Wäscherprinzessin proklamiert
„Tausendsassa em Fastelovend“
- Zwischen Tradition und Moderne: OB Guido Déus proklamierte „Humoragentin“ Judith Rötten zu Wäscherprinzessin Judith I.
- Foto: fes
Beuel (fes). Von wegen verstaubte Tradition – die Beueler Weiberfastnacht lebt und ist „trendy on schick“. Mit Leidenschaft und Charme eroberte Judith I. (Rötten) im rappelvollen Brückenforum die Herzen der Beueler Jecken, ließ sich im blau-weiß dekorierten Hubwagen gelenkt durch Hubert Markmann, durch das Bad der Menge fahren und stieg in die Höhe, um es ordentlich Strüßje regnen zu lassen. Zuvor zog das Beueler Stadtsoldaten-Corps „Rot-Blau“, das in dieser Session auf 90 Jahre zurückblickt, Richtung Bühne, wo auch bereits Bonns neuer Oberbürgermeister Guido Déus auf die designierte Wäscherprinzessin gemeinsam mit Obermöhn Patty Burgunder wartete.
In seiner auf Bönnsch gehaltenen Proklamationsrede nahm Déus mit einem Augenzwinkern auch sich selbst und die Lokalpolitik aufs Korn, freute sich, Judith Rötten, ein „Tausendsassa em Fastelovend“, auf der Bühne im Brückenforum zu begrüßen und sparte nicht mit weiteren Superlativen: „Sie ist eine Offenbarung für uns! En Frau mit Mut“ sowie eine „Humoragentin, die sich uskennt mit Heiterkeit“, von der sich der Stadtteil gerne repräsentierten lasse, denn sie werde die Beueler Jecken in den kommenden Wochen ins Paradies führen: „Den Beueler Herzschlag höre ich schon jetzt überall pochen.“
Doch eins machte der neue Stadtchef und bekennende Beueler auch unmissverständlich klar: An Weiberfastnacht werde er die weiße Fahne nicht hissen, sondern Beueler Karnevalsgeschichte schreiben und als erster OB das Bezirksrathaus erfolgreich verteidigen. Déus gibt sich als Ex-Bezirksbürgermeister selbstbewusst und siegessicher. Ihm sei der Bau schließlich bestens vertraut: „Ich kenn‘ alle Keller, Fluchtwege un bin Fründ mem Wachpersonal.“
Doch auch Judith I., die aus den Händen von Déus die Insignien der Macht erhielt, gibt sich siegesgewiss, dass der neue OB, der zudem auch ihr Chef ist, denn Judith arbeitet als gelernte Sozialpädagogin im Jugendamt der Stadt Bonn, keine Chance haben wird. Die 23-Jährige kommt schließlich nicht allein, bringt eine stolze Equipe mit und ist mit der Lokalität am Möhneplatz ebenfalls bestens vertraut. Sie wohnt nämlich direkt gegenüber dem Bezirksrathaus. Außerdem bringt sie reichlich karnevalistische Erfahrung mit, wie in ihrer Vita nachzulesen ist. So trat sie unter anderem 2015 in das Damenkomitee St. Josef ein und begleitete „Corona-Wäscherprinzessin“ Lena I. (Obliers) als Wäscherin. Vor der feierlichen Proklamation begrüßten Obermöhn Patty Burgunder und der frisch gewählte neue Bezirksbürgermeister Marco Rudolph die scheidende Wäschereprinzessin Lea I. (Kempe) mit ihrem Damenkomitee St. Paulus auf der Bühne. Das Beueler Stadtsoldaten-Kindercorps unter der Leitung von Maren Füllenbach begeisterte mit den neuesten Tänzen und die Damenkomitees St. Paulus, Frohsinn Geislar, Fidele Reisetanten und das Damenkomitee in der Turn- und Sportvereinigung Bonn rechtsrheinisch (TSV) sorgten wiederum mit ausgefallenen und lustigen Sketchen für jede Menge jecke Stimmung im Saal.
Ein rundum gelungener Abend und Judith I. regiert fortan unter dem Motto: „Wievefastelovend es trendy on schick, hee op de Beuele Sonnesick“.
Redakteur/in:Frank Engel-Strebel aus Bornheim |