Wir ziehen in den Frieden - Peace kleistern und Zinnsoldaten entwaffnen während der Mülheimer Nacht
Am 25. April 2026 öffnet die Baptistengemeinde in der Salzstr. 6 in Köln-Mülheim ihre Türen einem außergewöhnlichen partizipativen Projekt. Die Schweizer Künstler Regula Stucki und Beat Gipp verwandeln Zinnsoldaten in Friedenskrieger und fertigen aus Gemeinschaftscollagen knallbunte Friedenszeichen. Besuchende sind eingeladen, sich während der Mülheimer Nacht an dieser künstlerischen Friedensaktion zu beteiligen. Das ist auch am 26.4. von 14-17 Uhr möglich.
Während der 15. Mülheimer Nacht zieht eine lange Reihe von ehemaligen Zinnsoldaten, entwaffnet und
farbenfroh eingekleidet, durch den Raum der Baptistenkirche in der Salzstraße 6. Der Zug der winzigen
Figuren wird eingerahmt von überdimensionalen Peace-Zeichen, die vor Ort aus collagiertem Restpapier
gekleistert werden. Im Papierfundus liegen neben Siebdrucken, Zeitungs- und Buchseiten auch
Fundstücke wie alte Manöver- und Rationierungskarten.
Die Baptistengemeinde Köln-Mülheim beteiligt sich seit vielen Jahren an der Mülheimer Nacht. Die
Mitglieder wollen so ganz praktisch im Stadtteil etwas Positives beitragen. „Freiraum zum Leben für alle
durch Gott“ ist die Vision, die sich die Gemeinde gegeben hat. Toleranz, Mitgefühl, Frieden und
Versöhnung sind Herzensthemen der Gemeinde. Die Aktion „Wir ziehen in den Frieden“ soll auch zum
Gespräch anregen: „Frieden schaffen ohne Waffen?“ oder „Frieden durch Abschreckung?“
Regula Stucki (Mixed-Media-Künstlerin und Autorin in Bern) erhielt vor ein paar Jahren den Hinweis, auf
einem Dachboden seien Kartons voller Zinnsoldaten gelagert. Die Künstlerin erstand einen grossen Teil
der Sammlung. Ihr Interesse galt zwar vor allem dem Verpackungsmaterial und begleitenden Papier. Beim
Auspacken nahm sie eine der 2 cm großen Figuren in die Hand und entfernte mit einer Zange deren
Gewehr. Der entwaffnete Zinnsoldat verwandelte sich mit etwas Acrylfarbe von einem Füsilier der
französischen Armee in eine Tangotänzerin. Die Idee zum Projekt «Wir ziehen in den Frieden» war
geboren. Vor zwei Jahren wurde der Friedenszug zum ersten Mal präsentiert. Seither wächst er weiter
und bewegt sich nun zum ersten Mal nordwärts.
Beat Gipp kehrte kürzlich nach fast 30 Jahren Berliner Leben, unter anderem als Mitgestalter des
Czentrifuga-Kollektivs inklusive Siebdruck, Musik, Performance, Obdachlosenarbeit und Netzwerken,
zurück in die Schweiz. In Bern betreibt er sein Labor für Kunst und Bewegung «Kronen & Brücken» und ist
als offspace-Künstler, Kleister-Collagist, Experimentalmusiker und Tai-Chi/Qi Gong-Vermittler tätig.
Das partizipative Gestalten ist ein Hauptanliegen der beiden Kunstschaffenden. Mit verschiedenen
Angeboten laden sie die Besuchenden der Mülheimer Nacht zum Mitmachen ein. So sind diese z.B.
aufgefordert, einen Pinsel in die Hand zu nehmen, Papierschnipsel zu kleistern und Peace-Symbole
herzustellen und/oder selbst einen oder mehrere Zinnsoldaten zu entwaffnen und zu verwandeln, diese
in die Friedensdemonstration einzureihen oder mit nach Hause zu nehmen.
EFG Köln-Mülheim (= Baptisten Köln-Mülheim), Salzstr . 6, 51063 Köln, www.baptisten-koeln.de
25. April 2026, 19 bis 24 Uhr, weitere Öffnungszeit: 26. April 2026, 14 – 17 Uhr
Neben der Mitmachaktion in den Kirchenräumen präsentiert die Kirchengemeinde von 19- 22 Uhr in ihrem Innenhof musikalische Kunstgenüsse für das Publikum der Mülheimer Nacht:
19 h Dáfni Atlas (Singer/Songwriterin) - Konzert
Dáfni Atlas schreibt und singt persönliche, feministische Songs, die sich irgendwo zwischen Folk, Indie und träumerischem Psych Pop bewegen.
20 h egisson (Singer/Songwriter) - Konzert
Hinter egisson verbirgt sich der Musik- und Textproduzent Manuel Kluth aus Leipzig. Er präsentiert deutschsprachigen Indie-Pop mit Tiefgang. Das Publikum erwartet ein Konzert wie im eigenen Wohnzimmer.
21 h No Rush (Indiepop aus Köln) - Konzert
No Rush sind eine vierköpfige Band mit mehrstimmigen Vocals, Keys, Guitar, Bass und Drums. Ihre Songs sind inspiriert vom Leben, wobei ironische Bildsprache und treffend klare Texte von echten Gefühlen gleichermaßen Platz finden.
LeserReporter/in:Klaus Moehnle aus Köln |