KiTa feiert Geburtstag
50 Jahre für den Nachwuchs

Auch das gehört zu einer Geburtstagsparty dazu: Die Kinder sangen ihrem Kindergarten ein tolles Geburtstagsständchen.
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  • Auch das gehört zu einer Geburtstagsparty dazu: Die Kinder sangen ihrem Kindergarten ein tolles Geburtstagsständchen.
  • Foto: prl

Meckenheim (prl). Ein halbes Jahrhundert besteht der Kindergarten JOhannesnest an der Gelsdorfer Straße bereits. Was vor 50 Jahren mit einer zweigruppigen Betreuung in zwei provisorisch aufgestellten Container-Räumen begann, bietet heute ein umfangreiches Betreuungs-, Förderungs- und Bildungsangebot in drei Gruppen. „Rund tausend Kinder haben wir hier auf das Leben nach dem Kindergarten und natürlich auf die Schule vorbereitet“, sagte Kita-Leiterin Anja Ulrich.

Anja UIrich bringt sich seit rund zehn Jahren im JOhannesnest ein, zuerst als Erzieherin und seit einigen Jahren als Leiterin der Einrichtung. Als fünfte Leitung seit der Gründung der Tagesstätte präsentierte sie das heute vielfältige Angebot. Dörte Staudt vom Kita-Träger Caritasverband Rhein-Sieg erinnerte sich noch an die Kinderbetreuung in den siebziger Jahren. „Da gab es noch das In-der-Ecke-Stehen als Strafe“, erzählte sie. Solche oder andere ausgrenzende Maßnahmen gebe es heute nicht mehr, stellte Anja Ulrich fest. Stattdessen lebe man einen offenen Umgang mit allen Kulturen und Religionen, die hier zusammenkommen. „Zwischen elf und fünfzehn“ pendelt die Anzahl der verschiedenen Nationen, in denen die Familien der Kinder oder die Kinder selbst ursprünglich ihre Wurzeln hatten. Außerdem gestalten hier Christen, Muslime und Angehörige anderer Religionen ihren Tag gemeinsam. „Wir haben viele gemeinsame Rituale wie zum Beispiel das Beten vor dem Essen“, sagte Anja Ulrich. Ob die aktuell 59 Kinder der Kita beim Gebet die Hände falten oder eine andere Gebetshaltung einnehmen, sei dabei nicht vorgeschrieben. „Hier soll jedes Kind gleichberechtigt in seiner üblichen Haltung beten dürfen“, fand die Leiterin. Zudem solle der Nachwuchs hier in seinem Alltag die Welt so erleben, „wie sie in unserer Gesellschaft ist, nämlich vielfältig und facettenreich“.

Das Angebot im JOhannesnest richtet sich in der Meisengruppe an zwei bis sechs-Jährige. Bei den Storchen spielen und lernen Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren miteinander. Im Raum der Piepmätze krabbelt und trappst es in der Altersklasse von null bis drei Jahren. Den Alltag der Kinder gestaltet die zertifizierte Bewegungskita unter anderem mit offener Turnhalle, Bewegungsförderung und wöchentlichen Outdoor-Angeboten. Zusätzlich fördert die Einrichtung Sprache, nimmt am NRW-Förderprogramm plusKITA teil und erhielt pünktlich zum 50-jährigen Jubiläum ein weiteres Zertifikat, passend zum Jubiläumsmotto: „50 Jahre Kindergarten – unsere Umwelt kann nicht warten“.

„Das Zertifikat ‚Nachhaltige Kita‘ haben wir vom Wissenschaftslanden in Bonn für unser besonderes Angebot bekommen“, fasste Anja Ulrich kurz zusammen. Unterstützt hatte dabei die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW sowie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Vor etwa zehn Jahren hatte die Kita begonnen, damals unter der Leitung von Christiane Koreny, eine naturgerechte Umgestaltung des Außengeländes umzusetzen. Zusammen mit den Naturerkundungen und Nachhaltigkeitsprojekten lernen die Kleinen spielerisch die sie direkt umgebende Landschaft im Großen und en detail kennen. Außerdem lernen sie, wie sich welches Handeln auf die Natur auswirkt. So zeigte beispielsweise ein Müllexperiment den Jüngsten eindrücklich, wie sich eine Bananenschale unter günstigen Umständen auf der Erde zersetzt, wohingegen ein Plastikbecher auch nach Wochen nicht einmal im Ansatz wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden kann.

Weiterhin darf der Nachwuchs im Außengelände Beerensträucher pflegen und in kleinen Hochbeeten Kräuter oder Gemüse pflanzen. „Es kommt zwar schon mal vor, dass die Johannisbeeren nicht mehr reif werden, weil sie vorher in irgendeinem Mund landen“, sagte die Leiterin schmunzelnd. In diesem Fall haben die Kinder eben gelernt, dass diese Früchte unreif nicht ganz so gut schmecken. Am Tag des Jubiläums ließen sich die Gäste und ihre Familien zur Feier des Tages verschiedene Sorten Flammkuchen und Kaffee und Kuchen schmecken. Viele Erwachsene sahen sich anschließend eine eindrucksvolle Projektausstellung an, während die Kids im Sand, in der Kletterlandschaft oder auf der Hüpfburg ihren Spaß hatten.

Redakteur:

RAG - Redaktion

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