Gaben aus dem großen Sack vom Nikolaus
Der Sack feiert 20. Geburtstag

Der erste Vorsitzende Ernst Mommertz und Schriftführerin Erika Wittkamp engagieren sich seit 20 Jahren für „den Sack“. | Foto: off
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Ossendorf - Sein 20-jähriges Bestehen hat der Verein „Helfen durch Geben –
Der Sack“ gefeiert. Die Motivation, Menschen mit einem Sack
haltbarer Lebensmittel für 25 Euro zu helfen, sei noch gegeben wie im
Gründungsjahr 1999. „Damals wie heute gibt es Tausende Menschen in
Köln, die arm sind“, so der erste Vorsitzende Ernst Mommertz.

Mit 150 Empfangsadressen und knapp 500 Bedürftigen habe man begonnen.
Heute werden rund 900 Familien im monatlichen Wechsel, etwa 3.500
Menschen, mit einem Leinensack voller Lebensmittel unterstützt.
Ebenso erhalten 17 Kindertagesstätten in sozialen Brennpunkten
täglich die Zutaten für ein gesundes Frühstück. 20.000 Euro werden
jeden Monat für die Lebensmittel ausgegeben. Viele Spender
rekrutieren sich aus dem Netzwerk des ehemaligen Speditionskaufmanns
Ernst Mommertz.

Wer bedürftig ist, kann aber nicht einfach in der Köhlstraße
vorbeikommen, um einen Sack zu erhalten. Caritas oder Diakonie
benennen die Hilfsbedürftigen, die lediglich eine Hilfe, aber
„keine Vollversorgung“ erhalten. Schriftführerin Erika Wittkamp
erklärte das Konzept: „Wer am 25. des Monats nichts mehr im
Kühlschrank hat, bekommt von uns den Sack zur Überbrückung.“

Den einprägsamen Vereinsnamen „Der Sack“ hat der langjährige
Beiratsvorsitzende des Vereins Wolfgang Haehn erdacht. Durch die
Verpackung der Lebensmittel in Leinensäcke lag der Name
gewissermaßen auf der Hand. Mommertz sagte: „Das Wort hat ein
bisschen was Anrüchiges. Wir denken aber nur an den vollen Sack vom
Nikolaus mit guten Gaben.“

Seit 2015 sitzt „der Sack“ dank der Hilfe der Hans und Marlies
Stock Stiftung in einer ehemaligen Druckerei in Ossendorf. Vorher
packten die etwa 25 Ehrenamtlichen die Säcke auf dem Clouth-Gelände
in Nippes. Ein Fahrer fährt die Säcke aus. Zwei Drittel werden über
sogenannte Abholplätze verteilt, ein Drittel wird über einen
neutralen Transporter zu Haus angeliefert.

Der Verein verfügt über etwa 60 Mitglieder und 70 fördernde Paten.
Seit zehn Jahren sucht Ernst Mommertz einen Nachfolger für seine
Position als erster Vorsitzender, der wie er Geld in den Verein
bringt. Erika Wittkamp beschrieb den Vorstandsposten: „Eigentlich
fehlt uns nur jemand, der für das Finanzielle sorgt.“

Redakteur/in:

Michael Offizier aus Köln

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