter Leitung von Anita Brandtstäter
  • Foto: Wolfhard Brandtstäter
  • hochgeladen von Anita Brandtstäter

Wesseling. 2026 feiern die Rheinparkkonzerte der Stadt Wesseling ein besonderes Jubiläum: Seit 60 Jahren erklingt unter dem Motto „Musik erklingt im Rheinpark“ Live-Musik im Herzen der Stadt. Den Grundstein für diese traditionsreiche Open-Air-Reihe legte ausgerechnet ein Akkordeonorchester: Am 24. Juli 1966 gestaltete das damalige Jugend-Akkordeon-Orchester Wesseling unter der Leitung von Gottfried Weber das erste Freiluftkonzert am Rhein. Bürgermeister Hans Mock war von der Idee so begeistert, dass er weitere Vereine und Gastensembles für regelmäßige Sommerkonzerte gewinnen konnte. Aus diesem ersten Konzert entwickelte sich eine Veranstaltungsreihe mit großer Ausstrahlung weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Auch im Jubiläumsjahr durfte das Akkordeon-Orchester Wesseling bei den Rheinparkkonzerten selbstverständlich nicht fehlen. Das Konzert erhielt zusätzliche Symbolkraft, denn 2026 wurde das Akkordeon von den Landesmusikräten zum „Instrument des Jahres“ gewählt. Zudem fand die Veranstaltung am 21. Juni, dem internationalen Aktionstag „Fête de la Musique“, statt, an dem weltweit der Sommerbeginn mit Musik auf öffentlichen Plätzen gefeiert wird.

Bei hochsommerlichen 34 Grad eröffnete zunächst das Workshop-Orchester „Gemeinsam musizieren mit Quetsch“ den Nachmittag. Seit 2013 organisiert der Wesselinger Kulturverein regelmäßig generationenübergreifende Orchesterworkshops - Dozentin ist von Anfang an Anita Brandtstäter; das inzwischen 38. Projekt brachte 21 Musikerinnen und Musiker auf die Bühne des Musikpavillons. Unter dem Motto „Akkordeon – Instrument des Jahres im Dreivierteltakt“ präsentierte das Ensemble ein abwechslungsreiches Programm mit Originalwerken und Bearbeitungen. Zu hören waren die beiden Walzer „Vivalse“ und „Lieblings-Walzer“ von Stephan Müller, der Musette „Flair de Paris“ von Jürgen Schmieder sowie die Pastorale aus Antonio Vivaldis Frühling aus den Vier Jahreszeiten in einem Arrangement von Ronny Fugmann. Mit „Power Kids“ von Bernd Glück verabschiedete sich das Projektorchester schwungvoll mit einer Zugabe.

Vor Beginn des musikalischen Programms gratulierte Halil Odabasi, Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Wesseling, dem Akkordeon-Orchester Wesseling zum Jubiläum und dankte allen Beteiligten, die die Rheinparkkonzerte über sechs Jahrzehnte mit Leben erfüllt haben. Die musikalische Leiterin Anita Brandtstäter führte anschließend durch das Programm und schlug dabei auch den Bogen zur Geschichte der Konzertreihe. Bereits beim ersten Rheinparkkonzert 1966 war sie als Zuhörerin dabei. Begeistert sagte sie damals zu ihren Eltern: „Das kann ich auch!“ Noch im selben Jahr trat sie als damals jüngstes Mitglied in den Verein ein.

Den zweiten Konzertteil gestalteten die AkkoFans, das Erwachsenenensemble des Akkordeon-Orchesters Wesseling. Hier musizieren erwachsene Akkordeonschülerinnen und -schüler, ehemalige Workshop-Teilnehmende sowie Wiedereinsteiger gemeinsam. Seit 2018 probt das Ensemble regelmäßig unter der Leitung von Anita Brandtstäter. Den Auftakt bildete die viersätzige „Comedy Suite“ von Helmut Quakernack, die rhythmische Präzision und musikalische Gestaltung gleichermaßen fordert. Es folgte der Polka-Beat „Gut aufgelegt“ von Rainer Essig, ein Arrangement aus der Blasmusikliteratur von Wolfgang Ruß. Das Publikum erklatschte sich schließlich eine Zugabe: Scott Joplins Ragtime „Peacherine Rag“ im swingenden Arrangement von Martina Kluge.

Im dritten Konzertteil zeigte das Hauptorchester eindrucksvoll die stilistische Bandbreite heutiger Akkordeonorchester. Mit dem „Fliegermarsch“ von Hermann Dostal eröffnete das Orchester das Programm. Es folgte das anspruchsvolle Medley „Gershwin Classics“ von Hans-Günther Kölz, das den Swing "Strike Up The Band", die Ballade "Summertime" und Themen aus der "Rhapsody in Blue" vereint und eindrucksvoll die Verbindung von Jazz und Klassik widerspiegelt.

Mit „Memory“ aus dem Musical Cats von Andrew Lloyd Webber überzeugte das Orchester mit klanglicher Wärme und großer Ausdruckskraft. Danach lud das Medley „Heinz Gietz Melodien“  zum Mitsummen ein und weckte mit Schlagern von Caterina Valente Erinnerungen an die Unterhaltungsmusik der 1950er- und 1960er-Jahre. Ebenfalls nostalgisch wurde es mit „Back to the Sixties“ von Wolfgang Ruß, das bekannte Rock- und Pop-Hits dieser Epoche vereint.

Musette und Tango durften in einem Akkordeonkonzert selbstverständlich nicht fehlen. Vor „Sous les Ponts de Paris“ sorgte Elke Albrecht mit einer augenzwinkernden Bemerkung über die gesperrte Bonner Nordbrücke für Heiterkeit: „In Paris sind die Brücken noch in Ordnung.“ Einen markanten Kontrast setzte anschließend der „Rojo Tango“ von Pablo Ziegler in einem Arrangement von Hans-Günther Kölz, das mit seinen scharfen Rhythmen und lyrischen Passagen die stilistische Bandbreiite des Tango Nuevo eindrucksvoll zur Geltung brachte.

Eigentlich sollte das Konzert mit „Dankeschön“ von Bert Kaempfert im effektvollen Big-Band-Arrangement von Heinz Ehme enden. Doch das Publikum forderte lautstark eine Zugabe. Mit „Cherish“ von Kool & The Gang im Arrangement von Hans-Günther Kölz, das erst kurz zuvor in das Repertoire aufgenommen worden war, setzte das Orchester einen modernen und klangvollen Schlusspunkt unter ein Konzert, das eindrucksvoll zeigte, warum das Akkordeon zu Recht als „Instrument des Jahres 2026“ ins Rampenlicht des musikalischen Geschehens gerückt wurde.

Projektorchester des 38. Workshops "Gemeinsam musizieren mit Quetsch" unter Leitung von Anita Brandtstäter | Foto: Wolfhard Brandtstäter
Ensemble AkkoFans des Akkordeon-Orchesters Wesseling unter Leitung von Anita Brandtstäter | Foto: Wolfhard Brandtstäter
Akkordeon-Orchester Wesseling - das Hauptorchester unter Leitung von Anita Brandtstäter  | Foto: Wolfhard Brandtstäter
LeserReporter/in:

Anita Brandtstäter aus Köln

Webseite von Anita Brandtstäter
Anita Brandtstäter auf Facebook
Anita Brandtstäter auf Instagram

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

18 folgen diesem Profil

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.