Otto-Langen-Quartier
Scharf auf die Ruine

Das alte Gelände soll schnell in die Entwicklung gehen.
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  • Das alte Gelände soll schnell in die Entwicklung gehen.
  • Foto: Thomas Banneyer

Wohnen, arbeiten, leben statt hoher Rendite: Für die Bürgerinitiative „Initiativkreis Otto-Langen-Quartier“ steht fest, dass die Neugestaltung keinem Investor überlassen werden soll. Das neue Quartier soll für die Menschen im Veedel sein.

Mülheim. Das Interesse war riesig. Über 100 Interessierte fanden den Weg in den „Lokschuppen“. Die Bürgerinitiative „Initiativkreis Otto-Langen-Quartier“ hatte eingeladen, um von unterschiedlichen Akteuren ihre Ideen anzuhören, wie das sechs Hektar große ehemalige Industrieareal künftig genutzt werden soll.

Die Bürgerinitiative engagiert sich für einen gemeinwohlorientierten Nutzungsmix und hat ihr Konzept in die Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan-Verfahren eingebracht. Die Eingaben sollen im September im Stadtentwicklungsausschuss beraten werde. Dieser Entwurf umfasst bis zu 70 Prozent öffentlich geförderte und daher preiswerte Wohnungen, eine Kindertagesstätte, Einzelhandel, Gastronomie, Manufakturen, Handwerksbetriebe, Büros, Ateliers und Bildungseinrichtungen. Die alten Produktionshallen und Gebäude könnten erhalten und neu genutzt werden, ein Grün- und Freiflächennetz soll das neue Quartier durchziehen.
Jörg Schmitz, Geschäftsführer des Studierendenwerks, würde gerne öffentlich geförderte Studierenden-Appartements bauen. In Köln herrscht großer Mangel an preiswerten Wohnungen.

Kai Hauprich, Geschäftsführer des Vringstreff, sieht die Möglichkeit „Housing First“, sprich Wohnraum für Obdachlose zu realisieren. Anwesende von Genossenschaften plädieren für preiswerte öffentlich geförderte Wohnungen. Für Manfred Post (Verein für Popkultur) bieten die Industriebauten ideale Möglichkeiten für Proberäume und Ateliers. Christof Bex (Rheinflanke) möchte in diesem Areal Sport- und Freizeitangebote für Jugendliche realisieren.

Das ehemalige Industrieareal mit zahlreichen erhaltenswerten historischen Indus-triebauten ist einer der letzten großen Bereiche, die stadtpolitisch aktiv gestaltet werden können, zumal sich die gesamte Fläche in öffentlicher Hand befindet. Allerdings beabsichtigt der Eigentümer, das Land NRW, die etwa 4,5 Hektar große Fläche meistbietend an einen Großinvestor zu verkaufen. Zu befürchten wären teure Wohnungen und eintönige Bürolandschaften, die hohe Renditen versprechen. Die Stadt Köln hat dem in einer Vereinbarung mit dem Land zugestimmt. Der Initiativkreis forderte am Schluss der Veranstaltung den Rat der Stadt Köln auf, diese Vereinbarung aufzukündigen und das Areal seitens der Stadt „gemeinwohlorientiert“ zu entwickeln.

Das alte Gelände soll schnell in die Entwicklung gehen.
Im Lokschuppen wurde über die Zukunft debattiert.
Redakteur:

EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln

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