NRW kann schwimmen
Projekt gegen den „Schwimmstau“

Erfolgreiches Angebot: Tatjana Jarow, Dawid Miczka, Joana Sam-Cobbah, Udo Schmidt, Petra Vajler-Schulze und Ariane Stech (von links) informierten im Meckenheimer Hallenfreizeitbad über die Aktion „NRW kann schwimmen“.
  • Erfolgreiches Angebot: Tatjana Jarow, Dawid Miczka, Joana Sam-Cobbah, Udo Schmidt, Petra Vajler-Schulze und Ariane Stech (von links) informierten im Meckenheimer Hallenfreizeitbad über die Aktion „NRW kann schwimmen“.
  • Foto: Frank Engel-Strebel

Meckenheim (fes). Die Zahlen sind dramatisch: Laut der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) sind alleine im Jahr 2021 bei Badeunfällen in Gewässern gut 300 Personen ertrunken. Ein Grund: Viele Menschen können nicht gut genug schwimmen. Die Corona-Pandemie sorgte zusätzlich dafür, dass in den vergangenen zwei Jahren die Warteliste für Kinder, die auf einen Schwimmkurs warten, immer länger wurde. Bis zu 300 Mädchen und Jungen stehen derzeit in Meckenheim auf dieser Liste. Zum Vergleich: 2019, also im Jahr vor Ausbruch der Pandemie, waren es 160 Kinder. Diese Zahlen nannten die Geschäftsstellenleiterin vom Meckenheimer Sportverein (MSV) Tatjana Jarow und Dawid Miczka, Abteilungsleiter Schwimmen des MSV, bei einem Vor-Ort-Termin im Meckenheimer Hallenfreizeitbad. Joana Sam-Cobbah, Fachkraft Integration durch Sport beim Kreissportbund (KSB), formulierte es so: „Coranabedingt verlieren wir eine ganze Generation ohne Babyschwimmen oder Wassergewöhnung. Der Schwimmstau ist in den vergangenen zwei Jahren immer größer geworden.“Umso wichtiger sei es daher, dass bis Ende 2023 die Teilnahme am Landes-Förderprogramm „NRW kann schwimmen“ gesichert sei, wie Meckenheims Vize-Bürgermeistern Ariane Stech erklärte. Konkret: Sowohl in den kommenden Sommer- und Herbstferien, als auch in den Schulferien 2023 wird es die Schwimmangebote wieder geben. Nach einem erfolgreichen Pilotversuch 2019 nahm die Apfelstadt das Programm in den Herbstferien 2021 wieder auf.

Während der Osterferien konnten nun erneut vier Schwimmkurse à 12 Kinder angeboten werden. Mehr als die Hälfte der 44 Mädchen und Jungen zwischen acht und 12 Jahren halten mittlerweile ihre Urkunden und Abzeichnen in den Händen, freute sich Dawid Miczka. Angeboten wurden sogenannte Crash-Kurse, das heißt, die Kinder kamen montags bis freitags jeweils eine Stunde zum Schwimmunterricht. Außerhalb der Ferien können Schwimmkurse nur einmal die Woche angeboten werden. Tatjana Jarow lobte die Stadt, dass sie bis Ende des kommenden Jahres an dem Projekt teilnimmt und hofft, dass die im Mai neugewählte Landesregierung das Projekt, das Ende 2023 ausläuft, auch darüber hinaus weiterführen wird.

Das Projekt „NRW kann schwimmen“ kommt aber nicht nur jenen Kindern zugute, die pandemiebedingt keine Kurse bekamen, sondern auch sozial schwachen Familien, die sich die normalen Kursgebühren nicht leisten könnten.

Jarow trat auch mit „einer großen Bitte“ an die Stadt heran: „Uns fehlen außerhalb der Ferien Zeiten um Kurse anzubieten. Wir könnten uns eine engere Kooperation mit der Stadt vorstellen, um der Nachfrage gerecht zu werden. An Ideen mangelt es uns nicht.“

Durch die Initiative „NRW kann schwimmen“ werden Schwimmkurse mit 350 Euro unterstützt. Die Kinder werden für die Kurse über die Schulen angemeldet, da die Lehrer am besten wissen, welche Schüler einen entsprechenden Förderbedarf haben. Alle Kinder, die über diese Aktion angemeldet sind, zahlen 10 Euro für den gesamten Kurs. Alle anderen Kinder zahlen den üblichen Betrag, den die Vereine erheben. Der MSV führt die Kurse durch. Das Angebot richtet sich an Schüler der Grundschulen sowie den fünften und sechsten Klassen der weiterführenden Schulen.

Redakteur:

Frank Engel-Strebel aus Bornheim

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