Geschichtspfad Holpe eröffnet
Rundweg macht Geschichte erlebbar
- Station Marienbrunnen mit Heike Brand (v.l.), Sabine Stamp-Eschrig, Johannes Klüser, Jutta Ramackers und Jan Schumacher
- Foto: Michael Kupper
Holpe. Auf dem Fritz-Wingen-Platz wurde am letzten Samstag der neue „Geschichtspfad Holpe und Oberholpe“ mit mehr als 80 Gästen eingeweiht, den der Heimatvereins Holpe in jahrelanger Arbeit vorbereitet hatte. Vorsitzende Stamp-Eschrig betonte, dass es der erste Geschichtspfad in der Gemeinde sei und fügte schmunzelnd hinzu: „Der Hauptort Morsbach zieht bestimmt noch nach.“
Der Geschichtspfad mit seinen 14 Stationen auf rund 2,5 Kilometern Länge könne einiges der Orte und Ereignisse erlebbar machen, durch seine vernetzte Gestaltung gerade auch für Jüngere. Sie dankte den vielen Unterstützern, besonders aber Jutta Ramackers, Johannes Klüser und Christoph Buchen für ihren Beitrag zur Erstellung des Geschichtspfads. Stamp-Eschrig kündigte mehrere Führungen im Laufe des Jahres an, die erste am 3. Mai im Rahmen der Bergischen Wanderwochen.
Bürgermeister Jan Schumacher bekundete: „Es ist absolut großartig, was Ihr hier auf die Beine gestellt habt.“ Besonders gut gefalle ihm neben den klassischen Infotafeln die Audiountermalung mit Geräuschen und Erzählungen: „Geschichte wird hier nicht nur dargestellt, sondern kann gleichzeitig erlebt werden.“ Er bezeichnete den Geschichtspfad als wichtigen Baustein für die Gemeinde: „Ich hoffe, dass das Projekt kopiert wird – einfach, weil es so großartig ist.“
Für die Kosten von knapp 8000 Euro hatte der Heimatverein eine Leader-Förderung bekommen. Heike Brand, Regionalmanagerin der Leader-Region Oberberg „1000 Dörfer – eine Zukunft“, schilderte, dass seit 2021 mehr als 100 Kleinprojekte mit 80 Prozent gefördert werden konnten. Der Geschichtspfad sei sehr komplex hinsichtlich der Organisation gewesen, das Ergebnis jedenfalls überzeugend: „Ich finde es klasse, wenn Geschichte so eindrücklich vermittelt wird.“
Vor dem Beginn eines Rundgangs zu den ersten Stationen erläuterte Jutta Ramackers an der Übersichtstafel auf dem Fritz-Wingen-Platz, dass es sich schon seit vielen Jahrhunderten lohne, nach Holpe zu kommen. Bereits im 13. Jahrhundert habe ein Pilgerweg zur Wallfahrtskapelle am Ort der heutigen evangelischen Kirche geführt.
Bei der ersten Station am Marienbrunnen, auch „Börnchen“ genannt, erzählte Johannes Klüser, dass das kühle Nass nicht nur Heilwasser für das Nonnenkloster im 14. Jahrhundert gewesen, sondern auch sehr schmackhaft sei und bei Augenleiden und Magenbeschwerden geholfen habe. Der Brunnen sei noch nie versiegt, habe jedoch nach dem Anschluss an das Trinkwassernetz an Bedeutung verloren.
Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:Michael Kupper aus Reichshof |