"Die Leute wollen wieder raus"
Das Restaurant Pöttgen kommt gut durch die Coronakrise

Viel Platz: Im Restaurant von Wolfgang Pöttgen sind weniger als die Hälfte der Plätze geblieben. | Foto: Offizier
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  • Viel Platz: Im Restaurant von Wolfgang Pöttgen sind weniger als die Hälfte der Plätze geblieben.
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Neuehrenfeld - Wolfgang Pöttgen, Inhaber des Restaurants Pöttgen auf der
Landmannstraße, kommt in seiner Elf-Uhr-Pause kaum dazu, in seinem
Buch zu lesen oder in Ruhe seinen Kaffee zu trinken. Der Gastronom ist
bekannt im Veedel und wird von vielen Nachbarn auf der Straße
gegrüßt. Mit dem Kölner Wochenspiegel hat er über die Lockerungen
für die Gastronomie gesprochen.

Wolfgang Pöttgen erklärt zur Wiedereröffnung seiner Gaststätte:
„Es lief ganz gut an. Man merkt, die Leute wollen wieder raus und
den Gastronom ihres Vertrauens unterstützen.“ Die Regeln im
Überblick: Die Gäste müssen auf einem vorgedruckten Zettel ihre
Kontaktdaten notieren. Personen aus maximal zwei Haushalten dürfen an
einen Tisch. Es gibt kein Kölsch an der Theke. Die Gäste haben keine
freie Tischwahl, sondern werden an den Platz geführt. Dieser wird
nach dem Besuch wie die Speisenkarten desinfiziert.

Diese Arbeit übernimmt die Bedienung Nadine Gerkum, die
Mund-Nasen-Schutzmaske trägt. Sie freut sich wieder im Job zu sein:
„Es ist nur anstrengender mit der Maske.“ Pöttgen hat keine
zeitliche Begrenzung für den Besuch – außer natürlich die
Öffnungszeiten. „Ich möchte meinen Gästen nicht die
Gemütlichkeit rauben und sie nach 90 Minuten zum Gehen auffordern.“
Es gibt auch keinen Zwang zum Verzehr von Speisen. „Es ist mir nicht
verboten, nur ein Kölsch oder einen Kaffee zu verkaufen.“ Das
Restaurant ist in der glücklichen Situation, noch viele Sitzplätze
anzubieten. Wegschicken musste Pöttgen noch niemanden. Im
Innenbereich sind mit 35 von 74 Plätzen weniger als die Hälfte
geblieben. Der Biergarten hinter dem Haus bietet 16 Plätze. Hier sind
lediglich vier von zehn Tischen noch zu besetzen.

Durch die Krise sei Pöttgen bisher ganz gut gekommen, weil er sofort
bei der Schließung mit dem Außer-Haus-Verkauf angefangen habe:
„Ich wollte weiterhin einen geregelten Tagesablauf behalten.“ Was
ihm trotz der Wiedereröffnung fehlt, sind die großen Gesellschaften
von Geburtstagen oder Betriebsfeiern. Auch seine Kollegen aus der
Branche treffe das hart. Seine Forderung an die Politik: die Senkung
der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent solle ebenso für die Getränke
gelten und auch über das Jahr 2020 hinaus.

Viel Platz: Im Restaurant von Wolfgang Pöttgen sind weniger als die Hälfte der Plätze geblieben. | Foto: Offizier
Bedienung Nadine Gerkum desinfiziert Speisenkarten. | Foto: Offizier
Redakteur/in:

Michael Offizier aus Köln

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