Funkamateure sind glücklich
Bilderbuchstart in Bornheim
- Das Projekt begann mit einem „Bilderbuchstart“ in Bornheim und endete nach 175 Kilometern in der Nähe von Lippstadt.
- Foto: MFC Vorgebirge
Bornheim (red). Ein klarer Himmel, gespannte Gesichter und der Countdown zum Start: Am Samstag, 20. September, erlebten mehr als 50 Besucherinnen und Besucher des Herbstfestes des MFC-Vorgebirge in Bornheim ein außergewöhnliches Experiment.
Das Ballon-Team des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC), Distrikt Köln-Aachen, schickte einen Stratosphären-Ballon in die Höhe – und verbuchte gleich dreifachen Erfolg: gelungener Start, stabiler Flug und punktgenaue Bergung.
GemeinschaftsprojektDie Aktion war das Ergebnis ortsübergreifender Zusammenarbeit. Funkamateure aus Leverkusen, Bergisch Gladbach, Köln-Deutz und der Rureifel hatten das Projekt vorbereitet. Unterstützt wurden sie von Gästen aus Dormagen, Meckenheim, Köln und der weiteren Region. Der Modellflugplatz in Bornheim bot ideale Voraussetzungen für den Start, den Manuel Bülo (DO5TY) und Wilfried Halft (DC7WH) durchführten. Punkt 13 Uhr hob der Ballon ab, getragen von leichtem Wind, und begann seinen Flug in Richtung Stratosphäre.
Technik an BordDie mitgeführte Technik ermöglichte die Live-Begleitung des Fluges: Ein SSTV-Sender übertrug fortlaufend Bilder auf 144,5 MHz, während ein APRS-Sender Positionsdaten auf 144,8 MHz sendete. Im ehemaligen Post-Funkmesswagen „Gilb“, betrieben von Leverkusener Funkamateuren, wurde der Flug lückenlos überwacht. Der Ballon erreichte nach rund 2,5 Stunden eine Höhe von über 21 Kilometern, platzte schließlich und trat am Fallschirm den Sinkflug an. Nach einer Strecke von fast 175 Kilometern landete er auf einem Acker zwischen Mönninghausen und Bönninghausen nahe Lippstadt. Das Jäger-Team um Volker Kricheldorff (DL5LV) und Ulrich Erkens (DO1KUE) konnte ihn dort bergen.
Große ResonanzDie Faszination des Ballonfluges verbreitete sich in Echtzeit. Mehr als 130 Amateurfunkstationen in Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und sogar im britischen Canterbury empfingen die übertragenen Bilder. Damit wurde das Projekt zu einem sichtbaren Beispiel für die technischen Möglichkeiten des Amateurfunks und die Begeisterung, die er bei vielen weckt.
Verbindendes HobbyDer Deutsche Amateur-Radio-Club verweist auf die Vielfalt des Hobbys: Technik, Bastelprojekte, Notfunk, Exkursionen und internationale Kontakte gehören ebenso dazu wie gemeinschaftliche Veranstaltungen. Mit bundesweit mehr als 31.000 Mitgliedern ist der DARC der größte Amateurfunkverband in Deutschland und Mitglied der International Amateur Radio Union.
Redakteur/in:Ulf-Stefan Dahmen |