50 Jahre Theodor-Heuss-Realschule
Jubiläum mit Blick nach vorn
- Die Schulgemeinde hatte mit viel Engegement ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Schulleiter Thorsten Bottin (Mitte) bedankt sich beim Orga-Team.
- Foto: fes
Meckenheim (fes). Mit einem großartigen Sommerfest feierten Lehrer, Schüler und Eltern am Donnerstag, dem vorletzten Tag vor den Sommerferien, das 50-jährige Bestehen der Theodor-Heuss-Realschule (THR) in Meckenheim.
Thorsten Bottin, seit 2021 Direktor der Schule, nutzte seine Ansprache dafür, an die einfachen Anfänge der Schule zu erinnern, die Erfolge der vergangenen Jahre, sprach aber auch die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft an.
Bescheiden mit zwei Räumen und zwei fünften Klassen in der Grundschule in Altendorf fing 1976 für die Theodor-Heuss-Realschule (THR) alles an. Seitdem ist viel passiert. Ein Jahr später zog die kleine Schule nach Merl mit inzwischen vier Klassen. Zum Schuljahr 1988/89 bezog sie ihr eigenes neues Gebäude am heutigen Campus. Schon wenige Jahre später war das Gebäude zu klein. 1995/96 kam ein Erweiterungsbau mit sechs Räumen hinzu. Mittlerweile ist die Einrichtung nicht nur eine der größten Realschulen im Regierungsbezirk Köln, sie erfreut sich auch ungebrochener Beliebtheit bei Eltern und Kindern aus den Nachbarkommunen, in denen es diese Schulform nicht mehr gibt, erklärte Bottin.
Die Erfolgsstory der Schule hat aber auch ihre Schattenseiten. Hier fand Bottin mahnende Worte gerichtet an Bürgermeister Sven Schnieber (CDU), verbunden mit einem „Geburtstagswunsch“: „Diese Schule wächst, innerhalb von zwei Jahren ist unsere Schülerzahl von 500 auf über 700 angestiegen. Wir sind eine gefragte Schule, weil wir gut sind. Für das kommende Schuljahr mussten wir 23 Kindern per gesetzlich vorgeschriebenem Losverfahren absagen, darunter 19 aus Meckenheim.“
Erst durch die Genehmigung einer Mehrklasse, durch die Bezirksregierung Köln, die die Stadt beantragt hatte, konnten 27 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Und das nicht zum ersten Mal.
Doch die Schule platzt aus allen Nähten, das Kollegium stößt an seine Grenzen. Bottin lobte ausdrücklich das Bekenntnis Meckenheims zum dreigliedrigen Schulsystem. Zwei der drei Schulen, das Konrad-Adenauer-Gymnasium und die Geschwister-Scholl-Hauptschule, bekommen derzeit ein neues Gebäude: „Doch die dritte, am stärksten wachsende Schule, arbeitet nachwievor nach dem Stand von 1988. Das ist kein Vorwurf, es ist eine Aufgabe für die nächsten Jahre, das in Angriff zu nehmen. Je früher wir das ansprechen, desto besser für die Kinder. Bringen Sie den Mut für die Zukunft der THR auf.“
Sven Schnieber griff diesen Appell in seinem Grußwort auf und zeigte sich optimistisch, dass die drei Schulen auch in Zukunft erfolgreich zusammen arbeiten werden: „Sie können sich sicher sein, dass wir jeden Tag daran arbeiten, auch der THR ein Angebot zu bieten, damit Sie zumindest technisch auf dem gleichen Stand sind, aber auch das Raumproblem gehen wir an und tauschen uns regelmäßig aus.“ Schnieber ist sich sicher, dass die benachbarten Schulen die THR für einen gewissen Übergang unterstützen werden: „Das sei Ihnen versprochen.“
Schnieber selbst war ebenfalls einst Schüler der THR, das war vor rund 30 Jahren. Er dankte dem Orga-Team, den Eltern, dem Förderverein und den Sponsoren, die das Fest möglich gemacht haben. Nicht zuletzt auch, weil er „stolzer Vater“ sei, denn sein Sohn geht ebenfalls auf die THR, seine Frau Sabrina ist Schulpflegschaftsvorsitzende.
Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm. Zum Auftakt sang die Chor-AG gemeinsam mit Schülern der Klassen 5 und 6, unterstützt von ehemaligen Schülerinnen unter der Leitung von Sigrid Brassnese und Claire Bernoth die Lieder „Das Leben ist schön“ von LEA, „Unstoppable“ von Sia und den von Michael Jackson und Lionel Richie geschriebenen Klassiker „We Are The World“. Die Tanz-AG mit Schülerinnen der Klassen 5 begeisterte mit einem Tanz zu Taylor Swifts Hit „Shake It Off“, es gab eine Line Dance-Mitmachaktion, eine Michael Jackson-Imitation von Ex-Schüler Jeremy Malewo und ein Konzert von der Schülerband. Höhepunkt war jedoch der Auftritt der in der Region mittlerweile sehr bekannten Party-Kölschrockband „F!asko“. Zwei Mitglieder der Band, Henning und Daniel, waren ehemalige Schüler der Realschule. Durch das Programm führte Schülersprecher Jonathan Hodap.
Auch viele Ehrenamtliche waren gekommen, tauschten Erinnerungen an vergangene Zeiten aus. Unter anderem war Meckenheims Ehrenbürgerin Erika Meyer zu Drewer der Einladung gefolgt, die Rottin zufolge schon bei der Eröffnung vor 50 Jahren zugegen war: „Wenn Sie sich heute umsehen, sehen Sie die Menschen, die 1976 noch nicht geboren waren und Menschen, die damals in der ersten Klasse dieser Schule gesessen haben. Beide gehören hier her. Genau das feiern wir.“
Ehemalige gesucht
„Bleiben Sie Teil der THR-Familie“ – unter diesem Motto starteten die Lehrerinnen Nadia Jeck und Stephanie Renner auf dem Sommerfest einen Aufruf an alle ehemaligen Schüler, zu einem jährlich stattfindenden Alumni-Treffen zu kommen. Damit wollen die beiden Lehrerinnen eine alte Tradition wieder aufleben lassen und hoffen, dass sich viele melden werden. Weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter www.thr-meckenheim.de. Das Datum für das erste Almuni-Treffen ist der 14. März 2027.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |