NGG warnt
873 Beschäftigte auf einen Millionär
- Foto: NGG/Nils Hillebrand
- hochgeladen von Kristina Franke
Oberberg (red). Im Oberbergischen Kreis stehen sich laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zwei wirtschaftliche Realitäten gegenüber: 122 Einkommensmillionären stehen rund 106.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gegenüber – rechnerisch kommen damit 873 Beschäftigte auf einen Millionär. Grundlage sind Daten von IT.NRW und der Arbeitsagentur.
NGG-Geschäftsführer Marc Kissinger sieht darin ein deutliches Zeichen für eine zunehmende soziale Schieflage. Während viele Menschen in Handwerk, Industrie und Dienstleistung hart arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, erzielen Spitzenverdiener ihre Einkommen häufig über Kapitalerträge und Unternehmensgewinne. Immer mehr Vollzeitbeschäftigte hätten Schwierigkeiten, steigende Lebenshaltungskosten zu stemmen. Kissinger warnt, dass diese Entwicklung langfristig auch gesellschaftliche und demokratische Risiken birgt. Er fordert die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus der Region auf, beim geplanten Reformpaket einen klar sozialen Kurs zu verfolgen. Arbeit dürfe nicht stärker belastet werden als Kapitaleinkommen, die derzeit meist pauschal mit 25 Prozent besteuert werden. Zudem kritisiert die NGG, dass Erbschaften und Vermögen nur einen geringen Anteil am Steueraufkommen ausmachen. Gerechtere Steuern und eine ausgewogenere Vermögensverteilung seien daher entscheidend. Als mögliche Maßnahmen nennt die Gewerkschaft unter anderem eine Vermögenssteuer, einen höheren Spitzensteuersatz sowie die Abschaffung des Ehegattensplittings, das insbesondere Frauen benachteilige.
Ziel müsse es sein, die Kluft zwischen Arm und Reich zu verringern und die breite arbeitende Bevölkerung stärker zu entlasten.
Redakteur/in:Kristina Franke aus Sankt Augustin |