Grün statt Beton in Kalk
Bürgerinitiative fordert Aufwertung freier Flächen

Kalk - (bfh). Es herrscht Baufieber im Stadtteil, überall wachsen auf den
noch vorhandenen Freiflächen mehrstöckige Häuser in den Kalker
Himmel. Meistens sind es optisch sehr klotzige Gebäude, die zudem
sehr nahe an den Straßenrand gebaut sind. Von Grün ist da oft wenig
bis gar keine Spur mehr. Und das in einem Stadtteil, der sowieso schon
zu den am dichtesten bebauten Kölns zählt.
Diese Entwicklung ist auch einer Bürgerinitiative ein Dorn im Auge,
die sich „Mehr Grün in Kalk“ nennt. Die im Frühjahr 2019
gegründete Initiative fordert für Kalk mehr Grün statt mehr Beton.
Zu den letzten idyllischen Oasen zählt die, in der Nähe der
Schauspielhalle angesiedelte, „Pflanzstelle“, die einen
dschungelartigen Charme ausstrahlt. Auch Silvia Raytchevska, Barbara
Perau und Manfred Kreische von der Bürgerinitiative lassen zwischen
Tomaten, Kürbissen und Wildblumen gerne mal die Seele baumeln.
Aber auch diese kleine Oase ist gefährdet, denn hier sollen auf einem
Großteil der Fläche unter anderem Wohnungen entstehen. „Es ist
eine hohe Verdichtung geplant“, berichtet Kreische. Neben den
achtstöckigen Wohnungen sind auf dem Areal rund um die Hallen zudem
Büro- und Parkhäuser sowie eine zweispurige Straße geplant.
„Wir brauchen aber keine neuen Wohnungen und nicht noch mehr
Gewerbe, denn Kalk hat dazu schon seinen Beitrag geleistet“,
erklärt Silvia Raytchevska.
„Kalk ist schon genug bebaut, es reicht“, bestätigt Perau. Um
ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die Bürgerinitiative eine
Petition mit mehr als 1000 Unterschrift beim „Amt für Anregungen
und Beschwerden“ eingereicht. „Wir fordern eine Machbarkeitsstudie
und ein Freiraumkonzept, um mehr Grün zu schaffen und die vorhandene
Flächen aufzuwerten“, erklärt Kreische.
Die vorhandenen Parks bieten aufgrund ihrer Struktur nur wenig
Erholungswert, finden die Mitglieder. „Deshalb wäre es so wichtig,
die Pflanzstelle in ihrer bisherigen Größe zu erhalten“, erklärt
Raytchevska. Die Initiative will bis zum Herbst weitere Aktionen
starten, um noch mehr Öffentlichkeit zu schaffen.
Claudia Greven-Thürmer, die zur Nachfolgerin des zurückgetretenen
Marco Pagano als Kalker Bezirksbürgermeisterin gewählt wurde, zeigt
Verständnis für das Anliegen, betont jedoch zugleich: „Natürlich
brauchen wir Grünflächen für mehr Lebensqualität, aber wir
brauchen für Kalk auch mehr Wohnungen.“ Zudem sei das Thema der
Bebauung des Hallenareals schon behandelt worden – und damals seien
alle Beteiligten mit dem Ergebnis zufrieden gewesen.
Wie Greven-Thürmer bestätigt, läge die Eingabe der Initiative
zurzeit noch beim Beschwerdeausschuss. „Das Grünflächenamt wird
dazu auch noch eine Stellungnahme abgeben.“

Redakteur:

RAG - Redaktion

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