Älteste Tribüne Deutschlands
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Deutschlands älteste Tribüne zerfällt.
  • Deutschlands älteste Tribüne zerfällt.
  • Foto: Schriefer

Die städtischen Mittel für die Sanierung der Rennbahn in Weidenpesch sollen erst freigegeben werden, wenn ein Sanierungskonzept vorlegt wird, das auch die VfL-Tribüne einbezieht.

von Roland Schriefer

Weidenpesch. Offenbar habe der Renn-Verein kein Interesse an der Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden VfL-Tribüne auf dem Gelände der Pferderennbahn. Das soll, nach Aussage der Nippeser Bezirksvertreter der Grünen, der Geschäftsführer des Renn-Vereins der Presse mitgeteilt haben. Zumindest das Aussehen der ältesten Tribüne Deutschlands scheint das zu bestätigen. An ihrem kläglichen Zustand hat sich seit Jahren nichts geändert. Mittlerweile regnet es sogar durch das defekte Dach und von der Seite in die Tribüne hinein, was sicher nicht zu ihrem Erhalt beiträgt.

Auf der Sitzung der BV wurde darüber diskutiert, was dagegen unternommen werden könnte. Der Renn-Verein würde jedes Jahr von der Stadt einen Zuschuss in Höhe von mindestens 200 000 Euro für die Pflege aller Aufbauten erhalten, also auch für die VfL-Tribüne. Auch der Renn-Verein ist, wie alle Hausbesitzer, nach dem Denkmalschutzgesetz zu Erhalt und Pflege seiner Anlagen verpflichtet, so das Argument. „Stattdessen gammelt die Tribüne vor sich hin.“ Das möchten die Grünen nicht länger hinnehmen.

Sie haben daher vorgeschlagen, den Finanzausschuss der Stadt aufzufordern, die vorgesehenen Mittel für den Renn-Verein erst nach Vorlage eines mit der Stadtverwaltung erarbeiteten Sanierungskonzeptes freizugeben. Stadtrat Michael Erkelenz (CDU) bremste allerdings die aufkeimende Hoffnung in der BV, dass mit dem Einfrieren der städtischen Mittel Bewegung in die Angelegenheit kommen könnte: „Im Antrag steht ganz klar, dass der Renn-Verein die Mittel für die Instandhaltung der Tribüne einsetzen muss. Damit ist aber nicht die VfL-Tribüne gemeint, sondern die an der Pferderennbahn.“ Ulrich Wolfgang Müller (SPD) gab zu Bedenken, dass eine spätere Freigabe der Mittel nur zu Verzögerungen bei der Sanierung der denkmalgeschützten Anlage führen würde. „Eine Verbesserung des jetzigen Status Quo ist nicht zu erwarten, wenn wir die Mittel nicht freigeben.“

Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie am besten mit der VfL-Tribüne umgegangen werden könnte. Initiativen für den Erhalt haben sich gegründet und Vereine haben signalisiert, dass sie das Grundstück für sportliche Aktivitäten nutzen und mit Hilfe von Spenden für den Erhalt der Tribüne sorgen würden. Auch die BV Nippes hatte vor einem Jahr bereits über die VfL-Tribüne diskutiert. Sie beschloss, dass zehn Prozent der städtischen Zuschüsse für die VfL-Tribüne verwendet werden müssen. Doch der Rennverein würde sich augenscheinlich nicht an diesen Beschluss halten und die ihm bewilligten städtischen Mittel nicht für den Schutz der Tribüne verwenden, so Max Beckhaus, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Wir müssen dem Renn-Verein klar machen, dass das Geld nicht bewilligt wird, wenn er sich nicht an diesen Beschluss hält.“ Der Vorschlag der Grünen wurde schließlich gegen die Stimmen der CDU und bei Enthaltung der SPD angenommen.

Redakteur:

EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

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