Matineeverein Windeck
Sitzungspräsident in Aktion

Bei seinen Vorträgen hat der „Sitzungspräsident“ Weininger stets ein Glas Kölsch auf dem Tisch stehen und macht so auf die Droge Alkohol aufmerksam.                                                           | Foto: Harald Röhrig
  • Bei seinen Vorträgen hat der „Sitzungspräsident“ Weininger stets ein Glas Kölsch auf dem Tisch stehen und macht so auf die Droge Alkohol aufmerksam.
  • Foto: Harald Röhrig

Herchen. Der „Sitzungspräsident“ Volker Weininger (52), der zur Zeit zu den gefragtesten Rednern im rheinischen Karneval gehört und auch schon reichlich im Fernsehen zu bewundern war, vergisst seinen Ursprung nicht. Mit seinem Programm als alkoholisierter Sitzungspräsident trat der Kabarettist, der aus Windeck-Schladern stammt, jetzt beim Windecker Matineeverein im Herchener Haus des Gastes auf.

In das Haus mit seiner besonderen Atmosphäre kehrte der Verein nach drei Jahren Corona, in denen die Veranstaltungen in der Aula des Bodelschwingh-Gymnasiums stattfanden, zurück. Dort begeisterte Weininger, der ungekrönte König des 0,2 Liter Sprints, die Zuschauer mit tollen Ideen und besonderen Witzen. Bei seinen Vorträgen steht immer ein Glas Kölsch auf dem Tisch, dass ständig wieder gefüllt werden muss.

Und als es in Herchen mal längere Zeit leer blieb, beschwerte sich der Künstler beim Matinee-Mitarbeiter: „Ich war kurz davor, die Suchhunde loszuschicken!“ So macht Weininger auf die Droge Alkohol aufmerksam. Fast sein gesamtes Programm zeigt eine besondere Nähe zu Alkoholproblemen auf, und manches Mal hielt der Büttenredner dabei seinem Publikum auch den Spiegel vor. Ganz gleich, ob Weiniger süffisant von seinem Kegelclub, seinem Skatclub oder der Tanzgarde seines Vereins erzählte, alle Mitglieder waren kräftig dem Alkohol zugetan. Aber auch über das „kölsche Glas“ hinaus präsentierte der Kabarettist Ausblicke wie zum Münchener Oktoberfest. Dort hätten die Veranstalter schon ernsthaft erwogen, gleich vor dem Zelt Hopfen anzubauen. Und in Weiningers Skatclub gibt es einen TV (Tagesvollsten). Der Kabarettist ging auch auf Modeerscheinungen und Probleme der Gesellschaft ein. So habe ein Vereinsmitglied durch zahlreiche Tätowierungen so viel Tinte am Körper, dass er nachts auf Löschpapier schlafen müsse. „Ansonsten haben einige Kollegen den Bewegungsdrang eines Koalas in Vollnarkose“, schilderte Weininger. Gegen die Rucola-Schwemme –„überall wird alles mit Rucola serviert“ – präsentierte der Kabarettist eine persönliche Lösung und bestellt ausdrücklich alles mit Rum-Cola statt Rucola. Auch auf die aktuelle Wohnungsnot kam Weininger zu sprechen und berichtete von Bekannten, die so glücklich waren, eine Wohnung „leicht außerhalb“ in Köln-Gummersbach zu ergattern. Und ein Bekannter schieße regelmäßig aus seinem Wohnungsfenster, damit die Mieten stabil bleiben.

Das Event wurde gleich zu einem doppelten Heimspiel, denn der Bonner Weininger stammt nicht nur aus Windeck, sondern ist auch selbst Mitglied des Matinee-Vereins. Einige Zuhörer im Saal kamen bei den Schilderungen verschiedener Originale gar nicht mehr aus dem Lachen heraus, und zwischendurch gab es reichlich Beifall. Seine Rückkehr an die Sieg sei jetzt schon ein wenig mit Nostalgie verbunden, räumte Weininger ein, der vor zwei Jahren ein erstes Heimspiel in Schladern absolviert hatte. Im März und April tritt der Kabarettist noch in Leverkusen, Köln, Düsseldorf, Aachen und Koblenz auf.

Für den Rest des Jahres absolviert er noch über zwei Dutzend weitere Termine, unter anderem auch in Much und Hennef (1. und 2. Juni).

Freie/r Redaktionsmitarbeiter/in:

Harald Röhrig aus Siegburg

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