European League
Gummersbach in den Play-Offs

Foto: VfL Gummersbach

Gummersbach. Der VfL Gummersbach hat sein drittes Hauptrundenduell in der EHF European League für sich entschieden und damit den Einzug in die Play-Offs fürs Viertelfinale perfekt gemacht.
Vor 3.044 Zuschauern in der SCHWALBE arena gewann das Team von Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson mit 33:27 (16:16) gegen MOL Tatabánya KC. Wie schon vor einer Woche beim Aufeinandertreffen der beiden Teams in Ungarn gab sich der Bundesligist insgesamt keine Blöße und wurde nach einer holprigen ersten
Halbzeit in der zweiten Spielhälfte seiner Favoritenrolle gerecht. Am letzten Spieltag der Hauptrunde bei der SG Flensburg-Handewitt geht es für die Oberbergischen im direkten Aufeinandertreffen sowie Fernduell gegen FENIX Toulouse Handball um den Dreikampf um Platz eins in der Gruppe und damit den direkten Einzug ins Viertelfinale.

Die Gastgeber starteten mit Bertram Obling im Tor sowie offensiv mit Lukas Blohme und Tom Koschek auf den Außenpositionen, Miro Schluroff, Ole Pregler und Giorgi Tskhovrebadze im Rückraum sowie Ellidi Vidarsson am Kreis. Der Isländer war es auch, der in der zweiten Minute für das erste Tor zum 1:0 sorgte. Nach zuvor zwei Paraden musste auch Obling nach fünf Minuten zum ersten Mal hinter sich greifen (1:1). Die Gummersbacher zogen nun das Tempo an und erspielten sich bis zur siebten Minute eine 4:1-Führung. Eine kurze Schwächephase im Angriff hatte jedoch in der zehnten Minute den erneuten Ausgleich zum 4:4 zur Folge. So blieb es eine ausgeglichene Anfangsphase, in der der VfL weiter vorlegte, Tatabánya aber bis zum 7:7 in Minute 14 im Gleichschritt den Spielstand egalisierte.

In der Folge trafen Julian Köster und Blohme in Unterzahl zum 9:7 für ihre Mannschaft, die ihre Führung allerdings wieder nicht aufrechterhalten konnten. Drei Tore der Gäste hintereinander brachte das Sigurdsson-Team in Minute 18 gar erstmals in Rückstand (9:10). Der Bundesligist tat sich gegen deutlich präsenter auftretende Ungarn als noch im Hinspiel vor einer Woche sichtlich schwer. Über das 10:10 durch Tskhovrebadze (22. Minute) und das 12:12 durch Kristjan Horžen (25. Minute) waren es diesmal die
Hausherren, die nachlegen mussten. Erst beim 14:13 durch Pregler in Minute 27 eroberten die Gummersbacher ihre Führung zurück, jedoch ließ auch Tatabánya nicht nach und erarbeitete sich so einen 16:16-Pausenstand.

Den Torreigen nach dem Restart eröffnete Tilen Kodrin per Strafwurf zum 17:16 in der 32. Minute. Durch einen sehenswerten Treffer von Schluroff und das Tor ins leere Gehäuse der Ungarn durch Vidarsson erhöhten die Gastgeber schnell auf 19:16 (34. Minute). Diesmal behaupteten die Oberbergischen in der Folgezeit ihren Vorsprung und gingen in Minute 37 erstmals mit vier Treffern in Front (22:18), woraufhin sich Tatabánya-Coach Cristian Ugalde zur Auszeit gezwungen sah. Doch auch nach dem Timeout präsentierte sich der Bundesligist in der Abwehr robuster und im Angriff durchschlagskräftiger. Beim 24:18 durch
Kodrin in der 40. Minute lag zum ersten Mal ein deutliches Polster zwischen den beiden Teams. Bis zur 45. Minute erhöhten Vidarsson und Tskhovrebadze auf 28:20 und stellten somit die Kräfteverhältnisse aus dem Hinspiel endgültig wieder her.
Im Bewusstsein der deutlichen Führung nahm der VfL in der Schlussviertelstunde das Tempo etwas aus dem Spiel. Durch Tore wie das 31:23 durch Tskhovrebadze in der 54. Minute und das 33:26 durch Kodrin in der 57. Minute setzten die Oberbergischen nur noch vereinzelt Nadelstiche. Diese reichten jedoch gegen nun müde wirkende Gäste aus Ungarn aus, um einen weiterhin deutlichen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Schlussendlich gewann das Sigurdsson-Team nach 60 Minuten mit 33:27.

Trainerstimmen:

Gudjon Valur Sigurdsson (VfL Gummersbach): Ich bin sehr zufrieden, dass wir gewonnen haben. Wir haben uns in der ersten Halbzeit mit der Wurfquote schwergetan, aber im Endeffekt trotzdem einen souveränen Sieg eingefahren. Wir haben alle Spieler einsetzen können und ich freue mich über die zwei Punkte.

Cristian Ugalde (MOL Tatabánya KC): Heute bin ich sehr zufrieden, wie meine Mannschaft
gespielt hat. In der ersten Halbzeit waren wir sehr fokussiert. Wenn man bedenkt, dass
unser Flug gestern annulliert wurde und wir heute Morgen um sechs Uhr losgereist sind,
haben wir gute Lösungen gegen die 5:1-Deckung und später gegen die 6:0-Abwehr
gefunden. Natürlich hat Gummersbach stärkere und größere Spieler. Sie spielen in der
Bundesliga immer auf einem hohen Level und das hat man am vergangenen Wochenende
erst gesehen. Wir haben das Spiel in den ersten fünf Minuten nach der Pause verloren. Ich
weiß nicht, warum wir da so früh abgeschlossen haben. Für uns ist es aber wichtig, dass
wir bis zum Schluss gekämpft haben. Jetzt warten wichtige Aufgaben auf uns in der Liga.

Redakteur/in:

Beate Pack aus Oberberg

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