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Streit um das CDU-Inselfest
Zuckerwatte trifft Zündstoff

Symbolbild | Foto: Ricardo Kappel

Bad Honnef. Eigentlich sollte das CDU-Inselfest am 24. August auf der Insel Grafenwerth ein fröhlicher Treffpunkt für Familien werden – mit Hüpfburg, Kuchen und Musik. Doch die Einladung des Bundespolizisten und Bestsellerautors Manuel Ostermann als Hauptredner sorgt nun für hitzige Diskussionen weit über die Stadt hinaus.

Sicherheit im Mittelpunkt

Die CDU Bad Honnef erklärt, sie wolle mit Ostermann einen „klaren Impuls“ setzen. Nach den jüngsten Angriffen auf ein Döner-Restaurant und die CDU-Geschäftsstelle sei das Thema Sicherheit vielen Bürgern wichtig. „Es wäre fahrlässig, das anderen Parteien zu überlassen“, sagt Stadtverbandschef Jonathan Grunwald. Gemeinsam mit Landrat Sebastian Schuster und Bürgermeisterkandidat Philipp Herzog will man über „Sicherheit und Demokratie“ sprechen.

Kritik von Grünen und Mitbewerbern

Doch die Einladung polarisiert. Die Grünen Bad Honnef werfen der CDU vor, mit Ostermann Stimmen „am rechten Rand“ zu suchen. Bürgermeisterkandidatin Birte Karst betont: „Echte Sicherheit entsteht nicht durch Stigmatisierung, sondern durch Integration und Respekt.“

Auch Bünyamin Yilmaz, parteiloser Bürgermeisterkandidat, warnt: „Ein Familienfest sollte Menschen verbinden, nicht spaltende Reden zum Mittelpunkt machen.“ Bad Honnef brauche „Respekt und fairen Umgang, keine Provokation unter dem Deckmantel von Sicherheit“.

Kritik kommt auch von Bürgern, die befürchten, dass Sicherheit nur als Schlagwort dient. „Wer in Bildung und Sozialarbeit investiert, spart langfristig mehr als durch Schlagstöcke und Kameras“, heißt es in einem Leserkommentar.

Wer ist Manuel Ostermann?

Der 34-jährige Ostermann ist stellvertretender Vorsitzender der Polizeigewerkschaft DPolG und Mitglied der CDU. Mit seinem Buch „Deutschland ist nicht mehr sicher“ landete er auf der Bestsellerliste. Bundesweit bekannt wurde er durch scharfe Aussagen zur Migrationspolitik. Kritiker werfen ihm Neutralitätsbruch und populistische Zuspitzungen vor – unter anderem forderte er den Einsatz von Polizeihunden ohne Maulkorb gegen Demonstrierende. Amnesty International reichte Dienstaufsichtsbeschwerde ein.

Unterstützer sehen in ihm einen mutigen Klartext-Redner, der Missstände benennt. Gegner dagegen befürchten, dass solche Auftritte Vorurteile verstärken und die Gesellschaft spalten.

Zwischen Zuckerwatte und Klartext

Das Inselfest zeigt, wie sehr Sicherheit und Zusammenhalt derzeit im Wahlkampf aufeinandertreffen. Für die CDU ist Ostermanns Auftritt ein Signal: Man will das Thema nicht der AfD überlassen. Für Kritiker ist er ein Warnzeichen: Wird hier mit Ängsten gespielt?

Fest steht: Probleme lassen sich nicht mit Puderzucker und Zuckerwatte übertünchen. Was nicht offen angesprochen wird, schwelt unter der schönen Verpackung weiter – oft stärker, als man denkt. Eine Demokratie lebt davon, auch unbequeme Themen sachlich und transparent zu diskutieren, statt sie zu tabuisieren. Ebenso sollte man die Menschen, die solche Sorgen äußern, nicht pauschal ausgrenzen oder in die rechte Ecke stellen – sonst treibt man sie genau dorthin, wo man sie am wenigsten haben will.

Wie sich die Debatte auf die Bürgermeisterwahl am 14. September auswirkt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber schon jetzt: Das Inselfest wird nicht nur wegen Waffeln und Musik in Erinnerung bleiben – sondern auch als Streitpunkt über den Kurs der Stadt.

LeserReporter/in:

Ricardo Kappel aus Bad Honnef

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