Pfadfinder
Seit 20 Jahren unterwegs
- 20 Jahre Pfadfinder am Rhein (von links): Stammesvorsitzender Sebastian Bittner, Pfarrer Anno Burghof, Kurat Dietmar Merdian und die beiden Leiter Thomas Steinheuer und Paul Röttgen.
- Foto: fes
Bornheim (fes). Die Pfadfinder der Bornheimer Rheinorte Widdig und Hersel lagen Pfarrer Anno Burghof von Anfang an am Herzen. Umso lieber war er der Einladung gefolgt, als die Leiter des Pfadfinderstammes St. Franziskus Hersel/Widdig ihn zum 20‑jährigen Bestehen des Stammes eingeladen hatten. Gefeiert wurde das Jubiläum zunächst intern – mit Spielen, einem gemütlichen Beisammensein und einem Lagerfeuer, zu dem auch zahlreiche Ehemalige gekommen waren.
Höhepunkt war jedoch das große Gemeindefest, mit dem die Pfadfinder gemeinsam mit den Gläubigen diesen besonderen Geburtstag begingen. Die Gründung des Stammes hatte seinerzeit Monsignore Pfarrer Anno Burghof wohlwollend begleitet. „Ohne ihn stünden wir heute nicht da, wo wir jetzt sind“, betonte Paul Röttgen, einer der Stammesleiter. Burghof wirkte von 1977 bis 2013 in Hersel; bereits zu Lebzeiten wurde dort sogar eine Straße nach ihm benannt. Heute ist Burghof als Subsidiar in Euskirchen tätig.
Die Keimzelle des Stammes lag zunächst an St. Georg in Widdig, da der damalige, mittlerweile verstorbene Diakon Hubert Ganser der noch jungen Gruppe dort Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Begonnen hatte alles mit einer sogenannten Siedlung. In den ersten beiden Jahren begleitete der Walberberger Pfadfinderstamm St. Walburga die Jugendlichen, bis sie 2008 offiziell zum Stamm ernannt wurden. Die Zahl der Mitglieder wuchs stetig: Waren es anfangs rund 30 Mädchen und Jungen, zählt der Stamm heute 130 aktive Mitglieder. „Wir sind noch lange nicht ausgestorben, und auch im 21. Jahrhundert hat das Pfadfindersein seinen Reiz“, heißt es dazu auf der Internetseite des Seelsorgebereichs Bornheim – An Rhein und Vorgebirge.
Mit ihrem Engagement wollen die Pfadfinder auch mit dem Vorurteil aufräumen, sie liefen lediglich im Wald umher, zelteten das ganze Jahr und sängen abends am Lagerfeuer seltsame Lieder. Vielmehr gehe es darum, gemeinsam Erfahrungen im einfachen Leben in der Natur zu machen. Jede und jeder werde integriert, niemand bleibe außen vor, betonten Paul Röttgen und Thomas Steinheuer, ebenfalls Leiter des Stammes.
Die Gruppen sind je nach Alter in Wölflinge, Juffis (Jungpfadfinder), Pfadis und Rover unterteilt. Einmal pro Woche kommen alle zu Gruppenstunden zusammen, um gemeinsam Spiele und Übungen zu machen. Jedes Jahr geht es zudem in den Ferien in ein großes Sommerlager. Die Gruppe war bereits auf vielen Zeltplätzen unterwegs; besonders gut gefiel es den Pfadfindern am Hopfensee in der Nähe von Schloss Neuschwanstein.
Vor einigen Jahren wechselte der Stamm nach Hersel, da sich dort neben der St.‑Aegidius‑Kirche eine große Pfarrwiese mit Unterstellmöglichkeiten für Zelte und Jurte befindet. Sie bietet mehr Gelegenheiten zum Üben und – wie zuletzt beim Gemeindefest – auch die Möglichkeit, Zelte aufzubauen und den Besucherinnen und Besuchern zu präsentieren. Dazu gehörte auch ein großes Verpflegungszelt, in dem Suppe gekocht wurde. „Während unserer Lager kochen wir abwechslungsreich und frisch – das ist uns sehr wichtig“, betonte Röttgen.
Auch das Ortsleben liegt den Pfadfindern am Herzen. Sie beteiligen sich an Müllsammelaktionen oder verstecken an Ostern Süßigkeiten für Kinder in Widdig, Uedorf und Hersel – auf Spielplätzen oder rund um Kindergärten und Schulen. „Wir fahren außerdem jedes Jahr mit einer Delegation zum Aussendungsgottesdienst in den Kölner Dom, um dort das Friedenslicht von Bethlehem abzuholen“, schilderte Steinheuer. Das Friedenslicht wird anschließend zu einem Gottesdienst nach Hersel und zum kleinen Weihnachtsmarkt der Widdiger Dorfgemeinschaft gebracht.
Traditionell mieten die Pfadfinder in der Adventszeit zudem einen Lkw, um im Sauerland frisch geschlagene Weihnachtsbäume abzuholen, die anschließend in Hersel verkauft werden. „Für uns ist das die Haupteinnahmequelle, um unsere Arbeit und die Stammeslager zu finanzieren“, erläuterte Steinheuer.
Angegliedert ist der Pfadfinderstamm an die DPSG, die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg, den größten Pfadfinderverband Deutschlands.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |
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