Tutanchamun bleibt länger!
Schon 50.000 Tickets weg – Köln stürmt rein
- Die Ausstellung in der Oskar-Jäger-Straße wurde verlängert.
- Foto: Linus Harwig
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Köln ist im Pharao-Fieber: Tausende zieht es nach Ehrenfeld, und jetzt gibt’s Nachschlag. Weil der Andrang riesig ist, wird „TUTANCHAMUN: Ein Immersives Abenteuer“ einmalig verlängert – die Zeitreise ins Alte Ägypten läuft nun noch bis zum 12. April.
Wer in Köln gerade das Gefühl hat, überall reden alle nur noch über Tutanchamun, liegt nicht falsch. Am Standort in der Oskar-Jäger-Straße 99 in Ehrenfeld entwickelt sich die Ausstellung „TUTANCHAMUN: Ein Immersives Abenteuer“ nach den großen Erfolgen der Vorgänger-Projekte zum echten Publikumsmagneten. Mehr als 50.000 Tickets sind bereits verkauft – und genau deshalb gibt es jetzt eine Nachricht, die viele Kölner freuen dürfte: Die Ausstellung wird einmalig verlängert und ist noch bis zum 12. April zu sehen.
Versprochen wird ein Besuch, der weit über das hinausgeht, was man vom klassischen Museumsrundgang kennt. Mit modernster Technologie und detailgetreuen Rekonstruktionen soll die Welt des legendären Pharaos lebendig werden – bis hinein in die schimmernde Schatzkammer, die seit Generationen Fantasie und Forscherdrang gleichermaßen befeuert. Wer durch diese Ausstellung geht, soll nicht nur schauen, sondern eintauchen: Eine akribisch nachgebildete Grabkammer, eine immersive Erfahrung und fesselnde Soundlandschaften sollen die Besucher direkt in die Vergangenheit katapultieren, in eine Zeit ägyptischer Mythen, die bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben.
Kurator und Ägyptologe Dr. Wolfgang Wettengel betont, wie dicht hier Geschichte und Legende zusammenrücken. Für ihn sind Leben und Tod von Tutanchamun und die Entdeckung seines Grabes durch Howard Carter von spannenden Mythen umwoben – und genau das werde in diesem Umfang und dieser Intensität erstmals in einer Ausstellung erlebbar. Dabei beginnt die Geschichte des Königs früh und endet viel zu schnell: Im Jahr 1332 oder 1333 v. Chr. bestieg Tutanchamun im Alter von nur neun Jahren als einer der letzten Herrscher der 18. Dynastie den ägyptischen Thron. Sein Vater Echnaton, als Ketzerkönig bekannt, brachte mit tiefgreifenden religiösen Reformen das Reich ins Wanken – eine Entwicklung, der Tutanchamun in seiner Regierungszeit entgegenwirkte. Und selbst heute bleiben Fragen offen: Wie seine Mutter hieß, ist bis heute ein Rätsel. Auch sein früher Tod gibt der Wissenschaft weiterhin Rätsel auf. Nach nur neun Jahren auf dem Thron starb Tutanchamun vermutlich an einem Infekt als Folge einer offenen Knieverletzung. Neueste Untersuchungen legen zudem nahe, dass der junge Pharao an mehreren schweren Krankheiten litt.
Der Mythos wurde endgültig zur Weltgeschichte, als Howard Carter 1922 das Grab öffnete. Was er fand, ging um die Welt: eine Schatzkammer mit glänzendem königlichen Schmuck, heiligen Artefakten, alten Waffen, Musikinstrumenten und der weltberühmten Goldenen Maske. Bis heute übt dieses Erbe eine fast magische Faszination auf Millionen Menschen aus. Die Ausstellung in Köln will dieses kulturelle Erbe durch fachmännisch gefertigte Replikate bewahren und zugleich zugänglich machen. Versprochen wird die Gelegenheit, die Schätze in ihrer ursprünglichen Form zu erleben – so, wie sie bei ihrer Entdeckung vor über einem Jahrhundert vorgefunden wurden.
Dazu setzt das Erlebnis auf eine immersive Zeitreise, die im historischen Old Cataract Hotel in Aswan beginnt. Von dort führt der Weg entlang des Nil-Ufers bis ins Tal der Könige, wo Besucher die berühmte Ausgrabung von König Tuts Grab durch Howard Carter miterleben, bevor die Reise weiter in die lebhaften Straßen von Kairo und auf den geschäftigen Basar führt. Mit modernster 360°-Technologie sollen die Besucher in die Mythologie des alten Ägypten eintauchen, dem König über die Grenzen des Lebens hinaus folgen, seine Reise ins Leben nach dem Tod erleben und Zeuge seiner Verwandlung vom sterblichen Herrscher zum ewigen Sonnengott werden. Das Ganze verbindet, so die Ankündigung, wissenschaftliche Präzision mit moderner Geschichtenerzählung und wird durch einen filmischen Soundtrack ergänzt, der vom Emmy-prämierten Blockbuster-Kollektiv Bleeding … begleitet wird. (bn.)
Redakteur/in:EXPRESS - Die Woche - Redaktion aus Köln |